Gewitter angekündigtZahlreiche Einsätze: Sturm "Ylenia" fegt durch OWL - mit Live-Ticker

In der Nacht zum Donnerstag sorgt das Orkantief für viele Polizeieinsätze durch umgestürzte Bäume. Die Bahn stellt in einigen Bundesländern den Fernverkehr ein.

Björn Vahle, Désirée Winter

Am Hauptbahnhof Bielefeld weist die Anzeigetafel auf mehrere Zugausfälle hin. - © picture alliance/dpa
Am Hauptbahnhof Bielefeld weist die Anzeigetafel auf mehrere Zugausfälle hin. © picture alliance/dpa

Der Sturm „Ylenia" hat in Nordrhein-Westfalen in der Nacht für zahlreiche Polizeieinsätze gesorgt. Schwere Unfälle habe es jedoch zunächst nicht gegeben und auch verletzt wurde niemand, sagte eine Sprecherin der landesweiten Polizei am Donnerstagmorgen. Die Schülerinnen und Schüler in NRW durften am Donnerstag wegen des Sturms zu Hause bleiben.

Die Deutsche Bahn hat am Morgen den Fernverkehr in den nördlichen Bundesländern vorsichtshalber eingestellt, Auswirkungen gebe es aber auch in NRW. Die Regelung gelte "voraussichtlich bis Samstag", heißt es auf der Webseite der Bahn. Für Donnerstag werden im Westen außerdem schwere Gewitter erwartet, im Sauerland Dauerregen.

In NRW seien vor allem Bäume oder Verkehrszeichen auf die Straße gefallen, sagte die Polizeisprecherin. Die Polizei in Münster berichtet von insgesamt 21 Einsätzen solcher Art in der Nacht. Elf Mal sei dabei eine Autobahn betroffen gewesen, so der Sprecher. Große Verkehrsbeeinträchtigungen habe es allerdings nicht gegeben.

Die Lage in OWL

In Paderborn hat eine vom Dach gewehte Photovoltaikanlage einen Schaden von rund 30.000 Euro verursacht. Teile der Anlage hätten dabei ein parkendes Auto getroffen, sagte ein Sprecher der Polizei Paderborn. Die Feuerwehr habe die Anlage gesichert. In dem Kreis gab es nach Polizeiangaben in der Nacht zwischen 24 Uhr und halb drei Uhr rund 35 Einsätze. Die Polizei bittet darum, vorsichtig zu fahren.

Im Kreis Höxter hat das Sturmtief für umgekippte Mülltonnen und Zäune gesorgt. Wegen umgestürzter Bäume sind die Landesstraße 763 und die Kreisstraße 26 in Willebadessen in Richtung Kleinenberg gesperrt worden. Besonders traf es die Mitte des Kreises, insbesondere das Stadtgebiet Brakel, wo mehrere Bäume die Verkehrswege versperrten. Aber auch die Löschgruppen und -züge aus den Städten Beverungen, Höxter, Nieheim, oder Willebadessen hatten mehrere Einsätze zu bewältigen. Bäume und Äste stürzten nicht nur auf viele Kreis- und Landstraßen, sondern auch auf die Bundesstraßen B252, B64/83 oder die B83.

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Im Kreis Herford waren in der Nacht zu Donnerstag 300 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Mehrere Bäume stürzten auf Autos, in Löhne fiel eine Eiche auf ein Wohnhaus. Verletzt wurde aber niemand."Der Sturm ist nicht vergleichbar mit Kyrill", sagte Kreisbrandmeister Bernd Kröger über die aktuelle Lage im Vergleich mit dem schweren Orkan aus dem Jahr 2007. Im Kreis Minden-Lübbecke waren mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt, unter anderem in Preußisch Oldendorf und Lübbecke.

Bahn stellt Fernverkehr in mehreren Ländern ein

Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. Der Zugverkehr sei in weiten Teilen Deutschlands stark eingeschränkt, sagte ein Bahn-Sprecher am Donnerstagmorgen. „In der Nordhälfte verkehren bis in die Mittagsstunden keine Züge im Fernverkehr." Das betrifft Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Auswirkungen gebe es aber voraussichtlich bis Samstag auch in anderen Bundesländern, darunter NRW.

Umgestürzte Bäume sorgen für viele Polizeieinsätze. - © picture alliance/dpa/JOTO
Umgestürzte Bäume sorgen für viele Polizeieinsätze. (© picture alliance/dpa/JOTO)

Im Regionalverkehr in OWL sind unter anderem die Nordwestbahn und die Eurobahn betroffen. Die Nordwestbahn hat den Betrieb der Senne-Bahn nach Paderborn sowie des Haller Willems nach eigenen Angaben eingestellt. Die Eurobahn fährt Bielefeld wegen des Sturms bis voraussichtlich Donnerstagabend nicht an.

Auch anderswo komme es zu Zugausfällen und Verspätungen. In Niedersachsen sei aufgrund der Sturmschäden südlich von Hamburg kein Zugverkehr möglich. Wegen des noch andauernden Sturms ist mit weiteren Störungen zu rechnen. Die Bahn bittet darum, sich vor Fahrtantritt über eventuelle Einschränkungen zu informieren. Bei unwetterbedingten Ausfällen stehen Fahrgästen unter Umständen Erstattungen zu.

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