RegionAfD-Bundestagsabgeordneter Hemmelgarn unter den Demonstranten am Reichstag

Der Harsewinkeler Bundestagsabgeordnete war einer von etwa 20 AfD-Abgeordneten, die an der Demonstration am Wochenende in Berlin teilgenommen hatten. Der Politiker reagiert auf Anfragen nicht.

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AfD-Bundestagsabgeordneter Udo Hemmelgarn. - © Andreas Frücht
AfD-Bundestagsabgeordneter Udo Hemmelgarn. © Andreas Frücht

Harsewinkel/Berlin. Der Harsewinkeler Bundestagsabgeordnete Udo Hemmelgarn ist bei den Ausschreitungen von Demonstranten am Reichstagsgebäude am vergangenen Samstag offensichtlich ganz nah dabei gewesen. Auf einem Videoausschnitt eines ZDF-Berichtes im Heute-Journal ist der Abgeordnete eindeutig zu erkennen.

Hemmelgarn war einer von laut ZDF-Bericht etwa 20 AfD-Abgeordneten, die an der Demonstration teilgenommen hatten. Diese richtete sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Zu sehen sind in den Berichten unter anderem Reichsbürger und Nazis, die mit schwarz-weiß-roten Reichskriegsflaggen und anderen Symbolen kurzzeitig die Treppen des Parlamentsgebäudes stürmten und nur von einem mutigen Polizeitrio daran gehindert wurden, in das Gebäude einzudringen.

Udo Hemmelgarn reagiert auf Anfragen nicht

Zwar hat sich die AfD offiziell von diesen Vorkommnissen distanziert. Doch im selben Bericht ist auch ein AfD-Abgeordneter namens Hansjörg Müller zu sehen, der am Tag danach zu Demonstranten spricht und seine krude Sicht der Dinge verbreitet. Etwa, dass die „wirklich schlimmen Figuren" die Befehlshaber der Polizei seien. Bilder und Statements, zu denen die Redaktion gerne den heimischen Abgeordneten Hemmelgarn gefragt hätten.

Doch der Anruf am Dienstag auf dessen Mobiltelefon wird nicht beantwortet, ebenso wenig die hinterlassene Nachricht auf dessen Sprachbox mit der Bitte um ein Gespräch. Hemmelgarn ist nicht erreichbar. Genauso so wenig, wie die AfD im aktuellen Kommunalwahlkampf greifbar ist.

Kein einziges spezifisches Harsewinkeler Thema

Keine Wahlstände, keine öffentliche Auftritte. Bis auf den Bundestagsabgeordneten selbst, der sich auf Platz eins der Reserveliste der Harsewinkeler AfD hat setzen lassen und so möglicherweise in den nächsten Stadtrat einziehen wird, stellen sich seine 13 Mitstreiter in den Wahlbezirken nicht mal mit einem Foto vor.

Auf ihren Plakaten wirbt die AfD mit Schlagworten wie „Heimat" oder fordert eine konsequente Abschiebung. In dem Flyer, den die Rechten derzeit verteilen, taucht kein einziges spezifisches Harsewinkeler Thema auf. Die Mischung der Forderungen reicht von „Abschaffung von Leiharbeit" über „Sach- statt Geldleistungen für illegale Migranten" bis zur „Abschaffung der „Pkw-Diskriminierung".

Auch die Förderung des Faches Deutsch findet sich darunter. Da kann die AfD bei sich selbst anfangen: Der Flyer ist mit dem Satz „Gute Altenativen für den ganzen Kreis" übertitelt.

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