Corona-ProtesteHunderte bei Gegenkundgebungen gegen "Spaziergänge" in OWL

In NRW gingen Tausende am Montag auf die Straße, um gegen Corona-Maßnahmen oder als Befürworter der Corona-Politik zu demonstrieren. Es blieb meist friedlich.

Anke Groenewold, Björn Vahle

Teilnehmer einer Demonstration gegen eine Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen in Köln tragen Schilder mit den Aufschriften "Lasst unsere Kinder aus eurem Wahn" und "Lasst euch Impfen". - © picture alliance/dpa
Teilnehmer einer Demonstration gegen eine Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen in Köln tragen Schilder mit den Aufschriften "Lasst unsere Kinder aus eurem Wahn" und "Lasst euch Impfen". © picture alliance/dpa

In OWL haben am Montag wieder Menschen gegen die Corona-Politik protestiert. Vielerorts trafen sich Menschen in losen Gruppen, die meisten ohne Masken. Laut Polizei blieb es meist friedlich, die Beamten griffen aber teilweise härter durch als noch zuletzt - zum Beispiel in Bielefeld.

Hier kesselte die Polizei die selbsternannten "Spaziergänger" ein, die ihre Kundgebungen nicht angemeldet hatten. Mehrfache Aufrufe, die Maskenpflicht zu befolgen, waren zuvor ungehört verhallt. Daraufhin riegelten die Beamten mit Einsatzfahrzeugen eine Straße ab, für etliche Teilnehmer gab es Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten.

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In Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Harsewinkel und Verl hatten nach Angaben der Polizei insgesamt rund 900 Menschen an derartigen Versammlungen teilgenommen – fast alle Versammlungen waren unangemeldet und getarnt als "Spaziergänge". Angemeldet war dagegen eine Gegendemonstration in der Gütersloher Innenstadt. 600 Menschen waren nach offiziellen Angaben dem Aufruf eines breiten Bündnisses verschiedener Jugendorganisationen gefolgt, um ein Zeichen für Solidarität zu setzen.

Auch in Bünde nahm der Protest gegen die "Spaziergänger" zu. Rund 250 Menschen versammelten sich, um gegen die Gegner der Corona-Maßnahmen zu demonstrieren - mehr als in der Woche zuvor. Die Corona-Gegner ließen sich davon aber nicht aufhalten: Am Bünder Rathaus fanden sich 250 "Spaziergänger" ein. Die Polizei, die in dem Treffen eine Versammlung sah, griff diesmal früh ein. Die Demonstration blieb weitestgehend friedlich.

1.500 Gegner der Corona-Maßnahmen, die meisten ohne Maske, zählte die Polizei am Montagabend in Paderborn, 1.000 weniger als in der Vorwoche. 250 Menschen fanden sich zum Gegenprotest ein.

Im Kreis Höxter waren ebenfalls wieder Corona-Maßnahmen-Kritiker unterwegs. Die Gegenkundgebungen in Warburg und Bad Driburg waren gut besucht. Bei allen angemeldeten Veranstaltungen blieb es laut Polizei ruhig.

180 Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen zählte die Polizei in Bad Oeynhausen. Polizei und Ordnungsamt verhängten 27 Bußgelder wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht.

Lautstark Meinungen ausgetauscht

In ganz Nordrhein-Westfalen waren am Montagabend Tausende auf die Straße gegangen, um gegen Corona-Maßnahmen oder als Befürworter der Corona-Politik zu demonstrieren. In der Kölner Innenstadt waren je rund 1.000 Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen und Teilnehmer einer Gegendemonstration unter dem Motto „Köln ist solidarisch" aufeinandergetroffen. Die unterschiedlichen Lager hatten am Neumarkt „lautstark ihre Meinungen ausgetauscht", sagte ein Polizeisprecher. Alles sei aber ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen.

In Duisburg waren es bis zum frühen Abend etwa 500 Gegner der Corona-Maßnahmen und 55 Gegendemonstranten. Einige Gegner der Corona-Maßnahmen verstießen laut Polizei gegen die Maskenpflicht. Gegen sie seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

In Dortmund wuchs die Zahl der Corona-„Spaziergänger" am Abend auf rund 1.400 an. Die Polizei vereinbarte daraufhin mit der Versammlungsleiterin, den Protestzug zu teilen, wie sie mitteilte. Gegen 20.45 Uhr wurde die Demo von der Versammlungsleiterin beendet.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte vergangene Woche in einem WAZ-Interview die zahlreichen oft unangemeldeten Proteste als „erhebliche Herausforderung" für die Polizei bezeichnet.

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