RegionInzidenz knapp über 100: Erste Lockerungen im Kreis Gütersloh in Sicht

Am Sonntag meldet der Kreis eine Sieben-Tage-Inzidenz von 112,9. Sinkt der Wert stabil unter 100, kann es bald Lockerungen geben. Seit dem 15. Mai gilt in NRW nämlich eine neue Corona-Schutzverordnung.

Lena Vanessa Niewald

Sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100, winken im Kreis Gütersloh Lockerungen. Die könnten allerdings frühestens nach Pfingsten eintreten. - © Montage: Frücht
Sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100, winken im Kreis Gütersloh Lockerungen. Die könnten allerdings frühestens nach Pfingsten eintreten. © Montage: Frücht

Kreis Gütersloh. Die Corona-Lage im Kreis Gütersloh scheint sich langsam zu entspannen. Die Kreisverwaltung meldet am Sonntag 57 neue Fälle. Knapp 1.200 Menschen sind aktuell noch infiziert. Zwar greift hier aktuell noch die bundesweite Notbremse; die kritische Sieben-Tage-Inzidenz ist laut Angaben des Robert-Koch-Instituts aber stabil im Sinkflug und liegt derzeit mit 112,9 nur noch knapp über dem Notbremsen-Schwellenwert von 100 - Tendenz sinkend. Und damit winken nun tatsächlich erste Lockerungen im Kreisgebiet.

Die Schulen starten bereits am kommenden Montag mit dem Wechselunterricht. Damit wieder möglich ist, muss die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 165 liegen und das Land NRW muss das bestätigen.

Die Coronabetreuungsverordnung des Landes NRW regelt, dass die Schulöffnung dann an dem auf die Bestätigung des Landes folgenden Montag erfolgt.Das Land hatte bereits am vergangenen Mittwoch die Bestätigung für den Kreis Gütersloh veröffentlicht. Die Kindertageseinrichtungen dürfen bereits seit Freitag wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen.

Noch keine neue Allgemeinverfügung vom Kreis

Und auch für Gastronomie, Einzelhandel und Co. könnte es bald wieder losgehen. Seit Samstag gilt eine neue Coronaschutzverordnung in NRW. Sie sieht erste Öffnungsschritte für alle Kreise und kreisfreien Städte vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner liegt.

Wenn sich die Werte so weiter entwickeln, wären die ersten Lockerungen im Kreis Gütersloh in Richtung Pfingsten denkbar. Eine neue Allgemeinverfügung vom Kreis Gütersloh gibt es bislang nicht - auf Nachfrage heißt es am Samstag, dass man am Wochenende auch nicht mit einer aktualisierten Fassung rechne.

Diese Lockerungen sieht die NRW-Corona-Schutzverordnung vor:

Gastronomie
Bei einer stabilen Inzidenz unter 100 dürfen die Außengastronomien unter Einschränkungen wieder starten. Voraussetzung ist eine reduzierte zulässige Gästeanzahl, ein aktueller negativer Corona-Schnelltest, Möglichkeiten zur Kontaktverfolgung und Mindestabstände zwischen den Tischen. Für Geimpfte und Genese entfällt die Testpflicht. Liegt ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter einer Inzidenz von 50 dürfen auch die Innenbereiche der Restaurants, Cafés und Co. unter den oben genannten Bedingungen öffnen.

Einzelhandel
Geschäfte wie Supermärkte und Drogerien waren seit Ausbruch der Corona-Pandemie weiterhin geöffnet. Seit der Bundes-Notbremse wurde allerdings die Kundenzahl je Größe des Geschäfts begrenzt. Rutscht ein Kreis nun unter den Grenzwert von 100 wird die Begrenzung wieder aufgehoben.

Für alle übrigen Geschäfte des Einzelhandels hat das Land NRW jetzt in seiner neuen Corona-Schutzverordnung festgelegt, dass sie in Kreisen mit einem Inzidenzwert zwischen 100 und 50 ohne Terminbuchung öffnen dürfen. Allerdings wird weiterhin ein aktueller negativer Corona-Test verlangt. Die Personenbegrenzung wird auf einen Kunden pro 20 Quadratmeter erweitert. Lieg die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 50 dürfen Kunden ohne Termin und Test shoppen. Die Kundenbegrenzung wird dann auf einen Kunden pro 10 Quadratmeter erweitert.

Ausgangssperre

Bei einer stabilen Inzidenz unter 100 entfällt die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und fünf Uhr.

Kontaktbeschränkungen
Bei einer stabilen Inzidenz unter 100 darf sich der eigene Haushalt mit einer weiteren Person treffen (plus Kinder bis einschließlich 14 Jahren) - außerdem sind wieder fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Liegt die Inzidenz stabil unter 50 sind Treffen mit bis zu zehn Personen aus insgesamt drei Haushalten möglich.

Sport
Bei einer stabilen Inzidenz unter 100 ist kontaktfreier Sport auf Anlagen unter freiem Himmel mit bis zu 20 Personen erlaubt. Kontaktsport unter freiem Himmel in Gruppen gemäß den Kontaktbeschränkungen ist ebenfalls möglich - auch Gruppen von bis zu 20 Kindern bis einschließlich 14 Jahre sind dann zulässig. Zuschauer unter freiem Himmel sind zugelassen - sofern sie einen negativen Schnelltest vorlegen können, rückverfolgbar sind, auf Sitzplätzen Platz nehmen und ihre Zahl 20 Prozent der Kapazität einer Anlage (maximal 500) nicht überschreitet. Freibäder dürfen für den Sportbetrieb für Athleten mit negativen Test öffnen, Hallenbäder für Schwimmkurse mit maximal fünf Kindern.

Liegt die Inzidenz stabil unter 50 ist Sport im Freien ohne Personenbegrenzung möglich. Für kontaktarmen Sport in der Halle wird ein Negativ-Test gebraucht. Fitnessstudios dürfen mit Testpflicht und Kontaktverfolgung öffnen. Kontaktsport in der Halle ist auch nur mit negativen Schnelltests möglich. Diesen dürfen dann höchsten zehn Personen aus maximal drei Haushalten ausüben. So steht es in den Kontaktbeschränkungen geschrieben.

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