Ukraine-KriegSonnenblumenöl ausverkauft? Das sind die zehn besten Alternativen

Der Krieg in der Ukraine hat hierzulande zu einer Knappheit an Speiseölen geführt. Vielen gelten sie in der Küche als unverzichtbar. Dabei kommt nicht jedes Öl für jeden Zwecke in Frage.

Alexander Graßhoff

Die Nachfrage nach Speiseöl in Deutschland ist nach Beginn des Ukraine-Krieges zeitweise stark gestiegen. - © dpa
Die Nachfrage nach Speiseöl in Deutschland ist nach Beginn des Ukraine-Krieges zeitweise stark gestiegen. © dpa

Es ist eine Ölkrise der besonderen Art: Wo sich sonst Sonnenblumenöl Flasche an Flasche reiht, stoßen Verbraucher aktuell auf leere Regale. Hintergrund ist der Ukraine-Krieg. Das Land gehört weltweit zu den größten Exporteuren des Öls. Doch hinter Aussaat, Ernte und Lieferung steht seit dem Überfall Russlands ein großes Fragezeichen. Viele Menschen versuchen sich vorsorglich einzudecken. Supermärkte reagieren darauf mit einer Beschränkung der Abgabemengen. Kunden müssen deswegen flexibel sein und am Herd notfalls auch mit anderen Ölen zurecht kommen. Ein Überblick.

Zum Braten und Backen

Zugegeben: Auch Rapsöl ist mittlerweile oft vergriffen. Doch wer noch eine Flasche findet, hat eine gute Alternative zum Sonnenblumenöl in der Hand. Denn ähnlich wie Sonnenblumenöl lässt es sich gut erhitzen. Beide haben einen hohen Rauchpunkt. Damit ist die Temperatur gemeint, ab der sich beim Erhitzen sichtbarer Rauch bildet. Zudem schmeckt auch Rapsöl relativ neutral und enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Laut dem Magazin "Öko-Test" handelt es sich deswegen grundsätzlich um ein gesundes Produkt.

Lesen Sie auch: OWL-Wirte verzweifelt: Fliegen POmmes von der Speisekarte?

Auch andere Öle haben einen hohen Rauchpunkt. Dazu zählt etwa Kokosöl. Es kann für ein besonderes Aroma sorgen und eignet sich besonders für asiatische Gerichte. Laut der Verbraucherzentrale gibt es jedoch Vorbehalte. So liefern Raps-, Walnuss- und Olivenöl mehr gesunde Fette. Außerdem wachsen Kokospalmen nur in tropischen Regionen. Das daraus gewonnene Öl hat deswegen schon einen langen Transportweg hinter sich, ehe es hierzulande im Regal landet.

Auch Olivenöl lässt sich gut zum Braten und Backen verwenden. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) erklärt, geht das sowohl mit raffiniertem wie auch nativem – kaltgepressten – Olivenöl. Laut dem Magazin "Öko-Test" sollte kaltgepresstes Öl nicht zu stark erhitzt werden, weil sich dabei krebserregende Stoffe bilden können. Natives Olivenöl kann Pizza und Brot ein mediterranes Aroma verleihen, bemerkt die Verbraucherzentrale NRW.

Lesen Sie auch: Krieg, Corona. Hamsterkäufe: Diese Regale leeren sich im Supermarkt

Auch Mineralwasser kann zum Braten benutzt werden. Laut dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" ist dabei zu beachten, dass eine beschichtete Pfanne verwendet und Wasser nur löffelweise dazugegeben wird. Außerdem sollte das Essen gut gewürzt werden, weil mit dem Öl auch Fett als Geschmacksträger fehlt. Auch mit Schweineschmalz kann man braten – für Menschen, die sich vegan oder vegetarisch wäre das jedoch keine Alternative. Daneben kommen fürs Braten Margarine in der Vollfettvariante in Frage. Butter kann zum Dünsten genutzt werden. Für das Braten bei hohen Temperaturen ist es jedoch eher ungeeignet. Laut dem Magazin "Öko-Test" können dabei einige Bestandteile der Butter, wie Milchzucker und Eiweiß, verbrennen.

Fürs Frittieren

Das Verbrauchermagazin "Öko-Test" empfiehlt für das Frittieren vor allem raffinierte, eher geschmacksneutrale Fette. Neben Rapsöl kommt Butterschmalz in Frage.

Für Kaltspeisen

Kaltgepresste Öle eignen sich generell weniger fürs Erhitzen. Dafür können sie gut in Kaltspeisen wie Salatdressings, Dips und Desserts verwendet werden. Leinöl macht sich gut in Salaten. Daneben passt es laut Bundeszentrum für Ernährung auch zu Kartoffeln mit Quark. Kürbiskernöl ist reich an Vitamin E und zählt zu den teuren Ölen. Mit seinem besonders aromatischen Eigengeschmack passt es gut zu Rohkostgerichten. Erdnussöl hingegen ist im Geschmack eher mild. Salaten verleiht es eine leicht nussige Note.

Zur schnellen Orientierung

Um sich auch im Laden schnell zu orientieren, rät die Verbraucherzentrale: "Achten Sie auf die Packungshinweise, inwieweit die Produkte zum Braten und Backen geeignet sind." Als grobe Orientierung gelte folgende Faustformel: Kaltgepresste Öle sollten vornehmlich für die kalte Küche genutzt werden. Raffinierte Öle für die heiße Küche. Und vor sowie nach Gebrauch sollten Speiseöle dunkel und kühl gelagert werden.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.