GüterslohEinblicke in das neue Impfzentrum des Kreises Gütersloh

Auch am zweiten Adventswochenende sind die Handwerker in dem Objekt an der Marienfelder Straße durchgehend im Einsatz – Mitte Dezember soll der Aufbau abgeschlossen sein.

Anja Hustert

Gebäudereiniger sind damit beschäftigt, den Fußboden so aufzubereiten, dass er den Hygienevorgaben entspricht. - © Andreas Frücht
Gebäudereiniger sind damit beschäftigt, den Fußboden so aufzubereiten, dass er den Hygienevorgaben entspricht. © Andreas Frücht

Gütersloh. Das große weiße Schild an der Marienfelder Straße ist nicht zu übersehen: „Impfzentrum des Kreises Gütersloh" steht darauf zu lesen. Wer auf das von Zäunen umgebene Gelände möchte, muss erst an einem Wachmann vorbei – Sicherheit wird hier großgeschrieben. „Von Seiten des Bundeskriminalamtes wird befürchtet, dass Kritiker der Corona-Maßnahmen versuchen könnten, in die Impfzentren einzudringen", sagt Bernhard Riepe vom Kreis Gütersloh. Gemeinsam mit Henrik Egeler, dem Leiter der Abteilung Tiefbau, betreut er die Errichtung des Impfzentrums im Kreis Gütersloh.

„Wir haben uns die richtigen Leute ausgesucht. Es geht gut voran", lobte Krisenstabsleiter Frank Scheffer.

Gerade mal eine Woche ist es her, dass der Kreis bekannt gab, dass der ehemalige Briten-Supermarkt, der seit vier Jahren leer steht, das Corona-Impfzentrum beherbergen soll. Nur das englische Wort „Entrance" über der rechten gläsernen Schiebetür erinnert noch daran, dass hier früher mal ein NAAFI-Shop war. Der eigentliche Verkaufsraum ist schon völlig entkernt. „Die Zwischenwände haben wir vergangenes Wochenende abgerissen", erzählt Egeler.

8.000 Quadratmeter Spanplatte werden in der Halle verbaut

Den Aufbauplan präsentieren hier (von links) Bernhard Riepe, Krisenstabsleiter Frank Scheffer und Henrik Egeler. - © Andreas Frücht
Den Aufbauplan präsentieren hier (von links) Bernhard Riepe, Krisenstabsleiter Frank Scheffer und Henrik Egeler. (© Andreas Frücht)

Auch am zweiten Adventswochenende sind die Handwerker durchgehend im Einsatz. Maler streichen die Wände, Elektriker stehen auf einer Hebebühne und tauschen Leuchtmittel an der Decke aus, Gebäudereiniger verschütten dosenweise Aceton, um den Klebstoff des alten Fußbodenbelags zu lösen. „In der kommenden Woche beginnt der Messebauer mit der Innenausstattung", so Egeler. 8.000 Quadratmeter kunststoffversiegelte Spanplatten werden vom Haller Unternehmen Conform in dem 1.600 Quadratmeter großen ehemaligen Supermarkt verbaut.

Nächste Woche beginnt der Bau von 80 weiteren Parkplätzen. Das Grün um die bestehende Parkfläche hat der Kiebitzhof wieder hergerichtet. „Die Natur hatte sich das Areal schon zurückgeholt", so Riepe.

„Das Datum wollen wir auf jeden Fall schaffen"

Auf einem großen Plan erläutert Egeler, wie es ab 15. Dezember – „das Datum wollen wir auf jeden Fall schaffen" – aussehen soll. Wann es mit dem Impfen losgeht, hängt von der Zulassung und der Verteilung des Impfstoffes ab. Geimpft werden soll sieben Tage die Woche – Heiligabend bis mittags, an den beiden Weihnachtsfeiertagen und Neujahr soll pausiert werden.

Aufs Gelände kommt nur, wer auch einen Termin für die Impfung hat. „Dazu werden wir ein Zelt am Haupteingang des Geländes aufstellen, wo der Termin überprüft wird und die Körpertemperatur gemessen wird. Wer Anzeichen einer Infektion hat, darf gar nicht aufs Gelände", erläutert der Leiter der Arbeitsgruppe Impfzentrum.

Mitarbeiter des Kiebitzhofes haben das Grün um den ehemaligen Briten-Supermarkt wieder hergerichtet. - © Wolfgang Wotke
Mitarbeiter des Kiebitzhofes haben das Grün um den ehemaligen Briten-Supermarkt wieder hergerichtet. (© Wolfgang Wotke)

Check-in, Wartebereich, dann findet in einer abgetrennten Kabine ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt statt. Erst danach wird die Impfung durchgeführt. Acht Impfstraßen sind geplant, geimpft werden soll täglich in zwei Schichten von acht bis 20 Uhr. „Hier gibt es einen weiteren Bereich, wo die Geimpften 30 Minuten lang von medizinischem Personal überwacht werden", deutet Egeler auf den Plan. Vor dem Verlassen des Impfzentrums erhält jeder Geimpfte seine Impfbescheinigung und eventuell einen Folgetermin – der Impfstoff ist nur wirksam, wenn er im Abstand von gut drei Wochen zwei Mal verabreicht wird.

„Wir richten noch einen sterilen Raum ein"

Aufenthalts- und Sanitärräume für das Personal sind in dem ehemaligen Supermarkt ausreichend vorhanden. Ebenso eine Halle zur Anlieferung und Aufbewahrung des Impfstoffs. „Wir richten noch einen sterilen Raum ein, in dem der Impfstoff aufbereitet wird", erzählt Frank Scheffer. Denn die Verteilung des Impfstoffes an die Krankenhäuser sowie die mobilen Teams, die dann vom Impfzentrum aus in die Pflege- und Altenheime zum Impfen starten, erfolgt ebenfalls von der Marienfelder Straße aus. Alte, Pflegebedürftige und Kranke sollen zuerst geimpft werden. Die breite Masse der Menschen im Kreis wird erst „nach Ostern" ins Impfzentrum kommen, schätzt Krisenstabsleiter Scheffer. Allerdings gebe es schon Anfragen von Menschen, die sich einen Termin reservieren wollten.

Die Kassenärztliche Vereinigung war bei allen Planungen mit im Boot. „Sie ist für die medizinische Betreuung und Durchführung der Impfungen zuständig", so Scheffer. Das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser im Kreis hätten ihre Hilfe angeboten.

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