Fällt der Urlaub aus? „Schriftliches Testergebnis in 48 Stunden nicht möglich“

Ausschließlich auf dem Postweg: Die vom Labor angebotene App dient nur der Selbstauskunft und ist am Urlaubsort nichts wert.

Nicole Hille-Priebe

Um vom Kreis Gütersloh aus in den Urlaub fahren zu dürfen, müssen vielerorts Corona-Testergebnisse vorgezeigt werden, die weniger als 48 Stunden alt sind. - © Symbolfoto/ Pixabay
Um vom Kreis Gütersloh aus in den Urlaub fahren zu dürfen, müssen vielerorts Corona-Testergebnisse vorgezeigt werden, die weniger als 48 Stunden alt sind. (© Symbolfoto/ Pixabay)

Gütersloh. Schlechte Nachrichten für alle Urlauber, Prüflinge oder Menschen, die im Kreis Gütersloh aus anderen Gründen auf ein schnelles Ergebnis ihres Coronatests angewiesen sind: „Ein Testergebnis zu bekommen, das nicht älter ist als 48 Stunden, kann gar nicht funktionieren. Das schafft niemand", erklärt Heike Achtermann von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf Nachfrage.

Zuvor hatte es widersprüchliche Meldungen zu den Problemen gegeben, nach dem Abstrich schnellstmöglich an sein Ergebnis zu kommen. Auch vom Kreis Gütersloh wird in der Kommunikation auf eine App verwiesen, die unter anderem vom Labor Krone in Bad Salzuflen verbreitet wird: „Das negative Testergebnis erhält man über eine sichere App, die die Labore anbieten. Wer diese App nicht installiert, wird nur im Falle eines positiven Ergebnisses angerufen", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

"Der Befund muss schriftlich vorliegen"

Kein Wort davon, dass diese App all jenen Menschen gar nichts bringt, die etwa am Urlaubsort ein schriftliches Ergebnis vorweisen müssen, das zudem nicht älter als 48 Stunden sein darf. „Der Befund muss schriftlich vorliegen und das geht nur auf dem Postweg. Die App der Labore dient nur der Selbstauskunft. Dieser rein digitale Befund hilft vor Ort nicht weiter, auch nicht als Email", so Achtermann weiter.

Alleine die Auswertung dauere mindestens 24 Stunden, die Post gehe meistens nur einmal am Tag raus, die Labore seien überlastet – da sei es praktisch ausgeschlossen, innerhalb von 48 Stundendas Ergebnis in Händen zu halten. „Das gilt auch für die Testungen beim Hausarzt, hier ist das festgelegte Prozedere nicht anders." Kreissprecher Jan Focken verweist auf Nachfrage an das Labor Krone. Dessen Chef Carsten Tiemann wollte sich aktuell nicht zu dem Sachverhalt äußern.

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