Bus und BahnMaskenpflicht: Private Anbieter greifen härter durch als die Deutsche Bahn

Mundschutzverweigerer werden in Paderborn und Bielefeld ab sofort konsequent von der Beförderung ausgeschlossen. Die Bahn hingegen setzt auf das Verständnis ihrer Fahrgäste.

Lorraine Brinkmann

Auf eine Maske im Bus haben laut Padersprinter immer mehr Fahrgäste verzichtet. - © Padersprinter
Auf eine Maske im Bus haben laut Padersprinter immer mehr Fahrgäste verzichtet. © Padersprinter

Bielefeld/Paderborn. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie sind viele auf Busse und Bahnen angewiesen. Nicht jeder hat die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten oder ein eigenes Auto zu nutzen. Für manche ist der Arbeitsweg zu Fuß oder mit dem Rad schlicht zu weit. Zur Eindämmung des Virus ist bereits seit Ende April jeder Fahrgast verpflichtet, eine Maske zu tragen und so sich selbst und seine Mitmenschen zu schützen. Dass sich daran aber offenbar nicht jeder hält, zeigt ein Blick in die sozialen Netzwerke.

Immer wieder berichten dort Menschen von Mitfahrenden, die entweder gar keinen Schutz oder ihn beispielsweise unter der Nase tragen. Der Padersprinter nimmt derartige Zustände nicht mehr hin und schließt von nun an, Fahrgäste ohne Mundschutz konsequent von der Beförderung aus. Auch in Bielefeld dürfen Kunden ohne Maske die Busse und Bahnen nicht mehr betreten. Die Deutsche Bahn hingegen setzt vor allem auf Verständnis.

Obwohl der Padersprinter seit Einführung der Maskenpflicht über sämtliche Informationskanäle auf die wichtige Bestimmung aufmerksam macht und verstärkt Kontrollen durchführt, gebe es immer wieder Fahrgäste, die bewusst auf die Maske verzichten, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Teilweise führe das sogar dazu, dass Fahrgäste, die sich an die Pflicht halten, nicht mehr mitfahren wollen. Deshalb mache der Padersprinter ab sofort konsequent von seinem Hausrecht Gebrauch und schließe alle Personen, die sich bei einer Kontrolle offenkundig der Tragepflicht widersetzen, von der Beförderung aus. Sie werden an der nächsten Haltestelle des Busses verwiesen.

Mitarbeiter üben Hausrecht aus

Grundlage sei das Personenbeförderungsgesetz, das Verkehrsunternehmen verpflichtet, für die Gesundheit seiner Fahrgäste zu sorgen, teilt der Padersprinter auf Anfrage mit. Das rechtfertige bei Verstößen auch den Ausschluss einzelner Fahrgäste. Das Ausstellen von Bußgeldern aber sei den staatlichen Ordnungsbehörden vorbehalten. Außerdem berufe sich das Unternehmen auf die seit dem 15. Juli geltende Coronaschutz-Verordnung, laut derer Personen, die keinen Mundschutz tragen, von den entsprechenden Angeboten, Dienstleistungen oder Einrichtungen auszuschließen sind.

Ähnlich wird auch in Bielefeld verfahren. „Bei Bedarf weisen Fahrer oder Servicemitarbeiter auf die fehlende Maske hin. Die Mitarbeiter üben im Fahrzeug das Hausrecht aus und sind gehalten, die Maskenpflicht durchzusetzen. In einigen Fällen kann der Fahrgast ein Attest vorlegen, dass er vom Tragen der Maske befreit ist", heißt es auf Anfrage beim Verkehrsunternehmen Mobiel. Zeige sich ein Fahrgast weiterhin uneinsichtig, könne auch die Polizei hinzugezogen werden. „Entsprechend der NRW-Landesverordnung ist das Mitfahren ohne Mundschutz nicht erlaubt, so dass Verweigerer von der Mitnahme ausgeschlossen werden können", sagt das Unternehmen weiter. Allerdings handele es sich dabei eher um seltene Einzelfälle.

Bahn verweist auf Beförderungsbedingungen

Auf die Frage, warum die Deutsche Bahn die staatlichen Anordnungen im Rahmen ihres Hausrechts nicht konsequent durchsetzt, verweist das Unternehmen hingegen auf seine Beförderungsrichtlinien, in denen die Sanktionierung staatlicher Vorschriften nicht festgeschrieben sei. Sollte es im Zusammenhang mit der Maskenpflicht zu Konflikten kommen, behalte sich das Unternehmen vor, auch die Bundespolizei hinzuzuziehen.

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