Kreis GüterslohLaborbefunde kommen noch per Fax - Kontaktverfolgung soll digital werden

Im Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh laufen Laborbefunde immer noch per Fax ein - dann müssen diese Ergebnisse von Hand in zwei unterschiedliche Systeme eingetragen werden. Das soll sich ab Januar ändern.

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Mitte/Ende Januar soll das Kontaktpersonen-Management des Kreises auf die Software SORMAS umgestellt werden. - © Andreas Frücht
Mitte/Ende Januar soll das Kontaktpersonen-Management des Kreises auf die Software SORMAS umgestellt werden. © Andreas Frücht

Kreis Gütersloh. Der Digitalisierungsschub, den die Corona-Pandemie angeblich überall mit sich bringt, lässt beim Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh noch auf sich warten. „Die Laborbefunde kommen zu uns per Fax", erläuterte Lara Niermann vom Team Kontaktpersonen-Management jetzt den Mitgliedern des Kreis-Gesundheitsausschusses. Dann müssten diese Ergebnisse von Hand in zwei unterschiedliche Systeme eingetragen werden.

Papier, Fax, Excel-Tabellen, E-Mails – im Gesundheitsamt sind die technischen Möglichkeiten nicht mit den Aufgaben gewachsen. „Wir sind im März überrannt worden", gibt Jürgen Theis, Leiter der Verwaltung der Abteilung Gesundheit, zu. Man habe mit Access eine eigene Datenbank geschaffen, auf die derzeit 150 Personen Zugriff hätten.

Diese soll aber nun durch die Software SORMAS ersetzt werden. Bereits beim Corona-Ausbruch von Tönnies sei man mit der alten Lösung an die Grenzen gestoßen", gab Gesundheitsamtsleiterin Anne Bunte zu.

Arbeitserleichterung für Mitarbeiter?

Wie Theis im Gesundheitsausschuss erläuterte, wurde SORMAS in Deutschland mit staatlichen Mitteln entwickelt. Bereits seit 2017 ist es zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Nigeria und Ghana im Einsatz - seit Beginn der Corona-Pandemie wird es dort auch bereits zum Management der Corona-Infektionsketten eingesetzt. „In Deutschland wird es in rund 70 Gesundheitsämtern eingesetzt", so Theis. Das Land Bayern habe alle Gesundheitsämter verpflichtet, die Corona-Software SORMAS zur Kontaktnachverfolgung einzusetzen.

Inzwischen gebe es Schnittstellen zum Robert-Koch-Institut und zum Landeszentrum Gesundheit NRW und zu Laboren, so dass dann keine Daten mehr per Fax ausgetauscht werden müssten. Eine App ermögliche es außerdem, dass Menschen, die sich in Quarantäne befinden, täglich ihren Gesundheitszustand eintragen könnten. „Das erspart uns im Quarantänemanagement viele Anrufe", hofft Theis auf Arbeitserleichterung für seine Mitarbeiter.

"Das wird eine harte Zeit"

Mitte/Ende Januar soll das Kontaktpersonen-Management des Kreises auf SORMAS umgestellt werden. „Das passiert unter Volllast", meinte Theis mit Blick auf die derzeit hohen Infektionszahlen. „Das wird eine harte Zeit." Er warb bereits jetzt bei den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses für Verständnis, dass es in dieser Zeit „an der ein oder anderen Stelle ruckeln" werde.

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