Teure LebensmittelSparen beim Einkaufen: Welche nowaste-Apps lohnen sich?

Trotz der hohen Preise landen viele Tonnen Lebensmittel im Müll. Wie kann man das verhindern und dabei sogar noch sparen? Drei Ideen aus dem Netz.

Jemima Wittig

Über die App „too good to go" oder die Internetseite „Foodsharing" kann jeder zum Lebensmittelretter werden. - © Jemima Wittig
Über die App „too good to go" oder die Internetseite „Foodsharing" kann jeder zum Lebensmittelretter werden. © Jemima Wittig

Bielefeld. Lebensmittel werden immer teurer - dennoch landen allein in Deutschland jährlich rund zwölf Millionen Tonnen im Müll. Wie kann man das nicht nur verhindern, sondern vielleicht auch beim Einkaufen sparen? Eine Übersicht über drei digitale Angeboten, die auch in der Region vertreten sind:

"Too good to go"

Allein im Google Playstore wurde die App "Too good to go" mehr als 10 Millionen Mal heruntergeladen. Daran, dass die darin angebotenen Lebensmittel in Sekundenschnelle vergriffen sind, sieht man, dass sie auch in Ostwestfalen-Lippe rege genutzt wird.

Das Konzept ist einfach: Betriebe wie Bäckereien, Restaurants oder Supermärkte geben in der App an, ob bei ihnen etwas übrig bleibt, das sie abends sonst entsorgen müssten. Nutzer können die übrigen Lebensmittel, die sogenannten "Magic Bags" für wenig Geld erhalten. Sie können sich dann - meist in den Abendstunden - in Supermärkten Obst, in diversen Bäckereien Backwaren und in Restaurants sogar etwas vom Buffet abholen. Der Inhalt der Tüte ist unterschiedlich und wird überwiegend von den Betrieben gepackt. Manchmal kann sich der Kunde aus übrigen Lebensmitteln auch etwas aussuchen. Bezahlt wird im Voraus über die App.

Nahmen Ende 2018 nur rund 20 Betriebe in der Region an der Aktion teil, sind es inzwischen allein in Bielefeld mehr als 20. Über eine Karte kann man sich teilnehmende Unternehmen in der Nähe anzeigen lassen.

"Foodsharing"

Die Internetplattform "Foodsharing" wurde 2012 in Berlin gegründet. Inzwischen machen nach eigenen Angaben weltweit fast eine viertel Million Menschen mit. "Unser langfristiges Ziel ist es, die Wegwerfkultur von Lebensmitteln und anderen Ressourcen zu vermindern. Wir retten Lebensmittel in privaten Haushalten sowie von Betrieben", heißt es zur Erklärung. Über eine Karte können Nutzer Essenskörbe mit überschüssigen Lebensmitteln holen oder anbieten.

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Einige Organisationen - wie etwa die Katholische Hochschule in Paderborn oder die Wandel Werkstatt in Detmold - haben auch sogenannte Fairteiler aufgestellt, also Regale oder Kühlschränke, aus denen man ebenfalls kostenlos Lebensmittel abholen oder hineintun kann. Hier muss man sich nur vorab über die Öffnungszeiten informieren.

Auch Betriebe können an der Aktion teilnehmen. In Bielefeld gibt es eine Ortsgruppe, die dort die überschüssigen Lebensmittel abholt und weiterverteilt. Nach eigenen Angaben nehmen daran mehr als 40 Betriebe teil.

"Zu gut für die Tonne!"

Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft will gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen. Im Rahmen der Informationsinitiative "Zu gut für die Tonne!" will das BMEL nach eigenen Angaben ein Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln in der gesamten Kette schaffen. Über die Internetseite und die App "Zu gut für die Tonne" bietet es darum auch Ideen für die Verwertung von Lebensmitteln.

Bei der Suche nach Rezepten kann man entweder einer alphabetischen Liste folgen, oder bis zu drei Zutaten angeben, die man verwenden möchte. Zudem kann man mit der App eine Einkaufsliste schreiben oder Tipps zur richtigeren Lagerung und Haltbarkeit nachschlagen. Trotz mehr als einer halben Million Downloads im Google Play Store sind die Rezensionen allerdings eher kritisch - zu wenig Rezepte, keine Suchfunktion - sind einige der Kritikpunkte.

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