Auffällige Schaufensterpuppen beziehen vor Tönnies Stellung

Künstler Dennis Meseg reist mit seiner von der Corona-Krise inspirierten Installation durch ganz Deutschland. Jetzt hat er in Rheda-Wiedenbrück Station gemacht.

Judith Gladow

Dennis Meseg sieht seine Installation "It is like it is" als Mahnmal zur Corona-Krise. - © Andreas Frücht
Dennis Meseg sieht seine Installation "It is like it is" als Mahnmal zur Corona-Krise. (© Andreas Frücht)

Rheda-Wiedenbrück. Rotweißes Absperrband umwickelt die Körper der 111 Mannequins, die auf dem Radweg an der Gütersloher Straße in Sichtweite der Fleischfabrik Tönnies stehen. Einigen Puppen fehlen Gliedmaßen, einige scheinen in einer Bewegung eingefroren.

Hinter der bedrückenden Installation "It is like it is" steht der Künstler Dennis Josef Meseg. Sie sei vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie entstanden und soll auf die verschiedenen sozialen und zwischenmenschlichen Konsequenzen der Krise aufmerksam machen, berichtet der 41-Jährige.

Er studiert an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Bildhauerei. Meseg ist mit den Schaufensterpuppen in ganz Deutschland unterwegs, platziert sie an Hotspots und vor allem zu Beginn in leeren Innenstädten. Mittlerweile machen sie öfter in leeren Clubs und Veranstaltungsorten Station.


„Die Installation ist ein Mahnmal. Es geht dabei um Achtsamkeit und Wertschätzung", erklärt Meseg. „Das Flatterband symbolisiert die Distanzierung." Er wolle damit den Finger in die Wunde legen, darauf aufmerksam machen, dass Covid-19 und seine Konsequenzen noch lange nicht vorbei sind.

"Wir dürfen das nicht vergessen"

Den Finger in die Wunde legen will er jetzt auch nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies. Darum ist er mit ihnen am 1. Juli nach Rheda-Wiedenbrück gekommen. Die Botschaft, sich gegenseitig zu achten und nicht alles als selbstverständlich zu nehmen, sei auch nach der aktuell akuten Lage enorm wichtig. Die Probleme der Fleischindustrie seien ja schon länger bekannt. Er wolle mit seiner Kunst einen Beitrag dazu leisten, den Fokus darauf zu halten. „Wir dürfen das nicht wieder vergessen."

Copyright © Haller Kreisblatt 2020
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.