Wie kann die Polizei Bielefeld einen Maskierten mit Phantombild suchen?

Zwei maskierte Männer mit Pistolen überfallen einen Ikea-Markt. Jetzt sucht die Polizei einen von ihnen mit Bild. Viele Leser fragen sich, wie das möglich ist?

Jens Reichenbach

Symbolbild - © Andreas Frücht
Symbolbild (© Andreas Frücht)

Bielefeld. Überrascht reagierten viele Leser auf den jüngsten Fahndungsaufruf der Polizei mit einem Phantombild. Denn der Gesuchte gehört zu einem Raubüberfall auf den Ikea-Markt am Südring, bei dem die Täter Skimasken und Mützen trugen. Wieso kann die Polizei jetzt ein Phantombild eines Tatverdächtigen veröffentlichen?

Wie berichtet, hatten mindestens zwei Täter am 5. Oktober kurz vor Ladenschluss den Ikea-Markt am Südring betreten und seien durch die Geschäftsräume direkt zu einem Büroraum gegangen, wo sie ihre Schusswaffen zückten und zwei Angestellte bedrohten. Dabei trugen die beiden Männer Skimasken und schwarze Mützen.

Die Täter kamen unmaskiert ins Gebäude

Wer kennt diesen Mann? Er soll am 5. Oktober mit mindestens einem Komplizen den Ikea-Markt am Südring überfallen haben. - © Polizei
Wer kennt diesen Mann? Er soll am 5. Oktober mit mindestens einem Komplizen den Ikea-Markt am Südring überfallen haben. (© Polizei)

Wer also konnte den Phantombildzeichnern des Landeskriminalamtes (LKA) so konkrete Details eines der Täter vorgeben? Polizeisprecherin Hella Christoph erklärt: "Der Überfall fand kurz vor Ladenschluss statt. Das heißt, die Täter sind ganz normal, ohne Maskierung, mit den übrigen Kunden in den Markt gegangen."

Die Auswertung des vorhandenen Videomaterials aus dem Markt habe inzwischen einen dringenden Tatverdacht auf einen Mann ergeben. Weitere Ermittlungen und Zeugenaussagen machten es möglich, den Mann für ein Phantombild ausreichend zu beschrieben, so Christoph. Das Phantombild ist nun eine echt heiße Spur zu den Tätern.

Komplize hat sich womöglich besser vor den Kameras geschützt

Leider ist das gleiche den Ermittlern des Kriminalkommissariates 14 mit dem zweiten Räuber noch nicht gelungen. Offenbar hatte sich der Komplize besser vor den Videokameras geschützt. Genauso unklar ist noch, ob das Räuberduo einen Komplizen hatte, wie Hella Christoph sagte. "Wir gehen von mindestens zwei Tätern aus. Möglicherweise gab es noch andere, die Schmiere gestanden haben."

Die Täter gingen rücksichtslos vor. Sie bedrohten die Ikea-Angestellten mit ihren Pistolen, forderten diese auf, den Tresor zu öffnen und sich anschließend auf den Boden zu legen. Anschließend fesselten sie die beiden Mitarbeiter, und flüchteten gegen 21 Uhr nach draußen. Erst nachdem sich die beiden Überfallenen befreit hatten, konnten sie die Polizei rufen. Beide blieben unverletzt, wurden aber umgehend betreut.

Auffallend: Beide trugen orange-rote Warnwesten

Die gesuchten Täter (25 bis 30 Jahre) trugen schwarze Mützen, Skimasken, Handschuhe, schwarze Oberbekleidung, schwarze Stoffhosen und schwarze Schuhe. Auffallend war, dass beide orange-rote Warnweste trugen. Einer der Täter war rund 1,75 Meter groß und schlank, sein Komplize rund 1,80 Meter und korpulent.

Zeugen, die die Person auf dem Phantombild erkennen, melden sich beim Kriminalkommissariat 14 der Polizei unter Tel. (05 21) 54 50.

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