Kreis GüterslohVerwirrung bei den Impfzahlen für den Kreis Gütersloh

Die Kassenärztliche Vereinigung hat ihre Veröffentlichungspolitik geändert. Dabei kommt heraus: Zahlen aus den Impfzentren wurden bislang noch gar nicht publiziert. Konkrete Daten sind nur schwer zu erhalten.

Irja Most, Matthias Gans

Kreis Gütersloh. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat die Veröffentlichungspolitik ihrer Impfzahlen geändert. Wurde bis Montag unter www.corona-kvwl.de/impfbericht bislang nur pauschal die Anzahl der Erst- und Zweitimpfungen angegeben, wird nun zwischen Impfungen in den Impfzentren und denen der mobilen Teams – beispielsweise in Senioren- und Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten und Rettungsdiensten – unterschieden.

Zahlen aus den Impfzentren wurden bislang nicht veröffentlicht. Und das, obwohl zum Beispiel das Impfzentrum Gütersloh seit Aufnahme des Betriebs am 8. Februar täglich abends die aktuellen Zahlen mitteilt.

KVWL: Einsatz der mobilen Teams laufe langsam aus

Kurz nach dem Start der Impfungen im Kreis Gütersloh in den heimischen 34 Seniorenheimen, teilte die KVWL fast täglich auf ihrer Homepage mit, wie viele Seniorenheim-Bewohner und wie viele Mitarbeitende in den Heimen geimpft worden sind. „Der Einsatz der mobilen Teams läuft aber langsam aus", so KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo. Bis Ende Februar rechne man damit, dass sämtliche Altenheime im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung durchgeimpft seien. Im Kreis Gütersloh ist das laut Auskunft der Kreisbehörde bereits jetzt schon der Fall.

Das RKI selbst gibt bisher lediglich ein Impfmonitoring auf Ebene der Bundesländer heraus. Zur Herkunft der Angaben heißt es auf der RKI-Homepage: „Die Erhebung der Daten zur COVID-19-Impfung erfolgt in den Impfzentren und durch die Mobilen Impfteams. Autorisiertes Personal der Impfzentren und Impfteams können über die Webanwendung ’Digitales Impfquotenmonitoring’ die Daten eingeben und über eine gesicherte Internetverbindung täglich an die Bundesdruckerei übermitteln, wo im Auftrag des RKI die Daten zwischengespeichert und vom RKI täglich abgerufen werden."

Auf Anfrage, ob das RKI erwägt, Impfdaten differenzierter zu veröffentlichen, heißt es aus der Pressestelle nur knapp: „Derzeit können wir die Daten noch nicht auf Landkreis-Ebene anbieten." Auch das NRW-Gesundheitsministerium erklärt auf NW-Nachfrage: „Unser Haus verfügt nicht über regionale oder sogar kreisbezogene Daten über erfolgte Impfungen."

Laut Kreisverwaltung sind 9.365 Menschen bislang geimpft worden

Der Kreis Gütersloh hat nach eigener Auskunft Überblick über die Impfsituation. Stand Dienstag, 16. Februar, seien 9.365 Menschen im Kreisgebiet geimpft worden – eine Zahl, die wesentlich höher ist wie die der KVWL. Dabei sind die Geimpften in den Krankenhäusern darin nicht enthalten. Alle 34 Heime seien bereits zweimal geimpft worden, 66 von 70 Wohngruppen seien schon einmal geimpft worden, davon 49 bereits ein zweites Mal. Von den Über-80-Jährigen wurden bislang insgesamt 1.600 Personen geimpft. Dass es schon 85 Folgeimpfungen im Gütersloher Impfzentrum gab, ist auf die Zweitimpfung von andernorts bereits erstgeimpften Personal etwa in Altenheimen zurückzuführen.

Seit Donnerstag vergangener Woche ist auch die Impfung des priorisierten Personals im Gesundheitsdienst möglich. Bislang sind nach Auskunft des Kreises 700 Personen mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft worden. Im Impfzentrum werden die sogenannten Heilmittelerbringer geimpft, beispielsweise Logopäden, Physiotherapeuten, Krankengymnasten und Podologen. Ärztinnen und Ärzte und deren Personal müssen sich über das Portal eveeno einen Termin geben lassen. Nicht unterschieden wird bei der Angabe der Geimpften zwischen den einzelnen Impfstoffen, da beide verwendeten Vakzine – von BioNTech/Pfizer und von AstraZeneca – jeweils eine Erst – und Zweitimpfung verlangen.

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