Parkplatz-Chaos: Teuto-Ausflugsziele im Corona-Lockdown rappelvoll

Zuhause droht Lagerkoller, aber alles hat geschlossen - also raus in die Natur: Das denken sich viele. Das Ergebnis: An manchen Orten fühlt man sich wie beim Volkslauf.

Jens Reichenbach

Rund um das Bauernhausmuseum war es ebenfalls sehr eng. Frische Luft und gutes Wetter sollten gegen Lockdown-Müdigkeit helfen. - © Sarah Jonek
Rund um das Bauernhausmuseum war es ebenfalls sehr eng. Frische Luft und gutes Wetter sollten gegen Lockdown-Müdigkeit helfen. (© Sarah Jonek)

Bielefeld. Der anhaltende Lockdown macht die Menschen rappelig. Natürlich streben dann besonders viele bei schönem Wetter in die Natur. Doch dort war es am Wochenende gar nicht so still und einsam. Hunderte Menschen schoben sich voreinander her. Auch die Parkplatzsituation erinnerte eher an ein Volksfest.

Wer konnte, der versuchte auszuweichen. Aber insbesondere auf den Waldwegen war das kaum möglich. Was soll man tun? - © Sarah Jonek
Wer konnte, der versuchte auszuweichen. Aber insbesondere auf den Waldwegen war das kaum möglich. Was soll man tun? (© Sarah Jonek)

Egal wo die Bielefelder am Wochenende den Kamm des Teutoburger Waldes erreichten, die anderen waren schon da. Am Eisernen Anton parkten die Autofahrer kreuz und quer. Einige ärgerten sich, dass sie kaum noch an der parkenden Blechkarawane vorbeikamen.

"Irgendwann habe ich es aufgegeben, Abstand zu halten"

Bei Peter auf'm Berge wirkten die Wanderwege so voll wie sonst nur bei einem Volkslauf. Das Ausweichen und Abstandhalten war kaum mehr möglich. So auch rund um das Bauernhausmuseum: Einige versuchten sichtbar auszuweichen, doch dann kam man kaum mehr voran.

Doch was soll man machen? Sabine T. (38) ist mit ihrer fünfköpfigen Familie auf dem Hermannsweg unterwegs: "So voll habe ich es hier nicht erwartet. Irgendwann habe ich es aufgegeben, von den anderen Wanderern Abstand zu halten. Die nächsten rücken ja gleich auf." Die einen sind schneller und schließen auf, andere joggen, vorne trödelt eine Familie mit mehreren Kindern.

Manchen ist das Unwohlsein anzusehen

Die Menschen machen sich gegenseitig keine Vorwürfe. Einige sind eher genervt, weil kein Vorankommen ist. Doch manchen ist auch ihr Unwohlsein anzusehen. In einer solchen Pandemie fällt es ihnen schwer, so dicht aufeinanderzutreffen.

Wem das so geht, für den gibt es wirklich lohnenswerte und vor allem fast einsame Alternativen. Die sind in der Regel abseits des großen Kammes: So gilt etwa der Lämmerweg in Bielefeld-Senne als Geheimtipp, bei dem nicht viele Mitwanderer zu erwarten sind.

Copyright © Haller Kreisblatt 2021
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.