Schwere Vorwürfe gegen Wurstfabrik aus dem Kreis Gütersloh

Ein Hinweisgeber hat dem Kreis Gütersloh offenbar belastende Unterlagen und Videos zugespielt. In dem Unternehmen soll verschimmeltes Fleisch gesäubert und abgelaufene Wurst umetikettiert worden sein.

Lena Vanessa Niewald

Der Kreis Gütersloh hat anonyme Hinweise erhalten, dass es Unregelmäßigkeiten in einer Wurstfabrik im Kreis Gütersloh gibt. - © Symbolfoto/Pixabay
Der Kreis Gütersloh hat anonyme Hinweise erhalten, dass es Unregelmäßigkeiten in einer Wurstfabrik im Kreis Gütersloh gibt. (© Symbolfoto/Pixabay)

Kreis Gütersloh. Es sind Vorwürfe, die Verbraucher derzeit aufhorchen lässt. Ein Wursthersteller aus dem Kreis Gütersloh soll in mehrfacher Hinsicht gegen Hygienevorschriften verstoßen haben. Ein Hinweisgeber hat dem Kreis Gütersloh offenbar belastende Videos und eine lange Liste mit Vorwürfen und einigen Namen von mutmaßlichen Verantwortlichen der Wurstfabrik zukommen lassen.

Kreissprecher Jan Focken bestätigte auf Nachfrage: „Am 28. November erreichte den Kreis ein anonymer Hinweis auf Verstöße in der Produktion eines Wurstherstellers aus dem Kreis Gütersloh." Dem Vernehmen nach soll die Firma unter anderem verschimmeltes Fleisch mit einem Hochdruckreiniger gesäubert haben, Separatorenfleisch (maschinell vom Knochen gelöste Fleischteile) verarbeitet haben ohne es auf dem Produkt zu vermerken und Wurst mit einem abgelaufenen Haltbarkeitsdatum umetikettiert haben.

Produktionsräume, Geschäftsunterlagen und Inhaltsstoffe kontrolliert

Laut Focken habe die Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung den betroffenen Betrieb einen Tag nach Eingang der Anzeige mit drei Kontroll-Teams aufgesucht. Dabei seien die Produktionsräume, die Geschäftsunterlagen und die verwendeten Inhaltsstoffe kontrolliert worden, sagt Focken. Zwei weitere Male sei der Betrieb mittlerweile kontrolliert worden. Das letzte Mal erst am Montag. „Es wurden zahlreiche Proben genommen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Wir erwarten sie aber noch vor den Ferien."

Bislang habe sich keiner der erhobenen Vorwürfe bestätigt, betont der Kreissprecher eindringlich. Es habe sich herausgestellt, dass sich einige der Vorwürfe auf Missstände beziehen, die einige Zeit zurückliegen würden. Focken weiter: „In einem weiteren Fall belegten Originaldokumente, dass ein vom Tippgeber erhobener Vorwurf sich als falsch herausstelle."

Wursthersteller ist sonst nie auffällig gewesen

Natürlich könne der Kreis Gütersloh aber nur bewerten, was die eigenen Kontrollen ergeben – und eben nicht das Material des Hinweisgebers. „Dies kann immer nur Anlass sein, in einem Betrieb genauer hinzuschauen als ohnehin üblich." Bisher sei der betroffene Wursthersteller nicht negativ aufgefallen. Bei den vierzig Proben aus den vergangenen zwei Jahren habe es keine Beanstandungen hinsichtlich einer gesundheitlichen Gefährdung gegeben – etwa aufgrund von Listerien oder Salmonellen.

Der anonyme Hinweisgeber soll in seinem Schreiben auch angedeutet haben, dass die betroffene Wurstfabrik auf frühere Kontrollen vorbereitet war und gewisse Prozesse im Vorfeld verschleierte. „Man kann sich auf unangemeldete Kontrollen nicht vorbereiten", sagt Jan Focken dazu, „ansonsten ist dieser Hinweis nicht weiter ernst zu nehmen, sondern dürfte – was die Reaktion auf eine unangemeldete Kontrolle angeht – eher zum gelebten Leben gehören.

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