Verl/HövelhofSchock-Diagnose Blutkrebs: Lebensretter für Personal-Trainer (45) gesucht

Verler Handballer und das Fitnessstudio Genesis starten eine Aktion für Jan Hartwig. Am 27. November wird am Heimspieltag eine Spendenbox aufgestellt und es gibt Infomaterialien.

Karin Prignitz

Jan Hartwig mit seiner Frau Nadja. Nicht im Bild: Sohn Tarje (11). - © Privat
Jan Hartwig mit seiner Frau Nadja. Nicht im Bild: Sohn Tarje (11). © Privat

Verl/Hövelhof. Normalerweise hilft Jan Hartwig als Personal-Trainer anderen Menschen dabei, fit zu werden und ihre Ziele zu erreichen. Jetzt braucht er selber Hilfe, denn der 45-Jährige ist an Leukämie erkrankt. Eine schockierende Diagnose, die der Familie den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Jan Hartwig ist dringend auf eine lebensrettende Stammzellenspende angewiesen.

Jan Hartwig arbeitet seit vielen Jahren im Fitnessstudio „Genesis" in Verl. „Jan ist der sportliche Leiter, seine Frau Nadja gibt bei uns Kurse", erzählt Inhaber Antonios Kompodietas. Er kennt den Hövelhofer schon aus dessen Jugendzeit. „Vor etwa sieben Wochen hat er sich plötzlich nicht wohlgefühlt, war entkräftet", beschreibt Kompodietas die drastische Entwicklung. Schnell habe die Diagnose festgestanden und sie sei für alle unbegreifbar gewesen. „Aber Jan hat sie angenommen, er ist ein positiver Mensch und schaut nach vorne." Für die Familie, zu der der elfjährige Sohn Tarje gehört, mit dem der Papa regelmäßig im Fußballstadion den BVB anfeuert, sei die Situation insgesamt aber katastrophal, sagt Kompodietas.

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Trainer Hendryk Jänicke mit Handballerinnen der A-und B-Jugend (v.l.) Nova Hülshorst, Olivia Mersch, Nora Pollmeier und Charlotte Werneke. Antonios Kompodietas von Genesis hofft ebenfalls, dass schnell ein geeigneter Spender gefunden wird. - © Karin Prignitz
Trainer Hendryk Jänicke mit Handballerinnen der A-und B-Jugend (v.l.) Nova Hülshorst, Olivia Mersch, Nora Pollmeier und Charlotte Werneke. Antonios Kompodietas von Genesis hofft ebenfalls, dass schnell ein geeigneter Spender gefunden wird. (© Karin Prignitz)

„Jemanden wie 
Jan zu ersetzen, 
ist schwer"

„Im Studio fragen alle nach ihm, er ist der Hauptbezugspartner." Mit den Verler Handballern gibt es eine Kooperation mit dem „Genesis". Sie trainieren dort, Jan Hartwig hat eine Auge darauf. Derzeit fehlt er. „Jemanden wie Jan zu ersetzen, ist schwer", sagt sein Chef. „Er hat für alle ein offenes Ohr, er ist einer, mit dem man Meinungen austauschen kann." Und das soll möglichst bald wieder möglich sein.

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„Auch für uns kam die Diagnose sehr überraschend", sagt Hendryk Jänicke. Die Verler Handballtrainer und das „Genesis" setzten sofort alle Hebel in Bewegung. Eine Aktion wurde geplant und Kontakt mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) aufgenommen. Geplant war, beim Heimspieltag der Bundesliga-A-Jugend Informationsmaterialien sowie das Flugblatt der DKMS mit Registrierungslink und QR-Code zu verteilen. Weil das Heimspiel ausfallen musste, soll die Aktion nun am Samstag, 27. November, stattfinden. „Dieser Tag ist sogar noch attraktiver", glaubt Hendryk Jänicke, „denn die Halle ist acht Stunden lang belegt." Es spielen die A-Bundesligistinnen, die 2. Damen, die 1. Damen und die 1. Herren. „Vier Topmannschaften des Vereins hintereinander also", verweist der Handballtrainer auf ein hoffentlich großes Besucherinteresse.

Eintritt ist frei, Spendenbox 
steht bereit

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen „hoffen wir, dass es möglich ist, wir sind optimistisch, dass es stattfinden kann", gibt sich Hendryk Jänicke zuversichtlich. Einen Stand wird es geben. „Eine vollständige Registrierung mit Wangenschleimhautabstrich ist vor Ort leider nicht möglich", teilt Mario Scherb von der DKMS mit. Dort hofft man aber, dass sich dennoch viele Menschen registrieren lassen und damit zu potenziellen Lebensrettern werden.

Der Eintritt zu den Handballspielen am Samstag ist frei. „Es wird aber eine Spendenbox aufgestellt", kündigt Hendryk Jänicke ab. „Wenn Firmen unterstützen wollen, dann können sie natürlich auch gerne ihren Teil dazu beitragen." Weitere Informationen gibt es unter www.dkms.de/janbrauchthilfe

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