Langes Warten auf die Führerschein-Prüfung? Das sagt der Kreis Gütersloh

Ein Fahrlehrer kritisiert, dass die Bearbeitung von Anträgen auf Zulassung zur Prüfung teils zu langen Wartezeiten führt. Er rät erst zu Fahrstunden, wenn die Behörde grünes Licht gegeben hat.

Max Maschmann

Die Führerscheinstelle des Kreises Gütersloh erhält pro Jahr etwa 6.000 Anträge für die Zulassung zur Führerscheinprüfung. - © Pixabay
Die Führerscheinstelle des Kreises Gütersloh erhält pro Jahr etwa 6.000 Anträge für die Zulassung zur Führerscheinprüfung. (© Pixabay)

Kreis Gütersloh. Bei der Bearbeitung der Anträge auf Zulassung zur Führerscheinprüfung kommt es in der Führerscheinstelle des Kreises Gütersloh derzeit vereinzelt zu längeren Wartezeiten. So berichtet es zumindest ein Fahrlehrer aus Verl. Dem Vernehmen nach sollen bis zu 500 unbearbeitete Anträge vorliegen. „Bei rund 6.000 Anträgen pro Jahr können aktuell durchaus 300 bis 400 Anträge zur Erfassung anstehen", sagt Kreissprecher Jan Focken. Demnach werden derzeit die ab Ende August eingegangen Anträge bearbeitet.

Die Kreisverwaltung hatte Anfang Juli darüber informiert, dass Mitarbeiter aus anderen Abteilungen zur Bekämpfung der Pandemie herangezogen werden. Noch am selben Tag hatte der Kreis in einer Mail an die Fahrschulen um Verständnis geworben, dass es zu Verzögerungen kommen kann, erklärt Focken. Das Ausmaß der Unterstützung durch andere Abteilungen sei inzwischen aber situationsbedingt deutlich reduziert.

Behörde strebt Zeitraum von zwei Wochen für Bearbeitung an

Josef Reckhenrich von der gleichnamigen Fahrschule in Verl ist dennoch der Auffassung: „Die Bearbeitung dauert manchmal sehr lange". Er erzählt von einem Fall, bei dem die Unterlagen am 26. August vorlagen, es bis dato aber noch keine Rückmeldung gegeben habe.

„Dieser kleine zeitliche Versatz kann bei der Verteilung der Vorgänge auf mehrere Sachbearbeiter nicht ausgeschlossen werden", hält die Kreisverwaltung dagegen. Nach Angaben von Reckhenrich seien andere, später eingereichte Anträge inzwischen längst bearbeitet worden. Laut dem geschäftsführenden Gesellschafter und Fahrlehrer benötigte die Führerscheinstelle dafür nur zwei Wochen. Wie Focken mitteilt, ist das etwa der Zeitraum, den die Behörde zwischen Eingang des Antrags und Erfassung beziehungsweise Beginn der Bearbeitung anstrebt.

Die Anträge werden laut Kreis mit den Fahrschulen erstellt und an die Führerscheinstelle weitergeleitet. Dort werden die Daten eingegeben und die Voraussetzungen überprüft. Gibt es keine Einwände, wird ein Prüfauftrag an den TÜV erstellt, damit entsprechende Prüfungstermine mit den Fahrschulen vereinbart werden können. Eingereicht werden müssen für die Zulassung zur Prüfung unter anderem ein aktuelles Lichtbild, ein gültiger Personalausweis, die Bescheinigung zur Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs und an einem Sehtest.

"Momentan läuft alles rund, wir können nichts Negatives sagen"

Wegen der teils längeren Wartezeiten rät Reckhenrich seinen Fahrschülern inzwischen dazu, erst die theoretische Prüfung zu machen, auf die Zulassung zur praktischen Prüfung zu warten – und erst dann mit den Fahrstunden zu beginnen. Andernfalls, so befürchtet er, könnten seine Prüflinge aus dem Rhythmus geraten, wenn sie nach den Fahrstunden auf die Zulassung des Kreises warten müssten. Bei Reckhenrich in Verl absolvieren normalerweise 120 bis 140 Fahrschüler pro Jahr ihre Führerscheinprüfung. Fünf Fahrlehrer sind im Einsatz.

Uwe Fissenewert, von der gleichnamigen Fahrschule in Rheda-Wiedenbrück, kann sich der Kritik seines Kollegen an der Führerscheinstelle nicht anschließen – im Gegenteil. „Momentan läuft alles rund, wir können nichts Negatives sagen", erklärt Fissenewert auf NW-Anfrage. Bei Fissenewert machen rund 240 Menschen pro Jahr ihren Führerschein, vier Fahrlehrer unterstützen sie dabei.

Seit Ende Juli, so teilt Focken mit, wird der Standort der Kreisverwaltung übrigens wieder als Ausgangspunkt für die Fahrprüfungen genutzt. Dafür gebe es ein abgestimmtes Verfahren mit den TÜV-Prüfern und dem Kreis. Toilettengänge im ansonsten für den Publikumsverkehr geschlossenen Kreishaus seien dadurch möglich gemacht worden, heißt es vom Kreis. Reckhenrich hatte seinerseits bemängelt, dass eine solche Möglichkeit nicht gegeben sei. Man habe vereinzelt auf die Toilette einer nahe gelegenen Bäckerei ausweichen müssen, berichtet der Fahrlehrer aus Verl.

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