GüterslohNeue Möglichkeit für Corona-Schnelltests - Anmeldungen ab sofort

Gütersloher Apotheken starten ein besonderes Projekt nach norditalienischem Vorbild. Ab Montag soll's losgehen. Nach 30 Minuten ist das Test-Ergebnis da. Anmelden kann man sich ab dem heutigen Samstag.

Christian Bröder

Tanja Fortenbacher führt den „Zelt-Test" durch. - © Christian Bröder
Tanja Fortenbacher führt den „Zelt-Test" durch. (© Christian Bröder)

Gütersloh. Seit dem 23. Dezember dürfen Apotheken in Deutschland Antigen-Schnelltests gegen das Coronavirus durchführen. Das Datum ist damit Ursprung einer Idee, die jetzt drei Pharmazeuten aufgegriffen haben und ab Montag vorläufig in insgesamt sechs Apotheken im Kreis Gütersloh realisieren wollen.

Claudia Scherrer, Olaf Elsner und Jacek Sakowski haben eine mobile Schnelltest-Station mit einem Spezialzelt aus Italien organisiert, die nach ihren derzeitigen Plänen täglich wechselnd an anderen Standorten zu finden ist. Dort kann man sich testen lassen.

Anmeldungen sind ab Samstag möglich

„Wir werden quasi zu Nomaden. Wo und wann unser Zelt steht, richtet sich nach dem Bedarf, also der Anzahl der Anmeldungen", sagt Elsner und verweist auf das digitalisierte Verfahren, das von Samstag an über die Internetseite abrufbar ist.

Dort gibt es auch weitere Infos zum Schnelltest-Zelt, das laut Elsner in der Region einmalig und bundesweit „wohl maximal an einer Hand abzuzählen" sei. Das Angebot richtet sich nur an beschwerdefreie Personen, denen nach vorheriger Anmeldung im Netz ein Zeitfenster für den Besuch der Zeltstation zugeteilt wird.

So funktioniert das Konzept

Wie funktioniert das Ganze dann? „Aus dem Zelt ragen zwei Spezialhandschuhe heraus, durch die der Nase-Rachen-Abstrich durchgeführt wird", erläutert Elsner. Dafür sind mit Intensivfachschwester Nicole Sakowski und Tanja Fortenbacher zwei geschulte Kräfte zuständig. Sie nehmen im Anschluss die Röhrchen mit den Probestäbchen durch eine Vorhängetasche am Zelt entgegen.

Alles läuft streng kontaktfrei, denn es sei ja nicht auszuschließen, dass man es mit „hochinfektiösen Menschen" zu tun bekomme, sagt Olaf Elsner. Er stellt das Zelt an seinen drei Apotheken in Gütersloh, Friedrichsdorf und Schloß Holte-Stukenbrock auf.

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Fünf bis zehn Minuten testen, 30 Minuten bis zum Ergebnis

„Für die Prozedur sind zunächst fünf bis zehn Minuten pro Patient veranschlagt", erläutert Jacek Sakowski den zeitlichen Rahmen, der die Kunden auch in seiner Apotheke in Rietberg erwartet. Insgesamt rund 30 Minuten seien fällig, bis das feststehende Ergebnis per E-Mail mitgeteilt wird.

Fällt ein Test positiv aus, wird das Gesundheitsamt verständigt und der Patient hat sich umgehend in Quarantäne sowie zur weiteren Diagnostik in eine Arztpraxis zu begeben. Jacek Sakowski rechnet mit einer hohen Frequentierung, denn bereits um Weihnachten herum wäre eine hohe Nachfrage nach Corona-Schnelltests in Apotheken spürbar gewesen.

35 Euro pro Test

„Die Kosten für den Test belaufen sich auf 35 Euro, von denen wir jeweils 2 Euro für die Aktion Lichtblicke spenden wollen", erklärt Claudia Scherrer. Die Kreisvertrauens-Apothekerin bietet den „Zelt-Test" in zwei Apotheken in Gütersloh an.

Vorbild der Gemeinschaftsaktion ist ein ähnliches Projekt aus Brixen, wo Apotheker seit geraumer Zeit über ein Zelt testen. „Dort kennt man sich aus, denn die norditalienische Region war im Frühjahr 2020 ja besonders von der Pandemie betroffen", erläutert Olaf Elsner. Die Idee habe man dann einfach „hierhin kopiert".

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