Arztbesuche und TherapieDiese Corona-Sonderregeln für Patienten gelten nicht mehr

Bisher durften Ärzte telefonisch krankschreiben, Therapeuten unbegrenzt Video-Sprechstunden anbieten. Ein Überblick, was sich für Patienten jetzt wieder ändert.

Björn Vahle

Volle Wartezimmer sollten lange vermieden werden. Viele Patienten werden bald trotzdem wieder häufiger in die Praxen müssen. - © CC0 Pixabay
Volle Wartezimmer sollten lange vermieden werden. Viele Patienten werden bald trotzdem wieder häufiger in die Praxen müssen. © CC0 Pixabay

Mit dem Ende der pandemischen Notlage sind viele Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Sonderregeln, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, Geschichte. Dazu zählten neben der Maskenpflicht auch Möglichkeiten, Arztbesuche zu vermeiden, wenn diese nicht zwingend notwendig waren. Psychotherapeuten bekamen mehr Möglichkeiten, ihre Patienten digital zu betreuen. Und die Medikamentenabgabe wurde vereinfacht.

Die meisten dieser Regeln sind nun ausgelaufen. Das gefällt nicht allen Beteiligten. Ein Überblick, was sich für Patienten nun wieder ändert.

Telefonische Krankschreibung

Wer an einer leichten Atemwegserkrankung leidet, kann sich aktuell noch telefonisch bis zu sieben Tage lang krankschreiben lassen. Die Krankschreibung muss nach einem ärztlichen Gespräch erfolgen und kann einmalig um weitere sieben Tage verlängert werden. Dies sollte nach Inkrafttreten der Regel im September 2020 insbesondere Wartezimmer voller potenziell corona-positiver Patienten zu vermeiden. Eltern konnten telefonisch auch eine sogenannte Kinderkrankmeldung anfordern. Beide Regelungen laufen am 31. Mai 2022 aus.

Medikamente und Rezepte

Auch bei Medikamenten galt in der Pandemie die Übergangsregel, dass Patienten zum Beispiel für ein weiteres Rezept vom selben Medikament nicht extra in die Arztpraxis kommen mussten. Auch konnten in Praxen bekannte Patienten telefonisch Rezepte anfordern und diese ohne tatsächlichen Arztbesuch bekommen und Ärzte durften mehr als die kleinste Packungsgröße verschreiben, um Patienten länger zu versorgen. All diese Regeln sind bereits zum 31. März ausgelaufen. Patienten müssen also im Regelfall auch für Rezepte wieder in der Arztpraxis vorstellig werden, sofern Ärzte keine anderen Regelungen getroffen haben.

Video-Sprechstunden

Bis zum September 2020 durfte der Anteil von Video-Sprechstunden von Ärzten nicht über 20 Prozent liegen. Das wurde dank einer Sonderregelung außer Kraft gesetzt. Auch Psychotherapeuten durften, sofern es möglich und hilfreich war, ihre Klienten digital betreuen. Diese Regelung wurde zum 31. März nun zurückgenommen, allerdings nicht ganz. So darf der Anteil neuerdings bei 30 statt bisher 20 Prozent liegen. Psychotherapeuten kritisieren das als Rückschritt. Die Ausweitung der digitalen Versorgung habe viel Therapie ermöglicht, die andernfalls ausgefallen wäre, bemängelt beispielsweise die Psychotherapeutenkammer NRW. Eine "deutliche Einschränkung der Möglichkeiten für Videosprechstunden oder telefonische Konsultationen" werde demnach nun zum "Aussetzen zahlreicher Behandlungen" führen.

Kinder-Früherkennungsuntersuchungen

Für kleinere Kinder gibt es vorgeschriebene Früherkennungsuntersuchungen. Eltern sind verpflichtet, diese bei Kinderärzten in einem vorgeschriebenen Zeitraum nach der Geburt der Kinder durchführen zu lassen. Für einige dieser Untersuchungen dürfen sie nun für einen Übergangszeitraum auch verspätet durchgeführt werden. Vom Gemeinsamen Bundesausschuss heißt es dazu: "Für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 gilt: Die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten können bis zum Ablauf von drei Monaten ab dem 31. März 2022 überschritten werden." So soll die Möglichkeit geschaffen werden, abgesagte, ausgefallene oder versäumte Untersuchungen nachzuholen.

Betreuung nach Krankenhausaufenthalt

Krankenhausärzte können Patienten vorerst weiter 14 statt sieben Tage nach einem Krankenhausaufenthalt häusliche Krankenpflege verordnen, insbesondere wenn der Besuch von Arztpraxen vermieden werden soll. Dasselbe gilt für das Verschreiben von Medikamenten oder Hilfsmitteln, sowie psychosoziale Betreuung oder ambulante Palliativversorgung. Die Regelung gilt noch bis zum 31. Mai.

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