Ausgediente WeihnachtsbäumeAus alt mach neu: Tipps für die Weiterverwendung von Christbäumen

Sie begleiten viele Menschen während der Feiertage und oft auch schon in der Adventszeit. Wie die Bäume auch nach Weihnachten weiter genutzt werden können und was nicht ratsam ist, das verrät eine Expertin.

Désirée Winter

Nach der Weihnachtszeit werden die Christbäume oft schnell entsorgt. Sie können aber auch weiterverwendet werden. - © Symbolbild: Pixabay
Nach der Weihnachtszeit werden die Christbäume oft schnell entsorgt. Sie können aber auch weiterverwendet werden. © Symbolbild: Pixabay

Düsseldorf. Die Weihnachtszeit ist vorbei und Dekoration, Baumschmuck und Kerzen werden wieder in den Kisten verstaut. Für viele Menschen steht auch die Entsorgung der Weihnachtsbäume bevor. Doch müssen die ausgedienten Bäume überhaupt sofort entsorgt werden oder gibt es nachhaltige Möglichkeiten der Weiterverwendung?

"Manchmal rufen Zoos zu Baumspenden auf, damit die Tiere an den Zweigen knabbern können", sagt Friederike Farsen, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW. Damit die Tiere keine Schadstoffe fressen, müssten die Bäume dafür allerdings biozertifiziert sein. "Am besten sollten auch die Zoos vorher angerufen werden, um genau zu besprechen, ob eine Baumspende gewünscht ist und was benötigt wird", so Farsen. Denn im Zweifel könne damit auch ein hoher Schaden angerichtet werden.

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Wer einen Garten besitzt, hat ein paar zusätzliche Möglichkeiten: So könnten die Bäume auch in den Garten gestellt werden, bis sie alle Nadeln verloren haben. "Wenn die Stämme und Zweige anschließend gehäckselt werden, lässt sich daraus ein guter eigener Rindenmulch produzieren", erklärt Farsen. Dieser könne dann spätestens im eigenen Frühjahr für Beete genutzt werden.

Info

Wo es Biobäume zu kaufen gibt, lässt sich über "Robin Wood" schnell herausfinden. Auf der Webseite gibt es eine Liste mit Verkaufsstellen von Öko-Weihnachtsbäumen, die passend zum Beginn der Adventszeit aktualisiert wird. Außerdem können die Verbraucher auch einige Tipps finden, worauf bei Öko-Bäumen geachtet werden sollte.

Wenn alles klappt, dann wächst der Baum weiter

Es sei auch möglich, den Baum zu kompostieren, doch das würde vergleichsweise lange dauern und sich daher nicht unbedingt eignen. Wurde der Baum noch mit Wurzeln gekauft und in eingetopft, kann er bei entsprechenden Witterungsverhältnissen wieder eingepflanzt werden.

"Dafür ist es wichtig, dass der Baum nicht zu lange in den warmen Innenräumen gestanden hat. Wenn das Wetter ein paar Tage nach Weihnachten mild ist, sollte er entweder direkt eingepflanzt oder zunächst in die Garage gestellt werden", sagt Farsen. In der Garage sei es trocken und der Baum könne sich langsam an die Außentemperatur gewöhnen.

Werde er ohne Zwischenlagerung bei Kälte eingepflanzt, so sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Baum kaputt friert. "Man braucht dafür etwas Glück und ein gutes Fingerspitzengefühl. Wenn alles klappt, dann wächst der Baum weiter und kann im Folgejahr wieder als Weihnachtsbaum genutzt werden", so Farsen. Auch als Abdeckung für Stauden oder andere Pflanzen, die gut durch den Winter kommen sollen, würden sich die Zweige gut eignen, solange sie nicht zu stark nadeln.

Die Verwendung als Brennholz erfordert eine lange Lagerungszeit

Als Kaminholz eigneten sich Tannen oder Fichten nur bedingt. "Das Holz ist sehr harzhaltig und muss sehr lange gelagert werden, bevor es als Kaminholz eingesetzt werden kann. Ansonsten gibt es einen starken Funkenflug", weiß Farsen. Wer allerdings den Platz für die Lagerung hat, der könne das Holz durchaus für den Kamin nutzen.

Am besten werde dann mit kleinen Stücken getestet, wann der Zeitpunkt geeignet ist. Es gibt aber auch Verwendungsmöglichkeiten, die sich zwar gut anhören, von denen aber abzuraten sei. So sei das Holz auch für Schnitzereien zu harzhaltig und könne nur mit bestimmten Werkzeugen gut verarbeitet werden.

Auch für selbstgemachte Badezusätze oder Tees eigne sich der Weihnachtsbaum nicht unbedingt. "Diese Tipps tauchen im Netz immer wieder auf. Weihnachtsbäume sind aber nicht zum Verzehr gedacht. In den meisten Fällen sind sie mit Mitteln gegen Pestizide gespritzt. Wenn ein Tee daraus gemacht werden soll, dann sollte der Baum auch Bio sein, das ist sonst gesundheitsschädlich", sagt die Umweltberaterin. Auch werde dafür nicht der ganze Baum benötigt, sodass der Rest dennoch ordnungsgemäß entsorgt werden müsse.

Beim Kauf sei auf Nachhaltigkeit zu achten

Dabei sei auch die Entsorgung, die in der Regel von den Kommunen organisiert wird, ein ökologisch sinnvoller Vorgang. Denn auch diese Bäume werden weitergenutzt. Sie werden entweder bei einem Kompostwerk kompostiert oder landen als Biomasse in Kraftwerken. "Damit das auch ohne Schadstoffe passiert, sollte der Baumschmuck wirklich vollständig entfernt werden. "Sind Zweige mit Glitzer oder Schnee-Spray angesprüht worden, dann sollten sie abgetrennt und im Restmüll entsorgt werden", sagt Farsen.

Insgesamt sei es ratsam, bereits beim Kauf auf Nachhaltigkeit zu achten. So sei es gut, einen Biobaum zu nehmen oder auf ein Öko-Zertifikat zu setzen. Hier müssten bei der Optik vielleicht der ein oder andere Kompromiss geschlossen werden, für die Umwelt sei es aber ein wichtiger Punkt. "Die Bio-Bäume gibt es leider noch nicht überall und meistens eher auf dem Land, aber je höher die Nachfrage, desto größer wird auch das Angebot. Da hat sich schon einiges getan. Und das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt!"

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