Diskussion sorgt für ZündstoffVerbot von Bleimunition? Schützenvereine fürchten den Todesstoß

Auch auf die Schießsportvereine kämen hohe Kosten zu, weil sie umrüsten müssen. Zwei CDU-Politiker, darunter der Paderborner Carsten Linnemann, suchen nach Auswegen.

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Viele Schützenvereine müssten wohl auch ihre Kugelfänge umrüsten, wenn das Verbot käme. - © Birger Berbüsse
Viele Schützenvereine müssten wohl auch ihre Kugelfänge umrüsten, wenn das Verbot käme. © Birger Berbüsse

Paderborn. Das von der EU-Kommission geplante Bleiverbot sorgt derzeit für Zündstoff unter den Sportschützen und Schützenvereinen. Sie sehen ihren Sport und das Königsschießen in Gefahr. Das hat Carsten Linnemann mitgeteilt. Der CDU-Politiker will gemeinsam mit seinem Parteifreund Peter Liese deshalb Ausnahmen erreichen.

Die Kritik an dem Vorhaben sei gewaltig, dennoch treibe die Europäische Kommission ihre Pläne für ein Verbot bleihaltiger Munition weiter voran. Die Folgen für die Schützen- und Schießsportvereine wären fatal. Sie müssten nicht nur ihre Munition auf teurere Alternativen, etwa aus Eisen, umstellen.

„Viele Schützenvereine müssten auch ihre Kugelfänge umrüsten", erläutert Emil Vogt, Bundesschützenmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS). „Das könnten nur wenige unserer bundesweit rund 1.300 Bruderschaften schultern."

Umrüstung wäre der "Todesstoß"

Peter Husen (v.l.), Walter Finke, Uwe Pakendorf, Carsten Linnemann, Peter Liese, Emil Vogt, Dieter Rehberg, und Andreas Friedrich machen sich Sorgen um das Schützenwesen. - © Büro Linnemann
Peter Husen (v.l.), Walter Finke, Uwe Pakendorf, Carsten Linnemann, Peter Liese, Emil Vogt, Dieter Rehberg, und Andreas Friedrich machen sich Sorgen um das Schützenwesen. (© Büro Linnemann)

Walter Finke, stellvertretender Bundesschützenmeister aus Dörenhagen, verweist auf die ohnehin schwierige Situation der Vereine nach der Corona-Pandemie. „Für viele Schützenvereine könnte die Umrüstung im schlimmsten Fall den Todesstoß bedeuten", so Finke.

„Brauchtumsvereine tragen auch eine soziale Verantwortung, die nicht aufs Spiel gesetzt werden darf." Vogt und Finke verweisen zudem darauf, dass in den Kugelfängen das Blei bereits aufgefangen und anschließend recycelt würde. Ein Eindringen in den Bodenbereich werde somit ausgeschlossen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann hatte die Repräsentanten der Schützenbruderschaften ebenso wie Spitzenvertreter der Sportschützen nach Paderborn eingeladen. Mit dabei war zudem der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. Der Südwestfale ist Sprecher der EVP-Fraktion im Umweltausschuss des Europaparlaments. Er setzt sich wie Linnemann für eine Entschärfung der geplanten EU-Vorgabe ein.

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