Tierpark OlderdissenEin wilder Haufen Tierkinder - und eine große Überraschung

Im Tierpark Olderdissen hat die Natur wieder Großartiges geleistet, mehr als 30 Jungtiere gilt es zu entdecken.

Kurt Ehmke

Norbert hat beste Laune und tobt herum - Esel-Mama Lotti beobachtet ihn immer. - © Mike-Dennis Mueller
Norbert hat beste Laune und tobt herum - Esel-Mama Lotti beobachtet ihn immer. © Mike-Dennis Mueller

Bielefeld. Jetzt ist die beste Zeit. Für Urlaub, klar, aber auch für eine Entdecker-Tour durch den Tierpark. Hier, in Olderdissen, ist es unter Bäumen schön kühl und sind in fast allen Ecken Jungtiere zu entdecken. Das jüngste Tier-Baby ist noch namenlos, es wurde Dienstag früh morgens geboren und ist ein Gamskitz, also eine Baby-Gämse. Tierpfleger Till Hötker: "Gämsen kommen eigentlich im Mai zur Welt, ich dachte, die Mutter ist gar nicht tragend, sondern einfach nur etwas dicker geworden - und dann war plötzlich früh morgens das Kitz da, eine faustdicke Überraschung." Nun wartet er noch ein, zwei Wochen, dann schaut er nach, welches Geschlecht das Kitz hat - "und dann geben wir ihm einen Namen".

Bis dahin springt der kleine Flummi erst einmal wild herum zwischen Felsen und Mama.

Nächste Geburt steht an

Schon einen Namen hat das sechste Hochlandrind - der Sohn von Roy und Isabelle hört auf den Namen "Ryan". Am 30. Mai kam er auf die Welt. Gewohnt flauschig stapft er am obersten Ende des Tierparks herum, Isabelle ist selten weit weg. Und noch ein Nachwuchs-Tier erfüllt alle Kriterien von "oh wie süß": der kleine, am Freitag geborene Esel mit dem eleganten Namen "Norbert". Cheftierpfleger Markus Hinker: "Ich wollte hier immer mal einen Nobbi haben, jetzt ist es soweit." Nobbi jedenfalls liebt es, sich im Sand zu wälzen und anschließend im wilden Galopp über die Wiese zu donnern. Da es nur alle zwei Jahre bei den Eseln Nachwuchs gibt, ist er ein kleiner Star im Tierpark. Einer, der vermutlich noch in dieser Woche Konkurrenz bekommt: Nicht nur Nobbis Mama Lotti war dick geworden, auch Geli ist tragend.

Viele Kitze bei den Hirschen

Ein junger Sika-Hirsch und seine Eltern. - © Mike-Dennis Müller
Ein junger Sika-Hirsch und seine Eltern. (© Mike-Dennis Müller)

Tja, und sonst noch? Gut zwei Wochen alt sind zwei Damwild-Kitze, eine Woche alt ein Sikawild-Kitz, gleich vier Kälber im Alter mehrerer Wochen toben beim Rotwild herum, sechs sind es bei den Mufflons (April und Mai geboren). Schon alte Haudegen und eher in der Pubertät sind die vielen Nachwuchs-Schafe (Ende Februar geboren) und die beiden Wildschweine - sie alle aber wirken kaum noch kindlich, liegen im Gewicht schon recht nahe bei den erwachsenen Tieren.

Drama bei den Störchen

"Ryan" ist ein junger Hochlandrind - und versteckt sich gerne noch hinter seiner mächtigen Mama. - © Mike-Dennis Mueller
"Ryan" ist ein junger Hochlandrind - und versteckt sich gerne noch hinter seiner mächtigen Mama. (© Mike-Dennis Mueller)

In der Vogelwelt wurde auch fleißig gebrütet: Trotz eines kleinen Dramas bei den Weißstörchen gibt es jetzt zwei ansehnliche Mini-Störche. Hier hatte Frau Meier ja Herrn Meier verstoßen, nachdem dieser plötzlich fast flugunfähig geworden war. Nun läuft Herr Meier alleine oft am Johannisberg herum, während sich ein namenloser Ersatz-Herr-Meier bei Frau Meier angedient hat - und damit erfolgreich war. Beide brüten übrigens erstmals nicht gegenüber vom Meierhof, sondern weiter oben nahe des Bärengeheges.

Und sonst? Russische Gänse am kleinen Teich gegenüber der im Neubau befindlichen Watvogel-Anlage haben immerhin sieben Küken. Sie hören auf den Namen "Chomogory"-Gänse, sind fast weiß und durchaus ansehnlich. Ob das auch für die fünf Jungtiere der Moschusente gilt, liegt im Auge des Betrachters, das gilt auch für die vier einige Tage alten Felsentauben. Übrigens: Die Anlage für die Watvögel soll Ende Herbst fertig sein, das hofft zumindest Tierpark-Chef Herbert Linnemann. Bei Bauprojekten ist es in diesen Monaten ja immer so eine Sache mit Terminen.

Das Futter-Problem

Weiterhin nicht benutzbar sind die Futterautomaten, Linnemann: "Die Tiere kommen auch sehr gut ohne dieses Futter klar." Ein Satz, der eher noch sehr freundlich ausdrückt, was das Problem ist: Die Tiere bekommen oft zu viel Futter. Viele Besucher wollen füttern, "aber zu viel ist eben nicht gut für die Tiere".

Zumal das eigentlich für jede Art beste Futter immer im Gehege liegt. Und so erwähnt Hinker nebenbei, dass es durchaus Zoos mit generellem Futterverbot gebe - und das könnte auch eine Möglichkeit für Olderdissen sein. "Noch aber müssen wir darüber reden", betont Linnemann. Denn nicht immer sind ja wie jetzt gegen Schulende mehr als 1.000 Kinder gleichzeitig da, und fahren auch nicht immer 20 Reisebusse vor.

Jule und Max und die Arthrose

Keine Kinder mehr bekommen wird Jule, und ihr Sohn Max auch keines mehr zeugen. Die beiden Braunbären als wohl bekannteste Tiere Olderdissens befinden sich längst im Seniorenstatus - sie ist 32 Jahre alt, er 29. Arthrose-Medikamente sind ihr Alltag, sie hat zudem Blasenprobleme. Aber, gute Nachricht: Seine lange verletzte Pfote ist längst gut ausgeheilt, letztlich geht es beiden recht gut, so Hinker.

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