Arminia Bielefeld beendet Partnerschaft mit Tönnies

"Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen."

Philipp Kreutzer

Arminia beendet die "werbliche Partnerschaft" mit Tönnies. - © Andreas Frücht
Arminia beendet die "werbliche Partnerschaft" mit Tönnies. (© Andreas Frücht)

Bielefeld. Das Fußballherz des Clemens Tönnies schlägt bekanntlich für Schalke 04. Beim Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet bekleidet der 64-jährige Unternehmer, der zurzeit wegen des Corona-Ausbruchs in seinem Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück massiv in der Kritik steht, den Posten des Aufsichtsratschefs, er hat dem Klub auch immer wieder finanziell unter die Arme gegriffen. Zugleich unterstützt das Unternehmen Arminia Bielefeld. Der Bundesliga-Aufsteiger mag die Zusammenarbeit mit dem Fleischkonzern allerdings unter dem Eindruck der jüngsten Geschehnisse nicht weiterführen.

„Der Werbevertrag mit dem Unternehmen Tönnies wird zum Ende dieser Spielzeit auslaufen", hieß es jetzt von Seiten der Arminia: "Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen."

Umfang des Sponsorings lässt Arminia offen

Tönnies ist seit Juli 2019 offiziell Partner der Arminia. Schon zuvor hatte der Unternehmer den Klub nach eigener Aussage unterstützt. „Mit dem Verein verbindet mich sehr viel: Als Traditionsverein aus meiner Heimatregion liegt mir die Arminia am Herzen", hatte Tönnies 2011 gesagt.

Welchen Umfang das Sponsoring bei Arminia Bielefeld hatte und hat, lässt der Klub offen. Das Unternehmen gehört allerdings nicht zum „Bündnis Ostwestfalen", dem Zusammenschluss von Unternehmen, das Arminia aus einer prekären finanziellen Lage geholfen hat. Die Unterstützung umfasste auch diesen Aspekt: In der Vergangenheit waren Mannschaften des DSC gelegentlich auf den Kunstrasen der Tönnies-Arena in Rheda-Wiedenbrück ausgewichen, wenn die Bedingungen im Winter Übungseinheiten an der Bielefelder Friedrich-Hagemann-Straße nicht zuließen.

Auch bei Schalke 04 steht Tönnies wegen der Vorgänge in seinem Betrieb mit rund 1.500 mit Corona Infizierten unter Druck. In Gelsenkirchen hängen Banner mit der Aufschrift „Tönnies raus". Die Botschaft ist klar: Clemens Tönnies soll zurücktreten. Für Samstag ist eine Anti-Tönnies-Demo an der Arena geplant. Schon nach dem Rassismus-Skandal Anfang August 2019 forderten zahlreiche Anhänger seinen Rücktritt, Tönnies beließ es aber bei einer dreimonatigen Denkpause.

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