Führerscheinstelle im Kreis Gütersloh wird mit Anträgen überhäuft

Zwar haben die Bürger für das Eintauschen ihres alten Lappens noch reichlich Zeit, aber viele wollen die Sache offenbar möglichst schnell hinter sich bringen.

Ludger Osterkamp

Symbolbild - © Privat
Symbolbild (© Privat)

Gütersloh. Bis zum Jahr 2033 müssen die Führerscheine in den EU-Ländern einheitlich sein - Zeit genug eigentlich, um seinen alten Führerschein einzutauschen. Doch schon jetzt überhäufen die Bürger die Führerscheinstelle des Kreises Gütersloh mit Umtauschanträgen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es dreimal so viele.

Die Kreisverwaltung wappnet sich, um der höheren Nachfrage gewachsen zu sein: Noch in diesem Jahr schafft sie im Sachgebiet der Abteilung Straßenverkehr eine zusätzliche Stelle. Die Fraktionen im Kreisausschuss stimmten der Aufstockung des Stellenplans unlängst zu. Die Entscheidung fiel ihnen vermutlich leicht: Da jeder Umtausch 29 Euro Gebühren einbringt, rechnet sich die Stelle von selbst.

Betroffen sind alle - im Kreis Gütersloh sind das 300.000 Menschen

Im März hatte der Gesetzgeber die Umtauschfristen vorgelegt, zu der die Leute ihre Führerscheine umtauschen müssen. Betroffen sind alle - ob sie nun den alten grauen Lappen haben, den rosafarbenen Schein oder schon die Plastikkarte. Damit es nicht zu einem punktuellen Ansturm kommt, gibt es unterschiedliche Fristen je nachdem, in welchem Zeitraum man den Führerschein erworben hat.

Autofahrer der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 beispielsweise, die ihren Führerschein bis Ende 1998 erhielten, müssen ihn bis erst bis zum 19 Januar 2022 eintauschen. Die Geburtsjahrgänge '59 bis '64 haben ein Jahr länger Zeit, die Jahrgänge '65 bis '70 ein weiteres Jahr mehr. Für Führerscheine, die ab 1999 ausgestellt wurden, ist der erste Stichtag gar erst der 19. Januar 2026. Am meisten Zeit lassen können sich die Fahrer, die vor 1953 geboren wurden: Ihre Frist endet am 19. Januar 2033. Per se gilt freilich, dass Führerscheine grundsätzlich nur noch 15 Jahre gültig sind.

Die Prognosen werden wohl nach oben korrigiert

Die Abteilung Straßenverkehr des Kreises rechnete bislang damit, dass in diesem Jahr rund 1.600 zusätzliche Bearbeitungsfälle auf die Führerscheinstelle zukommen, die Zahl der umgetauschten Führerscheine werde von 1.823 im Jahr 2018 auf etwa 3.400 im Jahr 2019 steigen. Ob diese Zahlen angesichts des Andrangs noch zutreffen, scheint allerdings fraglich: Seit die Fristentabelle veröffentlicht ist, habe der Zulauf erheblich zugenommen. "Die Leute wollen die Sache möglichst schon aus dem Kopf haben", sagt Kreissprecher Jan Focken.

Circa 300.000 Führerscheininhaber gibt es im Kreis Gütersloh Wann wer seinen Führerschein tauschen muss, steht im Serviceportal des Kreises unter service.kreis-guetersloh.de (Umstellung in einen EU-Kartenführerschein). Wer möchte, kann seinen geliebten grauen Lappen übrigens gerne behalten - aber nur als Andenken.
Auch für Berufskraftfahrer ändert sich die Lage

Von der zusätzlich beschlossenen Stelle im Straßenverkehrsamt entfällt allerdings nur die Hälfte der Arbeit auf den Führerscheinumtausch. Die andere Hälfte ist dafür angesetzt, die Fahrerlaubnis für Berufskraftfahrer zu verlängern. 2014 waren neue Regeln in Kraft getreten, nach denen Berufskraftfahrer alle fünf Jahre ihre Qualifikationsbescheinigung vorzulegen haben, sonst verlieren sie ihre Fahrberechtigung (Schlüsselzahl 95). 37 Euro bezahlen sie dafür.

Fünf Jahre nach Inkrafttreten dieser Regelung rechnet der Kreis damit, dass es nun zum Run der Berufskraftfahrer kommt. Noch in diesem Jahr rechnet er mit 2.500 zusätzlichen Fällen, danach mit jährlich 750 plus.

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