RegionTrendwende beim Impfen: Immer mehr Erstimpfungen - nicht nur bei Kindern

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Der Impfcontainer steht nur noch bis Mittwoch auf dem Gelände des Unternehmens Bessmann in Marienfeld. - © Kreis Gütersloh
Der Impfcontainer steht nur noch bis Mittwoch auf dem Gelände des Unternehmens Bessmann in Marienfeld. © Kreis Gütersloh

Gütersloh. Die Mitarbeiter des Impfzentrums im Kreis Gütersloh haben in den vergangenen Tagen eine kleine Trendwende bemerkt: Seit Freitag (20.08.) gibt es wieder mehr Erstimpfungen als Zweitimpfungen.

„Dazu haben auch die Kinder und Jugendlichen beigetragen, aber nicht nur", hat Bernhard Riepe, Leiter des Impfzentrums, beobachtet. Auch eine ganze Reihe von Erwachsenen sind dieser Tage im Impfzentrum gewesen. Die haben auch die Alternative Impfmobil oder den Impf-Container auf dem Gelände des Unternehmens Bessmann genutzt.

Zwei Impfstellen schließen in den nächsten Wochen

Doch zumindest die letztgenannte Alternative bei Bessmann – Luftlinie lediglich 800 Meter vom Impfzentrum an der Marienfelder Straße entfernt – wird nur noch bis einschließlich Mittwoch, 25. August betrieben. „Aus personellen Gründen müssen wir uns dann auf das Impfmobil und das Impfzentrum konzentrieren", erläutert Riepe. Das Impfzentrum an der Marienfelder Straße im ehemaligen NAAFI-Shop wird am 30. September geschlossen, so ein Beschluss der Landesregierung.

Die Leitung des Impfzentrums rechnet mit konstanten Impfzahlen in den nächsten Tagen: Zum einen kommen sehr viele Kinder und Jugendliche auf das Angebot, sich impfen zu lassen, zurück. Zum anderen scheinen sich jetzt auch Personenkreise impfen zu lassen, die bisher aus den verschiedensten Gründen dagegen waren, wie Riepe in persönlichen Gesprächen mit Wartenden erfahren hat.

Pragmatische Gründe für Impfung

Nicht zuletzt die seit vergangenem Freitag geltende Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Genesenen, Geimpften und Getesteten Freiheiten einräumt und die Aussicht, dass die Zeit der kostenlosen Bürgertests sich dem Ende nähert, scheint Bürgerinnen und Bürger umzustimmen. Nicht aus Überzeugung, eher aus pragmatischen Gründen, einige sprachen auch davon, dass ihnen nun keine Wahl bliebe. Auffällig ist, dass viele aus diesem Personenkreis den Impfstoff von Johnson&Johnson bevorzugen, der nur einmal geimpft werden muss. Das Impfzentrum hat derzeit von mittwochs bis sonntags von 14 bis 20 Uhr geöffnet.

Auch die Zahl der Testungen in den noch 126 aktiven Bürgertestzentren ist zuletzt wieder nach oben gegangen: In der 33. Kalenderwoche sind 48.077 Tests gemacht worden, in den sechs Wochen Sommerferien zuvor waren es meist unter 30.000, lediglich in der letzten Ferienwoche waren es über 30.000. Auch die Zahl der positiven Ergebnisse ist gestiegen. 117 oder 0,243 Prozent.

Offenes Impfangebot für Kinder und Jugendliche

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Impfungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren wird das Impfangebot für diese Altersgruppe erweitert. Sie haben nun die Möglichkeit, sich jede Woche von Freitag bis Sonntag ohne Termin gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Geöffnet ist das Impfzentrum an diesen Tagen von 14 bis 20 Uhr. An den vergangenen Wochenenden konnten sich die 12- bis 15-Jährigen ausschließlich mit Termin impfen lassen. Diese Regelung fällt nun weg: Kinder können an den drei Tagen, von Freitag bis Sonntag, einfach so zum Impfzentrum kommen – nicht aber zum Impfcontainer oder Impfbus. Wichtig ist, dass sie in Begleitung eines Erziehungsberechtigten kommen oder wenigstens eine von einem Erziehungsberechtigten unterschriebene Einverständniserklärung mitbringen. Die Impfungen werden von Kinder- oder Fachärzten durchgeführt, zum Einsatz kommt der Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Mitzubringen ist auch der Personalausweis, die Krankenkassenkarte und wenn vorhanden der Impfpass.

Wer trotz offenem Impfangebot dennoch lieber einen Termin abmachen will, kann das weiterhin tun. Eltern können für ihre Kinder über das Buchungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe oder über die Hotline des Impfzentrums einen Termin buchen. Die Hotline ist telefonisch unter der Nummer (05241) 85-2960 erreichbar. Bereits vorhandene Termine bleiben bestehen.

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Die Impfwilligen mit Termin werden am Eingangsbereich von denen ohne Termin separiert, um die Wartezeiten möglichst gering zu halten. Mit Wartezeiten ist dennoch zu rechnen. Die Aufklärungsgespräche mit den Kindern und Eltern dauern im Durchschnitt viermal so lange wie die bei den Erwachsenen.

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