GüterslohFehler bei der Buchung: Impfzentrum muss 70 Senioren nach Hause schicken

Ein Problem auf Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung löst Stau und Unmut aus. Der medizinische Leiter des Impfzentrums spricht sich derweil für Impfungen mit Astrazeneca aus.

Max Maschmann

Wegen der doppelten Terminvergabe staute sich der Anfahrtsverkehr vor dem Impfzentrum. - © Burkhard Hoeltzenbein
Wegen der doppelten Terminvergabe staute sich der Anfahrtsverkehr vor dem Impfzentrum. © Burkhard Hoeltzenbein

Gütersloh. Das Impfzentrum ist derzeit ein gefragter Ort. Doch am Dienstagnachmittag staute sich der Verkehr rund um die Zufahrt an der Marienfelder Straße so sehr, dass die Polizei helfen musste. Auslöser waren 70 Senioren, die das Impfzentrum angesteuert hatten und auf ihren vermeintlichen Termin warteten – der jedoch nie an das Impfzentrum übermittelt worden war. Hintergrund war ein inzwischen größtenteils behobener Fehler im Buchungssystem der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Laut KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo ist die Situation auf ein Problem zurückzuführen, das zu Beginn der Terminvergabe aufgetreten ist. „In der Online-Buchungssystematik wurden Termine als frei angezeigt und erst wenn man diese angeklickt hat, erschien die Anzeige Termin bereits vergeben/Termin bereits gebucht. Damit war gemeint, dass der Termin nicht mehr zur Verfügung steht, einige Bürger haben die Aussage jedoch so aufgefasst, dass sie den Termin selbst erfolgreich gebucht haben." Diese Darstellung sei in der Tat missverständlich gewesen, räumt Pudlo ein. Neben Gütersloh waren von dem Fehler auch die Impfzentren der Kreise Recklinghausen, Borken, Steinfurt, des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie des Märkischen Kreises betroffen.

Stau und der fehlende Name auf der Anmeldelist lösen Unmut aus

Wie ein Sprecher des Kreises Gütersloh erklärt, fiel bereits bei der Zugangskontrolle auf, dass die Betroffenen nicht in der Anmeldeliste des Impfzentrums aufgeführt waren. Den Verantwortlichen vor Ort blieb daraufhin keine Wahl, als die Menschen wieder wegzuschicken. „Es gab ja keinen Impfstoff für sie", sagt der Sprecher. Das Warten im Stau und die Nachricht, nicht auf der Anmeldeliste zu stehen, sei von den meisten mit Unmut aufgenommen worden. Der Kreis bietet nun vorab eine Überprüfung der Terminbestätigung unter der Impf-Hotline (0 52 41) 85 29 60 an. Diese kann jedoch nur am Tag des Impftermins erfolgen.

Im Impfzentrum schreiten derweil die Impfungen voran, seit Donnerstag steht für unter 65-Jährige auch der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung. 300 Dosen könnten pro Tag verimpft werden. „An den halben Tagen, nachmittags kommen ja die Senioren, kommen wir derzeit auf rund 190", sagt der Sprecher.

Der Kreis hatte zuletzt weitere Berufsgruppen der Priorität eins dazu aufgerufen, Impftermine zu vereinbaren. Hintergrund sind Absagen oder das Fernbleiben einzelner Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste, die vormittags prioritär geimpft werden sollten. Teilweise sei die Skepsis vorgebracht worden, so der Kreissprecher.

Den Impfstoff schlecht zu reden, sei völliger Blödsinn

Aus Sicht von Michael Hanraths, medizinischer Leiter des Impfzentrums, hat jedoch unter anderem der Charité-Virologe Christian Drosten „eindeutig widerlegt", dass der Impfstoff von Astrazeneca eine zu geringe Wirksamkeit habe. „Die beschriebenen Impfreaktionen, von denen berichtet wird, beschreiben die Immunantwort des Körpers. Und sie kommen bei diesem Impfstoff nur bei der ersten Impfung vermehrt vor, nicht bei der zweiten", sagt er.

Den Impfstoff schlecht zu reden, sei völliger Blödsinn. „Er ist geeignet, einen schweren Krankheitsverlauf zu verhindern und darum geht es doch." Über zahlreiche Impfreaktionen wie im Kreis Minden-Lübbecke könne man bei den mit Astrazeneca Geimpften nicht berichten, aber auch hier habe es Rückmeldungen gegeben.

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