Camping-Boom zum Start der Schulferien in NRW - Staus auf vielen Autobahnen

Matthias Bungeroth

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Bielefeld. An diesem Wochenende ist es wieder soweit: Die Sommerschulferien beginnen in Nordrhein-Westfalen und mit ihnen der erhöhte Verkehr auf den Fernstraßen. „Der ADAC Ostwestfalen-Lippe erwartet eines der staureichsten Reisewochenenden des Jahres", warnt Sprecher Ralf Collatz.

Dieser Effekt dürfte eine gute Reiseplanung für eine spezielle Urlaubergruppe besonders wichtig machen – die Camper. Denn diese Form des Urlaubs wird auch im Hochsommer immer beliebter. Das Kraftfahrtbundesamt weist für 2019 einen Bestand von 532.786 zugelassenen Wohnmobilen in Deutschland aus. Ein Höchstwert seit dem Jahr 2010 (330.664).

„Caravaning-Tourismus ist ein immer bedeutenderer Wirtschaftsfaktor in Deutschland", erklärt dazu das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif). 2018 bescherten demnach die Urlauber im Reisemobil, Caravan und Zelt der deutschen Wirtschaft einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro, 11,5 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

"Campen ist zukunftsweisend"

Das bestätigt Annette Auster-Müller, Inhaberin des Campingplatzes Furlbachtal in Schloß Holte-Stukenbrock. „Das Campen ist zukunftsweisend", fügt sie hinzu. „Die Gäste wollen nicht mehr so weit fahren." Ihr Platz habe im Mai ein Buchungsplus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr gehabt.

Die Staugefahr ist dem ADAC OWL zufolge am Freitag zwischen 13 und 20 Uhr sowie Samstag von 11 bis 18 Uhr und Sonntag von 14 bis 20 Uhr am größten. Gerade die Baustellen dürften den Kraftfahrern erneut zu schaffen machen. In NRW gebe es gerade an Wochenenden gut 120 Baustellenabschnitte auf Autobahnen. Auch in Niedersachsen müssen Autofahrer auf ihrem Weg nach Norden mit vielen Baustellen rechnen, so unter anderem auf der A 7.

Ab zehn Kilometern Stau abfahren

Die Verkehrsexperten raten, erst bei einem Stau ab zehn Kilometer Länge oder einer Vollsperrung einer Autobahn von dieser abzufahren. Denn, so Collatz: „Auch die Ausweichstrecken sind schnell verstopft." Wer Richtung Süden fährt, muss auf der Tauern-, Fernpass-, Brenner- und Gotthardroute sowie auf den Fernstraßen zu den italienischen, französischen und kroatischen Küsten mit Behinderungen rechnen. Collatz: „Lange Zwangsstopps von mehreren Stunden sind möglich."

Zu den ausländischen Top-Reisezielen der Urlauber in NRW zählen mit 21,6 Prozent die türkische Riviera, danach Mallorca (11,4) und Ägypten (7,1), so die Buchungsplattform ab-in-den-urlaub.de

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