Aktueller StandWeihnachten und Silvester feiern - welche Regeln gelten in NRW?

Die vierte Welle ist noch nicht gebrochen. Was heißt das für die anstehenden Feiertage?

Anke Groenewold

Für Ungeimpfte gelten dieses Weihnachtsfest strenge Kontaktbeschränkungen.  - © Pixabay/Symbolfoto
Für Ungeimpfte gelten dieses Weihnachtsfest strenge Kontaktbeschränkungen.  © Pixabay/Symbolfoto

Die Sieben-Inzidenz sinkt langsam, aber stetig in OWL - bewegt sich aber trotzdem noch auf hohem Niveau. Die vierte Welle ist noch nicht gebrochen. Was heißt das für die anstehenden Feiertage? Wie viele Menschen dürfen zusammen feiern?

Das regelt die Corona-Schutzverordnung. Die seit 4. Dezember geltende läuft allerdings am 21. Dezember aus. Es können sich also kurz vor Weihnachten noch Änderungen ergeben. So sieht es nach aktuellem Stand aus:

Wie viele Menschen dürfen zusammen privat feiern?
Treffen sich nur Geimpfte und Genesene privat untereinander, gelten keine Kontaktbeschränkungen - allerdings nur unterhalb einer Inzidenz von 350. Immunisierten gleichgestellt sind Kinder und Jugendliche bis zum Alter von einschließlich 15 Jahren. Und Personen, die über ein ärztliches Attest verfügen, das belegt, dass sie nicht gegen Covid-19 geimpft werden können. Sie müssen zudem über einen negativen Testnachweis verfügen (Antigen nicht älter als 24 Stunden, PCR nicht älter als 48 Stunden).

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Schülerinnen und Schüler gelten bis einschließlich 26. Dezember als getestet. Aufgrund der dann anschließenden Weihnachtsferien gelten – wie bereits in den Herbstferien – Schülerinnen und Schüler vom 27. Dezember 2021 bis einschließlich 9. Januar 2022 nicht als getestete Personen. Das bedeutet für nicht geimpfte oder genesene Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren, dass sie in dieser Zeit nur dann den vollständig immunisierten Personen gleichgestellt sind, wenn sie über einen Einzeltestnachweis verfügen.

Wann greifen Kontaktbeschränkungen?
Sobald auch nur eine nicht immunisierte Person an der Feier teilnimmt, gelten strengere Regeln. Denn wer weder vollständig geimpft noch genesen ist, darf sich nur noch mit Angehörigen des eigenen Haushalts sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes treffen. Kinder unter 14 Jahren sind hiervon ausgenommen. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten als ein Haushalt, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.

Was gilt bei Feiern in Hotspots?
Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen in Folge über 350, dürfen maximal  50 Geimpfte und Genesene in Innenräumen und maximal 200 Geimpfte und Genesene im Freien feiern. Die Regel entfällt wieder, wenn die Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 350 liegt. Das NRW-Gesundheitsministerium gibt bekannt, wann diese Regelung in und außer Kraft tritt.

In OWL gilt sie zurzeit beispielsweise im Kreis Lippe, dessen Inzidenz über 500 liegt. Bei privaten Feiern mit Tanz gilt für die Geimpfte oder Genesene zudem die 2G-plus-Regel. Das heißt, sie müssen einen aktuellen, negativen Coronatest, vorweisen können. Für nicht immunisierte Personen gelten weiter die oben genannten strengen Kontaktbeschränkungen.

Verstöße

Ordnungswidrigkeiten könnten gemäß Infektionsschutzgesetz mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden, heißt es in der Schutzverordnung. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mahnte eindringlich, die Regeln einzuhalten: "Wer dagegen verstößt, der begeht kein Kavaliersdelikt, sondern der spielt nicht nur mit seiner, sondern auch mit der Gesundheit anderer und der zockt mit der Überlastung der Intensivstationen", sagte er bei einer Veranstaltung des DGB NRW in Düsseldorf.  Die Grünen forderten Lösungen, wie das Land die Ordnungsämter auch finanziell unterstützen könnte.

Weihnachtsmärkte
Weihnachtsmärkte bleiben für Geimpfte und Genesene geöffnet.

Gottesdienste

Gottesdienstbesucher müssen sich an Heiligabend und Weihnachten auf unterschiedliche Regelungen einstellen.

- Für die katholische Kirche sagte Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW, die jetzige Coronaschutzverordnung gelte nur bis zum 21. Dezember, insofern sei die Lage derzeit noch unklar. "Im Moment richten wir uns darauf ein, dass wir bei Gottesdiensten mit erhöhter Nachfrage 2G oder 3G anbieten", sagte Hamers. Bei 2G haben nur Geimpfte und Genesene Zugang, bei 3G zusätzlich auch negativ Getestete. Außerdem müssten die Besucher und Besucherinnen durchgängig Maske tragen und Abstände einhalten. Mit Maske könne dann auch gesungen werden. In den meisten Gemeinden müsse man sich auch vorab für den Gottesdienst anmelden, sagte Hamers.

- Die Evangelische Kirche von Westfalen empfiehlt den Gemeinden für die Heiligabend- und Weihnachtsgottesdienste 2G. Ausnahme: Schülerinnen und Schüler, die laut Coronaschutzverordnung des Landes NRW auch in den Weihnachtsferien als getestet gelten.

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"Nicht immunisierte Menschen werden gebeten, sich zum eigenen Schutz vor einer Infektion mit möglicherweise schwerem Krankheitsverlauf nicht der Gefahr einer Menschenansammlung auszusetzen", heißt es auf der Website der Landeskirche.

Die Evangelische Kirche im Rheinland wiederum verweist auf die noch ausstehende neue Coronaschutzverordnung. Bisher empfehle die Landeskirche mindestens 3G, "wo örtlich angezeigt und machbar" auch 2G. Weiteres müsse sich aus der neuen Verordnung ergeben. Planungssicherheit und Pandemie passten eben leider kaum zusammen, sagte ein Sprecher.

Vereinzelt wird es aber auch Gottesdienste geben, die Ungeimpfte ohne Test besuchen können, dann allerdings immer unter Einhaltung der Hygieneregeln mit Maske und ausreichendem Abstand. Dies gilt zum Beispiel für einzelne Messen im Kölner Dom. Die großen Festgottesdienste würden dort aber unter 3G-Bedingungen abgehalten werden, damit die Abstände reduziert werden könnten, sagte ein Sprecher.

Silvester
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte nach der jüngsten Bund-Länder-Runde erklärt, die Beschlüsse der vorigen Corona-Schutzverordnung eins-zu-eins umsetzen zu wollen. Heißt also: Feuerwerk und Böller dürfen vor Silvester nicht verkauft werden. Kommunen sollen auf publikumsträchtigen Plätzen Böller und Feuerwerk verbieten. Außerdem soll es Versammlungsverbote geben. Die betroffenen Plätze und Straßen werden von den zuständigen Behörden durch Allgemeinverfügungen bestimmt. Für private Silvesterfeiern dürften die allgemeinen Regeln regeln.

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