Dringend Hilfe benötigtNotfall: Bielefelderin mit Sohn und neun Katzen aus der Wohnung geworfen

Die verzweifelte Bielefelderin braucht dringend eine neue Bleibe. Doch mit neun Katzen hat sie kaum eine Chance. Wer kann helfen?

Alexandra Buck

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild © CC0 Pixabay

Bielefeld. Vermieter und Haustiere - das ist schon lange eine schwierige Gemengelage: Viele sehen Mieter mit Tieren ungern in ihren Wohnungen. Womöglich haben sie Vorurteile oder tatsächlich schlechte Erfahrungen gemacht. Für Tierhalter ist die Situation angesichts der immer dramatischeren Wohnungsknappheit derzeit besonders kritisch.

Wie aussichtslos es tatsächlich ist, mit Tieren eine Wohnung zu finden, das bekommen derzeit eine Bielefelderin (50) und ihr Sohn (16) mit ihren Katzen zu spüren. Wegen einer Erbschaftsstreitigkeit verlieren die Bielefelder und ihre neun Notfallkatzen, die im Norden der Stadt leben, in kürze ihr Zuhause.

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Neben zahlreichen Absagen habe bislang nur ein Vermieter eine Zusage gegeben, die aber kurzfristig wieder zurückgenommen wurde. Ein Mieter im Haus hatte eine Katzenhaarallergie angegeben. Ob vorgeschoben oder nicht - es gibt eben Vorbehalte.

"Ich habe durchaus Verständnis"

Dass die Bielefelderin eine erfahrene Tierhalterin ist, alle Tiere gepflegt, kastriert, gekennzeichnet, angemeldet und grundimmunisiert sind, hilft ihr derzeit wenig. Und sie hat durchaus Verständnis: "Ich bin mir im Klaren darüber, wie das klingen muss - Frau mit neun Katzen und Kind. Da ruft wohl niemand 'Juhu'."

Doch sie hofft auf Verständnis und versichert, dass alle stubenrein und Freigänger sind, also besonders im Sommer eher wenig Zeit in der Wohnung verbringen. "Außerdem sind wir finanziell abgesichert." Zudem ist sie Teil eines Netzwerks aus Tierfreunden und Tierschützern, die einander unterstützen.

Wenn es gar nicht anders geht, wäre sie inzwischen so weit, vier der Katzen abzugeben. Sie steht in engem Kontakt zu einem kleinen Tierschutzverein im Raum Lippe, der bereit wäre, die vier Katzengeschwister aufzunehmen. "Schöner wäre natürlich, wir könnten sie alle mitnehmen." Alle Tiere sind ehemalige Notfälle, ausgesetzt, weggeworfen, ein Kater ein Hospiztier, das wegen einer Krebserkrankung wohl nicht mehr lange lebt. "Es werden also garantiert nicht mehr, sondern eher weniger Katzen mit der Zeit."

"Wir sind nicht anspruchsvoll"

Der Sohn der Bielefelderin besucht die Realschule und möchte das Abitur machen. Die Bielefelderin selbst ist Altenpflegerin und beginnt demnächst ein Pflegeseminar bei der AWO.

Gesucht wird eine neue Bleibe, am liebsten eine Hofwohnung oder ähnliches, möglichst am Stadtrand im Bielefelder Norden (Jöllenbeck, Theesen, Vilsendorf) oder dem Umland (Häger, Spenge, Enger, Westerenger). Gern ruhig gelegen und weit ab von großen Straßen, damit sich die Katzen draußen gefahrlos bewegen können. "Wir sind nicht anspruchsvoll und natürlich auch bereit, anzupacken, zu renovieren und zu reparieren."

Wer helfen möchte, kann sich unter oktober27@web.de direkt an die Bielefelderin wenden.

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