Claas feiert nur kurz 100 Jahre und richtet den Blick in die Zukunft

Vor 100 Jahren siedelte sich der sechs Jahre zuvor gegründete Erntemaschinenhersteller in Harsewinkel an. Heute erntet das Unternehmen mit weltweit 11.000 Mitarbeitern die Früchte seiner Entwicklung.

Burkhard Hoeltzenbein

Ehrengast: Helmut Claas (v.l), Patrick Claas, Volker Claas, sowie Reinhold Claas stellen „Edelfan" Susan Morgan den aktuell modernsten Lexion vor. - © Andreas Frücht
Ehrengast: Helmut Claas (v.l), Patrick Claas, Volker Claas, sowie Reinhold Claas stellen „Edelfan" Susan Morgan den aktuell modernsten Lexion vor. (© Andreas Frücht)

Harsewinkel. Für den Blick zurück auf 100 Jahre Firmengeschichte am Standort Harsewinkel hat der Landmaschinenhersteller Claas  nur eine kurzweilige Stunde gebraucht. Mit seiner Herkunft hält sich das sich selbstbewusst als führender Mähdrescherproduzent in Europa vorstellende Familienunternehmen nur kurz auf. Der Blick richtet sich in die Zukunft. Claas stellt sich mit dem Umbau der Produktionsstraßen am Stammsitz Harsewinkel im kommenden Jahr der nächsten Herausforderung.

Mit „Synpro 2020" ist der bereits im Frühjahr vorgestellte Plan überschrieben, mit dem der Landmaschinenriese seine Fertigung weiter optimieren will. Noch hält sich die Firmenleitung bei den Details für die Zukunftsinvestition bedeckt. „Ein zweistelliger Millionenbetrag", grenzt Wolfram Eberhardt, Leiter der Unternehmenskommunikation, das Investitionsvolumen grob ein. Im August will Claas das Projekt, das mit hohem Zeitdruck im kommenden Jahr voraussichtlich in der Produktionssommerpause abgewickelt werden, vorstellen.

Unternehmen bewies immer wieder Mut

Die mit vielen Fotos und Originaltonaufnahmen angereicherte Präsentation der „Sternstunden der Firmenhistorie" verriet, dass die „Claasianer" mit ihren Unternehmensentscheidungen immer wieder Mut bewiesen. Das galt für den Kauf eines Hartsteinwerkes im Jahr 1919, der Keimzelle des Unternehmens, das August Claas im Jahr 1913 zunächst in Herzebrock-Clarholz gründete. Mit der Produktion von Kalksandsteinziegeln und der Reparatur von Strohbindern setzte das Landmaschinenunternehmen zum wirtschaftlichen Aufschwung an.

Die eigene Produktion von technisch immer weiter verfeinerten Strohbindern brachte die junge Firma voran. „Wir haben uns immer gefragt, was der Landwirt braucht, um seine Arbeit effektiver zu schaffen. Diese Frage stellen wir uns bis heute", sagte Moderator Eberhard Weller. Eine Motivation, die auch die britische Landwirtin Susan Morgan fasziniert. Der „Edelfan" hat fast alle Claas-Standorte bereist und kam extra zur Jubiläumsveranstaltung von Herefordshire nach Harsewinkel.

Umsatz 2018 liegt bei 3,9 Milliarden Euro

Ein Jahrhundert später ist Claas mit einem Umsatz im Geschäftsjahr 2018 (Oktober bis September) von 3,9 Milliarden Euro, Geschäftsbeziehungen auf allen Kontinenten und mit seinen Werken in den USA, Frankreich, Russland und China ein gewichtiger „Global Player". Das Ergebnis vor Steuern der Kommanditgesellschaft auf Aktien mbH beträgt 226 Mio. Euro. Alleine in Forschung und Entwicklung investierte der Landmaschinenhersteller im Berichtszeitraum 233 Mio. Euro. Das jüngst für 15 Millionen Euro fertiggestellte Test- und Versuchszentrum am Stammsitz Harsewinkel gilt im Unternehmen als nächster Meilenstein bei der Standortsicherung.

Von der Bodentreue des auf 400.000 Quadratmeter Firmenfläche angewachsenen Giganten profitiert Harsewinkel seit 100 Jahren. Spätestens mit der Entwicklung der selbstfahrenden Erntemaschinen nach 1945 gelang Claas der Durchbruch. 1962 rollte der 100.000. Mähdrescher vom Band. Sechs Jahre später hatte Claas die Zahl verdoppelt. Die Bevölkerungszahl stieg nicht zuletzt durch den Zuzug von Arbeitnehmern von 10.000 im Jahr 1960 auf heute 25.000.

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