OWLStaatsschutz ermittelt: Rechte Parolen an Geschäften in Gütersloh

Zu den Geschädigten gehören die Bundesgeschäftsstelle des Zentralverbands der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland, eine Änderungsschneiderei und eine Anwaltskanzlei

Nicole Hille-Priebe

Symbolbild - © Andreas Frücht
Symbolbild © Andreas Frücht

Gütersloh. Nicht nur in Sachen Rechtschreibung eine Sechs: Bereits in der Nacht zum 1. April wurden zwei Gebäude in Gütersloh mit Farbe und rechten Parolen beschmiert; der Staatsschutz ermittelt.

Einer der Geschädigten ist die Bundesgeschäftsstelle des Zentralverbands der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland (ZAVD) an der Berliner Straße sowie eine assyrische Änderungsschneiderei, der andere die Anwaltskanzlei Steiner Wecke & Kollegen an der Ziethenstraße.

Während beim ZAVD das Schild der Geschäftsstelle mit schwarzer Farbe übertüncht wurde, sprühten die Täter an die Fassade der Anwaltskanzlei eine rechte Parole mit Rechtschreibschwäche. Laut der Assyrischen Vereinigung gab es bei ihnen zudem Hakenkreuzschmierereien. "Es kam in dieser Gegend bisher noch nie vor, dass Geschäfte mit Hakenkreuzen beschmiert wurden", sagt Bundesgeschäftsstellenleiter Michael Poll. "Ich bin schockiert, dass in einer so multikulturellen Stadt wie Gütersloh noch rechtes Gedankengut existiert."

Auch in der Kanzlei Steiner Wecke & Kollegen kann man über die Hintergründe der Taten nur rätseln. "Wir haben keinerlei Verbindungen zu den Assyrern und auch keinen konkreten Verdacht zu den Tätern. Es bleibt abzuwarten, was der Staatsschutz herausfindet. Unsere Überwachungskameras haben zwei Täter aufgezeichnet, einer sprüht und der andere steht Schmiere", berichtet der Rechtsanwalt Martin Rother. Man habe die Schmierereien zunächst notdürftig abgedeckt, bevor die Fassade in Kürze renoviert wird. "Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass rechtsradikale Parolen unverzüglich entfernt werden müssen. Hier muss wohl die gesamte Fassade neu gestrichen werden, das lässt sich mit einer Teilrenovierung nicht machen."