RegionDroht ein Lockdown? 48 neue Corona-Fälle – Kreis erhöht Druck auf Tönnies

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Kreis Gütersloh. Im Kreis Gütersloh wurden zum Stand 15. Juni, 0 Uhr, 799 (14. Juni: 787) laborbestätigte Coronainfektionen erfasst. Seit der letzten Veröffentlichung der Fallzahlen am Freitag, 12. Juni, sind 48 Neuinfektionen gemeldet worden, teilt die Kreisverwaltung mit.

Von den 799 laborbestätigten Fällen gelten 666 (14. Juni: 666) Personen als genesen und 113 (14. Juni: 101) als noch infiziert. Davon befinden sich 107 in häuslicher Quarantäne. Laut Auskunft der vier Krankenhäuser werden derzeit 6 Patienten (14. Juni: 5) stationär behandelt.

Davon werden zwei Personen (14. Juni: 2) intensivpflegerisch versorgt und müssen beatmet werden. Im Kreis Gütersloh sind 20 Personen (14. Juni: 20) verstorben, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten.

Von den 48 Neuinfektionen stehen 46 in direktem Zusammenhang mit dem Schlachtbetrieb Tönnies. „Das Unternehmen Tönnies und seine Werkvertragsnehmer tragen als Arbeitgeber eine außerordentlich große Verantwortung, dass es im Kreis Gütersloh nicht wieder zu einem Anstieg der Infektionen in der Bevölkerung kommt. Die Infektionszahlen müssen wieder sinken! Und wenn die bisherigen Maßnahmen nicht gereicht haben, müssen weitere ergriffen werden", erklärt Kreis-Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch. „Deshalb stehen wir mit dem Land, insbesondere der für den Arbeitsschutz zuständigen Bezirksregierung Detmold und dem Unternehmen Tönnies in engem Kontakt."

Droht ein "Lockdown" im Kreis Gütersloh?

In den vergangenen sieben Tagen waren im Kreis Gütersloh 94 Neuinfektionen zu verzeichnen. Der Anstieg in den vergangenen Tagen beruht ganz überwiegend auf Neuinfektionen von Personen, die bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück tätig sind, fasst die Kreisverwaltung zusammen. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage sind deshalb von Interesse, weil sich Bund und Länder darauf verständigt haben, dass ab einer Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner geprüft werden soll, ob in dem betroffenen Kreis oder der kreisfreien Stadt wieder kontaktbeschränkende Maßnahmen getroffen werden sollen. Diese Schwelle wäre im Kreis Gütersloh bei 182 Neuinfizierten innerhalb von sieben Tagen erreicht.

Ein Automatismus setze dann jedoch nicht ein, klärt die Kreisverwaltung auf. Der Blick auf die Praxis in anderen Regionen zeigt, dass die Überschreitung dieses Grenzwertes nicht unbedingt zu einem neuen "Lockdown" führt – beispielsweise dann nicht, wenn das Ausbruchsgeschehen lokal sehr begrenzt auftrat und sich die Neuinfektionen auf einen oder sehr wenige Hotspots beschränkten.

Fälle nach Kommunen (aktuell/ Vortag/ Todesfälle):

Borgholzhausen: 26/ 26/ 0

Gütersloh: 178/ 162/ 2

Halle: 52/ 52/ 5

Harsewinkel: 71/ 71/ 1

Herzebrock-Clarholz: 34/ 34/ 0

Langenberg: 32/ 32/ 0

Rheda-Wiedenbrück: 132/ 136/ 0

Rietberg: 81/ 81/ 1

Schloß Holte-Stukenbrock: 38/ 38/ 1

Steinhagen: 54/ 54/ 7

Verl: 39/ 39/ 0

Versmold: 43/ 43/ 0

Werther: 19/ 19/ 3

Summe: 799/ 787/ 20

Davon genesen: 666/ 666

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