Einsatz am BahnsteigSchulschwänzer fliegen auf und bringen sich in Lebensgefahr

Drei Jugendliche hatten jetzt offenbar keine Lust auf Schule - stattdessen setzten sie sich in einen ICE nach Bielefeld. Doch dann lief alles aus dem Ruder.

Jens Reichenbach

Die Bundespolizisten am Bahnsteig konnten nur einen der drei Jugendlichen aufhalten. - © Symbolfoto: Wolfgang Rudolf
Die Bundespolizisten am Bahnsteig konnten nur einen der drei Jugendlichen aufhalten. © Symbolfoto: Wolfgang Rudolf

Bielefeld. Drei jugendliche Schulschwänzer aus Herford sorgten am Montag, 17. Januar, für großes Entsetzen bei der Polizei. Die Beamten der Bundespolizei sollten das Trio eigentlich nur wegen Schwarzfahrens aus dem ICE von Herford nach Bielefeld holen. Doch dann reagierten zwei wirklich unangemessen.

Wie die Bundespolizei mitteilte, hatte die Jugendlichen (14 bis 15 Jahre) offensichtlich wenig Lust auf die Schule. Stattdessen setzten sie sich ohne Fahrschein in einen ICE, um sich in Bielefeld zu vergnügen. Bei der Fahrscheinkontrolle fielen sie allerdings auf. Die Zugbegleiterin rief umgehend die Bundespolizei zu Hilfe. Doch als die Bahn am Bahnsteig einfuhr, türmte einer der Drei zum Zugende und sprang schließlich aus dem Zug. Über drei Gleise hinweg flüchtete er in Richtung Innenstadt.

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Als er den Ausweis zu zücken schien, sprang auch der Zweite los

Seine beiden Begleiter wurden derweil an die Bundespolizei übergeben, heißt es. Als einer der beiden vermeintlich seinen Ausweis aus der Tasche holen wollte, ergriff nun auch dieser die Flucht und begab sich auf die gleiche Weise in Lebensgefahr: Er flüchtete ebenfalls über drei Gleise in Richtung Innenstadt.

Die Beamten nahmen den dritten Jugendlichen zur Wache und werteten schleunigst die Videoüberwachung vom Hauptbahnhof aus. Noch im Bahnhofsgebäude erkannte eine Streife die Jugendlichen von den Kamerabildern wieder und stellte das Duo. Auf der Wache wurde für alle drei ein Strafverfahren wegen Leistungserschleichung eingeleitet. Dem geflüchteten Duo machten die Beamten „die Gefährlichkeit ihres lebensgefährlichen Handelns deutlich".

Lebensgefahr für ein 13-Euro-Ticket

Der Preis für ihre Fahrkarte hätte 13 Euro ausgemacht. Neben der Strafanzeige wegen Schwarzfahrens wurde ein weiteres Verfahren wegen der Gleisüberschreitungen gegen sie eingeleitet. „Glücklicherweise haben sie die Situation unverletzt überstanden. Es kam zu keinen Behinderungen des Bahnverkehrs."

Die Bundespolizei warnt in eindringlich vor dem Betreten von Gleisanlagen: „Züge können nicht ausweichen und haben einen sehr langen Bremsweg. Sie nähern sich mit hoher Geschwindigkeit beinahe lautlos."