Haltbarkeit verlängernSparen beim Einkaufen: Wie Sie Lebensmittel richtig lagern

Bei der Lagerung von Produkten im Kühlschrank lauern viele Fallen. Was Verbraucher beachten müssen und welche Lebensmittel sich als Nachbarn nicht vertragen.

Jessica Eberle

Besonders Speisereste und Käse lassen sich gut im oberen Kühlschrankfach lagern - weiter unten sollten Verbraucher besonders verderbliche Lebensmittel wie Fisch und Fleisch aufbewahren, weil es hier am lältesten ist. - © Symbolbild/Pixabay
Besonders Speisereste und Käse lassen sich gut im oberen Kühlschrankfach lagern - weiter unten sollten Verbraucher besonders verderbliche Lebensmittel wie Fisch und Fleisch aufbewahren, weil es hier am lältesten ist. © Symbolbild/Pixabay

Düsseldorf. Viele Lebensmittel landen in Deutschland laut der Verbraucherzentrale in NRW unnötig im Müll. Im Durchschnitt wird jedes achte Produkt weggeworfen. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht das etwa 82 Kilogramm pro Kopf, davon sind allein 44 Prozent an Obst und Gemüse. Pro Person gehen so etwa 235 Euro verloren. "Ein Grund für diese Verschwendung ist die falsche Lagerung", sagt Friederike Maretzke von der Verbraucherzentrale NRW und zeigt auf, welche Fehler viele Verbraucher machen und wie sie vermieden werden können.

Das richtige Kühlschrankfach

Um Lebensmittel haltbarer zu machen, kann der Lagerungsort im Kühlschrank entscheidend sein, weiß Ernährungsexpertin Friederike Maretzke: "Es gibt verschiedene Temperaturzonen im Kühlschrank." So sollten besonders verderbliche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst unten über dem Gemüsefach gelagert werden, weil es dort besonders kühl ist. Eine Stufe höher könnten Milchprodukte wie Joghurt, Sahne und Frischkäse gelagert werden. Das obere Fach eigne sich gut für Speisereste und Käse. Eier, die in vielen Kühlschränken ein Extra-Ablage im Seitenfach haben, sollten lieber in einem anderen Fach bei maximal sieben Grad gelagert werden. "Durch das ständige Öffnen und Schließen der Kühlschranktür sind Eier Temperaturschwankungen ausgesetzt und Keime können leichter eindringen."

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Äpfel und Salat vertragen sich nicht

Schuld daran, dass manche Lebensmittel sich buchstäblich nicht "vertragen" ist das Ethylen. "Dabei handelt es sich um ein Gas, das den Reifeprozess beeinflusst", erklärt die Ernährungsexpertin. Obst, das besonders viel von dem Gas produziert, könne daher den Reifeprozess anderer Obstsorten beschleunigen und diese so auch schneller verderben lassen. Besonders viel Ethylen geben zum Beispiel Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Birnen, Blaubeeren, Kiwis, Mangos, Nektarinen, Papayas, Pfirsiche, Pflaumen und Tomaten ab. Diese Obstsorten sollten nicht neben sehr ethylenempfindlichen Lebensmitteln wie Zucchinis, Salatköpfe und Artischocken gelagert werden, weiß Maretzke.

Diese Lebensmittel sind im Kühlschrank tabu

"Grundsätzlich gilt: Was im Supermarkt kühl gelagert wird, sollte auch zu Hause in den Kühlschrank", sagt die Ernährungsexpertin. Tomaten würden in vielen Haushalten fälschlicherweise im Kühlschrank landen. "Die Temperaturen für Tomaten im Kühlschrank sind eigentlich viel zu kalt, das Gemüse verliert sein Aroma und bildet schneller Schimmel. Ideal wäre ein dunkler Ort und etwa 12 bis16 Grad." Außerdem sollten Tomaten gut durchgelüftet, am besten in einer offenen Schale, gelagert werden. Nicht in den Kühlschrank gehören außerdem die sogenannten Südfrüchte wie Mangos, Grapefruits und Bananen - auch sie verlieren ihr Aroma an zu kühlen Orten und neigen zur Schimmelbildung.

Frischetricks für welkes Obst und Gemüse

Damit Salat länger frisch bleibt und nicht vertrocknet, sollte man ihn laut der Verbraucherzentrale NRW in einem Kunststoffbehälter lagern. Man könne den Salat aber auch mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Tuch umwickeln. Auch ungeschälten Weißspargel sollten Verbraucher in ein feuchtes Tuch oder Papier einwickeln, um ihn länger frisch zu halten. Um bräunlichen Verfärbungen bei geschälten Avocados entgegenzuwirken, sollten diese mit Zitrone beträufelt werden. Der Kern sollte nicht weggeworfen werden, weil auch er Verfärbungen vorbeugt. Damit Kartoffeln nicht frühzeitig schrumpfen oder grün werden, empfiehlt die Verbraucherzentrale, diese abzudecken. Kirschen sollten mit dem Stiel gelagert werden. Wichtig sei auch, dass sie erst kurz vorm Verzehr gewaschen werden, ansonsten würden sie matschig werden und schneller verderben.

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