Ukraine-KriegKälteres Wasser in Schwimmbädern: In Bielefeld wird jetzt gespart

Die Bundesregierung hat den "Notfallplan Gas" aktiviert. Auch Kommunen sind zum Energiesparen aufgerufen. Die Stadtwerke haben reagiert.

Alexandra Buck

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Bielefeld. Aus Sorge vor einem Gas-Lieferstopp von Russland hat Wirtschaftsminister Robert Habeck Ende März den Gas-Notfallplan aktiviert. Macht Putin seine Ankündigung wahr, drohen in Europa massive Engpässe in der Gasversorgung. Für Industrie und Verbraucher müssen nun Wege gefunden werden, die Versorgung zu sichern, selbst wenn aus Russland kein Gas mehr kommt. Die Bundesnetzagentur hat Verbraucher Firmen und Kommunen zum Energiesparen aufgerufen. Darauf haben jetzt die Bielefelder Stadtwerke reagiert.

"Die Bielefelder Bäder leisten einen Beitrag zum Energiesparen und folgen dem Aufruf der Bundesregierung: In den Hallenbädern Ishara, AquaWede, Sennestadt-Bad und Familienbad Heepen wird die Wassertemperatur in den Schwimmerbecken ab Donnerstag, 7. April, um ein Grad auf 27 Grad abgesenkt", heißt es bei den Stadtwerken. In allen anderen Becken bleibe die Temperatur demnach wie gehabt. Die Temperaturabsenkung spare, gerechnet auf alle vier Schwimmbäder, pro Woche den jährlichen Energiebedarf einer vierköpfigen Familie ein. Ein Ende der Maßnahme sei nicht festgelegt.

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Je mehr gespart wird, desto leichter wird es im Herbst und Winter

Die Bundesnetzagentur ruft Kommunen, Unternehmen und auch Privathaushalte zum Energiesparen auf. Präsident Klaus Müller: "Deutschland muss jetzt die Gasspeicher füllen. Je mehr eingespart wird, desto leichter wird die Situation im Herbst oder Winter. Ein Grad weniger Raumtemperatur hilft schon einzusparen."

Der "Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland" ist in drei Stufen aufgeteilt. Die aktuell gültige Frühwarnstufe besagt, dass ein Ereignis wahrscheinlich bevorsteht, das zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgung führt. Schritt 2 ist die Ausrufung der Alarmstufe. Sie tritt ein, wenn die Gasversorgung bereits gestört ist, aber noch stabilisiert werden kann.

Ist die dritte Stufe, die Notfallphase, erreicht, greift der Staat ein. Das passiert, wenn Reserven ausgeschöpft sind und kein Gas für den freien Verkauf mehr vorhanden ist. Der Staat übernimmt dann die Aufgabe der so genannten "hoheitlichen Zuteilung". Die Bundesnetzagentur ist für die Regulierung zuständig und müsste im Falle der Notfallphase über Abschaltungen entscheiden. Private Haushalte und soziale Einrichtungen würde das zuletzt treffen.