GüterslohMiele rechnet im Corona-Jahr mit höchstem Umsatz in seiner Geschichte

Die Pandemie hat dem Gütersloher Konzern nur wenig anhaben können. Der Hausgerätehersteller wird am Ende des Jahres 2020 nach eigenen Angaben mehr Umsatz erzielt haben als jemals zuvor. Allen Beschäftigten weltweit winkt eine freiwillige Sonderzahlung als Lohn für ihren Einsatz.

Christian Bröder

Das heimische Unternehmen hat der Corona-Krise offensichtlich erfolgreich getrotzt und vermeldet zum Jahresende historische Nachrichten. - © Andreas Frücht
Das heimische Unternehmen hat der Corona-Krise offensichtlich erfolgreich getrotzt und vermeldet zum Jahresende historische Nachrichten. © Andreas Frücht

Gütersloh. Der Gütersloher Hausgeräterhersteller Miele hat die einschneidenden Folgen der Corona-Pandemie anscheinend gut verkraft und steht nach eigenen Angaben vor dem höchsten Umsatz in seiner 121-jährigen Geschichte. Das teilte Unternehmenssprecher Carsten Prudent auf Anfrage dieser Zeitung mit. Der 60-Jährige kündigte ferner an, dass allen Mitarbeitern weltweit im Dezember eine Prämie ausgezahlt werden soll.

Die einmalige, freiwillige Sonderzahlung betrage demnach eine Höhe von 40 Prozent eines Monatsentgeltes und ist „als Ausgleich der besonderen Belastung durch Corona" gedacht. Bei allen anhalten Herausforderungen durch die Pandemie würden derzeit Erleichterung und Optimismus vorherrschen. Das positive Stimmungsbild gleiche der Geschäftslage, so Prudent, – trotz der erschwerten Umstände, die das Coronajahr 2020 auch für Miele mit sich gebracht hat. „Dass Produktionstopp und Kurzarbeit nach nur wenigen Wochen wieder vorbei waren, alle Corona-Erkrankten wieder gesund geworden sind, in allen Werken auf Hochtouren produziert wird und das Unternehmen am Ende dieses herausfordernden Jahres mehr Umsatz erzielt haben wird als jemals zuvor – all das konnte im Frühjahr niemand erwarten", teilt Prudent mit. Die genauen Zahlen würde man zum entsprechenden Zeitpunkt im neuen Jahr mitteilen.

5250 Mitarbeiter am Standort Gütersloh

Produktionsstopp, Kurzarbeit, Homeoffice – wie hat Miele die einschneidenden Corona-Folgen insgesamt verkraftet? Durch frühzeitig und konsequent ergriffene Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft, hätten „größere Corona-Ausbrüche im Unternehmen vermieden werden" können, so Carsten Prudent weiter: „Zum Glück sind bislang alle weltweit Erkrankten wieder gesund geworden." Insgesamt beschäftigte der Großkonzern zum Stichtag 30. September weltweit 20.700 Mitarbeiter, davon 11.050 davon in Deutschland und etwa 5250 Mitarbeiter in Werk, Hauptverwaltung und Vertriebsgesellschaft am Standort Gütersloh.

Auf und Ab beim Geschäftsverlauf 2020

Beim Geschäftsverlauf hätte es in diesem Jahr ein Auf und Ab gegeben, dies aber mit einem positiven Abschluss: „Nach einem sehr vielversprechenden Start in den Monaten Januar und Februar folgte ein Einbruch in März und April, mit mehrwöchigem Produktionsstopp und Kurzarbeit auch in den Bürobereichen und im Außendienst", so Carsten Prudent. Danach sei es nach Angaben des Leiters der Unternehmenskommunikation indes „so schnell und kräftig wieder aufwärts" gegangen, dass sich Lieferengpässe nicht hätten vermeiden lassen. Nach weiteren starken Monaten in der zweiten Jahreshälfte werde Miele somit das Geschäftsjahr 2020 sogar mit dem ordentlichen Umsatzplus abschließen.

Dass der Hausgerätehersteller die schwierige Zeit so gut meistern konnte, „ist auch und gerade dem Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken", teilte die Geschäftsleitung in ihrem Weihnachtsgruß an die Belegschaft mit. So hat unter andere ein großer Teil der Beschäftigten in Verwaltung und Vertrieb praktisch von heute auf morgen ins Home Office umziehen müssen. Dieser Schritt, der dank der Professionalität und Flexibilität aller Beteiligter sowie einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur nahtlos funktioniert habe, hätte einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Betriebs unter Corona-Bedingungen geleistet, so Carsten Prudent.

Andere Mitarbeiter würden in der voll ausgelasteten Produktion arbeiten, für die nach Unternehmensangaben in Gütersloh keine Rückkehr zu einem Vier-Schicht-System geplant ist. Ferner hielten Beschäftigte auch an anderer Stelle im Betrieb die Stellung oder hatten und haben weiter Kundenkontakt. Nicht zu vergessen sei, so der Unternehmenssprecher, dass es auch Gehaltseinbußen wegen Kurzarbeit oder durch Gehaltsverzicht im Managementbereich gegeben habe

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