GüterslohNachfolge für wichtigen Posten in Gütersloh gesucht: Nur zehn Bewerbungen

Die Erste Beigeordnete hat schon im Mai ihren letzten Arbeitstag. Die Neuwahl ist im Juni vorgesehen. Es könnte aber auch anders kommen.

Rainer Holzkamp

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Gütersloh. Es ist einer der verantwortungsvollsten Posten, den die Stadt zu vergeben hat: das Amt eines Beigeordneten. Aber selbst dieser Umstand genügt nicht, um Bewerber wie in früheren Zeiten scharenweise anzulocken. Die Anzahl der Aspiranten für die Nachfolge der Ersten Beigeordneten und Kämmerin Christine Lang, die in Kürze mit 63 Jahren vorzeitig in den Ruhestand geht, ist gerade einmal zweistellig. Exakt zehn Bewerbungen sind eingegangen. Das bestätigte die Verwaltung auf Anfrage.

Zum Vergleich: Als es im vorigen Sommer um die Besetzung der neuen Stelle des fünften städtischen Beigeordneten mit dem Schwerpunkt Digitalisierung ging, hatte der Rat die Wahl unter 14 Bewerbern. Sechs mehr, immerhin 20, waren es 2016, als ein neuer Stadtbaurat für den zwischenzeitlich zum Bürgermeister avancierten Amtsinhaber Henning Schulz gesucht wurde.

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Und schon damals lautete die ernüchternde Erkenntnis: „Der Markt gibt einfach nicht mehr her." Die Frist wurde verlängert, und es kam eine Handvoll Bewerber hinzu. Gewählt wurde schließlich allerdings eine Kandidatin, die bereits in der ersten Runde dabei war: Nina Herrling, die CDU und Grüne nach der Kostenexplosion bei der 3. Gesamtschule inzwischen am liebsten abgesägt hätten, die jedoch ihren Posten behalten hat.

Nicht die Masse an Bewerbungen sei entscheidend

Nun also gerade einmal zehn Bewerbungen. Als ob es die CDU nicht schon vor Monaten in der Diskussion um die Stellenausschreibung geahnt hätte. Wie könne eine vernünftige Ausschreibung erfolgen, wenn die Mehrheit im Rat erst nach der Stellenbesetzung festlegen wolle, in welchen Geschäftsbereich die Kämmerei zu verorten sei, hatte Heiner Kollmeyer als Vorsitzender der größten Fraktion moniert und damit Grüne, SPD, BfGT und Linke kritisiert.

Die Verwaltung sieht die Angelegenheit nach einem Blick in die eingegangenen Unterlagen offenbar gelassen. Die Bewerbungen würden von den Voraussetzungen her die ganze Bandbreite von Qualifikationen abdecken, heißt es auf Nachfrage. Personal-Beigeordneter Carsten Schlepphorst: „Nicht die Masse der Bewerbungen ist zwingend ausschlaggebend, da wir am Ende genau eine Person brauchen, die die Stelle ideal ausfüllen kann." Ein sogenannter Headhunter käme, so Schlepphorst, nur zum Einsatz, wenn das laufende Bewerbungsverfahren abgebrochen würde.

Welche Themen der Nachfolger abdecken soll

Wie berichtet, soll der Lang-Nachfolger sich vor allem um die Themen Umwelt und Klimaschutz kümmern. Zu seinem Geschäftsbereich gehören aber auch die Ressorts Grünflächen, Stadtentwässerung, Stadtreinigung, Ordnung und Recht. Bei einem geeigneten Bewerber oder einer Bewerberin sei die Wahl vor der Sommerpause des Rates vorgesehen, teilt die Verwaltung mit.

Christine Lang, seit 35 Jahren in Diensten der Stadt und seit 2008 Erste Beigeordnete, geht am 1. August offiziell in Ruhestand. Ihr letzter Arbeitstag ist in der zweiten Maiwoche. Im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz (AUK) wurde sie unlängst mit Dankesworten des Vorsitzenden Martin Noack (Grüne) verabschiedet. Langs konstruktives Wirken sei von extremer Rationalität geprägt gewesen, von Logik und scharfem Verstand. Der Hobbyseglerin wünschte Noack „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel".

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