Kreis GüterslohTourismus nach Corona: Wie geht es den Hotels im Kreis Gütersloh?

Es übernachten wieder mehr Gäste im Kreis Gütersloh. Welche das sind und wie die Branche auf die aktuelle Lage und den kommenden Herbst schaut, gibt der Dehoga-Kreisvorsitzende Andreas Kerkhoff einen Einblick.

Irja Most

Die Corona-Beschränkungen sind gefallen. Das bringt auch wieder Übernachtungsgäste in den Kreis Gütersloh. - © Swen Pförtner, dpa
Die Corona-Beschränkungen sind gefallen. Das bringt auch wieder Übernachtungsgäste in den Kreis Gütersloh. © Swen Pförtner, dpa

Kreis Gütersloh. Der Tourismus in Nordrhein-Westfalen zieht wieder an. In ganz NRW konsolidiere sich jetzt das Gastgewerbe nach der schweren Corona-Zeit, teilt der Dehoga-Verband NRW mit. Treiber sei aber insgesamt in NRW die private Nachfrage, geschäftlich gäbe es weniger Übernachtungen.

Größte Probleme blieben die Kostenentwicklung bei Energie und Lebensmitteln sowie der Personalmangel, ergab eine Dehoga-Umfrage im Juli unter den Betrieben in NRW. Landesweit sei die Zahl der Übernachtungen im Mai 235 Prozent höher zum Vorjahresmonat, aber etwas geringer als vor der Pandemie im Mai 2019, gibt das statistische Landesamt IT.NRW jetzt Ende Juli bekannt.

Im Kreis Gütersloh tummeln sich ebenfalls wieder deutlich mehr Gäste aus dem In- und Ausland, zeigt der Blick in die Statistik von IT.NRW. Im Kreis Gütersloh gab es 93 geöffnete Betriebe mit 4.189 Betten im Mai dieses Jahres. Das sind Plus 20,8 Prozent gegenüber Mai 2021. Die meisten Übernachtungsmöglichkeiten bot die Stadt Gütersloh mit 16 Betrieben.

Dicht dahinter folgt Schloß Holte-Stukenbrock mit 15, auf Platz drei Rheda-Wiedenbrück mit zwölf und die Stadt Halle (Westf.) hat zehn. Fast alle 13 Kommunen haben ihre Kapazitäten im Vergleich zum Vorjahresmonat aufgestockt. Einzig in Langenberg gab und gibt es keine Unterkünfte für Gäste. Im Schnitt kamen alle Gäste im Kreis Gütersloh auf 2,2 Übernachtungen, die ausländischen Gäste davon auf 2,3.

Trendwende oder nur ein Strohfeuer?

Doch auch im Kreis Gütersloh liege der Tourismus noch unter Vorkrisenniveau. Die aktuelle Situation in der Region im Vergleich zu 2019 zeige, dass „wir immer noch weit hinter den Zahlen von 2019 liegen, immerhin noch über 20 Prozent", sagt Andreas Kerkhoff, Vorsitzender des hiesigen Dehoga-Kreisverbands.

Generell sei die Buchungslage gerade im Mai und Juni im Kreis Gütersloh schon wieder sehr gut gewesen und das lasse hoffen, dass das ganz große Tal durchschritten sei. „Jetzt in den Ferien gehen die Zahlen aber erstmal wieder in den Keller, da Gütersloh bekanntlich keine Tourismushochburg ist, sondern vom Business, und den Geschäftsreisenden lebt. Diese Schwankungen hat es aber immer schon gegeben", erklärt der Dehoga-Kreisvorsitzende.

Herbst wird wieder Herausforderung

Auch das Tagungsgeschäft habe in den vergangen Monaten wieder etwas angezogen. „Die Kollegen im Kreis sind hier vorsichtig optimistisch, ob es ein Trend ist, wieder Präsenztagungen durchzuführen oder nur ein kurzes Strohfeuer", berichtet Kerkhoff. Auffallend hierbei sei, dass es oftmals sehr kurzfristige Buchungen sowohl für Übernachtungen als auch für Tagungen gebe.

Der Herbst werde für viele Hotels eine Herausforderung werden. Wenn die Zeit der Messen und Kongresse wieder beginne, „insbesondere im September, werden wohl die Hotelzimmer im Kreis wieder knapp werden", schätzt der Dehoga-Kreisvorsitzende. Dann könnten die Hotels den Umsatz machen, den sie so dringend benötigen, aber bei vielen stelle sich dann die Frage nach dem Personal: „Ist genügend Personal da, um allen Anfragen gerecht zu werden."

"Deswegen brauchen wir bestimmt kein neues Hotel"

„Und nein, deswegen brauchen wir bestimmt kein neues Hotel in Gütersloh, nur weil es ein paar Tage mal wieder voll ist im Kreis Gütersloh", betont Kerkhoff mit Blick auf das Bestreben der Gütersloher Stadtplaner, durch einen Investor ein Hotel an der Barkeystraße am Theater errichten zu lassen. Eigentlich schien das Ganze schon in trockenen Tüchern, doch nun scheint dem Investor aus den Niederlanden odie Finanzierung wegzubrechen. „Und bei aller Vorfreude auf einen guten Herbst, hat ein Großteil der Betriebe auch große Sorge, dass Corona im Herbst und Winter wieder zu vielen Stornierungen und Absagen führen könnte", ist der Blick auf die zukünftige Entwicklung laut Kerkhoff ungewiss.

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