Bis zu 35 Grad in OWL: Tipps und Tricks gegen die Hitze

Alexander Lange

Viel mehr Sonne geht nicht: Die Hitze hat großen Einfluss auf den Tagesablauf vieler Menschen. - © pixabay
Viel mehr Sonne geht nicht: Die Hitze hat großen Einfluss auf den Tagesablauf vieler Menschen. (© pixabay)

Ab Dienstag wird es heiß in Ostwestfalen-Lippe. Meteorologen erwarten Temperaturen von bis zu 35 Grad. Aber was tun, um der drückenden Wärme entgegen zu wirken? Welche Tipps helfen, um die Temperaturen im Büro angenehm zu halten? Wir haben die passenden Antworten.

Richtig Essen und Trinken

Grilllfans, für die ein Steak an einem heißen Sommertag einfach dazugehört, sollten wissen: Das tierische Eiweiß regt die körpereigene Wärmeproduktion an. Leichtes Essen wie Salat, Obst oder rohes Gemüse hingegen bieten eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und versorgen den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Viel zu trinken ist sehr wichtig. Besonders Mineralwasser, Saftschorlen oder alkoholfreies Bier enthalten Elektrolyte, die dabei helfen, Flüssigkeiten besser im Körper zu verteilen. Alkohol hingegen weitet die Blutgefäße und entwässert den Körper, was den Kreislauf zusätzlich belastet. Getränke sollten dabei nicht eiskalt, sondern eher lauwarm genossen werden. Auch wenn die Sonne brennt, sind regelmäßige Mahlzeiten wichtig.

Dann kommt es aber umso mehr auf die passenden Speisen an. Anja Luci, Ernährungsexpertin bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse, rät von schwerer Kost ab, vor allem in der Mittagshitze: „Der Körper ist durch die hohen Temperaturen bereits stark beansprucht. Ein fetter Braten etwa belastet dann nur noch zusätzlich, weil er aufwendig verdaut werden muss."

Gut geeignet sind dagegen Gemüse und Obst. Diverse Sorten liefern außer Vitaminen und Mineralstoffen auch Wasser. „Viele Menschen machen das schon automatisch richtig. In einer Forsa-Umfrage haben wir herausgefunden, dass sich jeder Vierte im Sommer gesünder ernährt als im Winter", sagt Luci. Vor allem Melonen, Tomaten und Gurken können den Flüssigkeitshaushalt aufbessern. Auch Beerenfrüchte sind eine tolle Alternative.

Hitze als Gesundheitsrisiko

Die Hitze bringt besonders für Babys, chronisch Kranke sowie Senioren gesundheitliche Risiken mit sich. Warnzeichen des Körpers wie Kreislaufbeschwerden, Bauchkrämpfe oder Schwächegefühl sollten ernstgenommen werden. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser erwarten in dieser Woche vermehrt Patienten mit hitzebedingten Beschwerden. An heißen Tagen erhöhe sich der Flüssigkeitsbedarf erheblich, heißt es.

Im Sommer 2018 starben allein in Berlin etwa 490 Menschen aufgrund der Hitzeeinwirkung, wie aus einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Ärzte empfehlen, mindestens zwei Liter pro Tag zu trinken, sich möglichst nicht in der Sonne aufzuhalten und lockere Kleidung zu tragen: „Wichtig ist für Senioren und Kranke, sich genau an die Ratschläge des Hausarztes zu halten", sagt Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Arbeitskreises Notfallmedizin der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin".

Das könne auch mal bedeuten, dass Medikamente – nach Rücksprache mit dem Arzt – in einer anderen Dosierung eingenommen werden sollten als an kühleren Tagen. Außerdem sollten alte Menschen Anstrengungen in die Morgen- oder Abendstunden verlegen.

Vorsicht beim Badespaß

Nicht nur Freibäder erfrischen bei sommerlichen Temperaturen. Auch Badeseen und Flüsse sind beliebt. Aber Vorsicht: Wer sich unbedarft ins kühle Nass stürzt, begibt sich schnell in Gefahr. „Die Leute denken, dass Baden in Flüssen und Seen das gleiche ist wie im Freibad. Und das stimmt einfach nicht", sagt Bastian Wiebusch, technischer Leiter der Wasserwacht Westfalen-Lippe.

„In Flüssen gibt es gefährliche Strömungen, die vom Ufer aus nicht zu sehen sind." Den häufigsten Grund für Badeunfälle kennt Pierre Rojahn vom DLRG in Paderborn: „In 90 Prozent der Fälle ist Alkohol im Spiel." Das belaste das Herz-Kreislaufsystem. Wichtig sei beim Badevergnügen, sich an die Regeln zu halten und langsam mit der Wassertemperatur zu akklimatisieren. Dann stehe dem Vergnügen nichts im Weg.

Eincremen: Auf den Faktor kommt es an

Wer unangenehmem Sonnenbrand vorbeugen will, sollte sich rechtzeitig und ausreichend eincremen.Dabei lautet die Regel: Je heller der Hautton, desto höher der Lichtschutzfaktor. Aber noch wichtiger ist ein regelmäßiges Nachcremen der Körperstellen. Besonders anfällig für Sonnenbrand sind die Gesichtspartien, Dekolletee, Nacken und Arme. Auch die Lippen brauchen Sonnenschutz.

Babys sollten wenn möglich der Sonne gänzlich fern bleiben, Kinder sollten Sonnencreme nutzen, die mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30 aufweist. Kommt es trotz Eincremens zum Sonnenbrand, können After-Sun-Produkte Abhilfe schaffen oder zumindest den Schmerz lindern. Bei Schwindelgefühlen, Fieber, starken Schmerzen oder Bläschen auf der Haut, sollten Betroffene jedoch den Weg zum Arzt suchen. Ein Sonnenstich könnte Auslöser sein.

Aufgepasst: Die Waldbrandgefahr steigt

Die Gefahr von Waldbränden steigt am Dienstag in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens auf die zweithöchste Stufe. Dies geht aus dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes hervor. Ursache sind die erwarteten hohen Temperaturen von bis zu 37 Grad. Erst am Donnerstag sinkt die Waldbrandgefahr wieder in den meisten Regionen. Eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesbetriebs Wald und Holz wies darauf hin, dass von März bis Oktober im Wald ein gesetzliches Rauchverbot gilt. Auch offenes Feuer ist verboten. Besucher sollen außerdem kein Glas im Wald lassen: „Der Brennglaseffekt kann Waldbrände auslösen." Vorsicht auch bei Autofahrten auf Straßen, die durch Wälder führen: Immer wieder kommt es zu Waldbränden, weil glimmende Zigaretten aus dem Fenster geworfen werden.

Entscheidend ist, dass sich Waldbesucher der Gefährdung bewusst sind und vorsichtig verhalten. Leider Gottes ist das mit Verzicht auf Rauchen, Grillen und Feuern verbunden", sagt Alfred Edelhoff, Experte für forstliche Gefahrenabwehr bei Wald und Holz NRW.

Der FDP-Agrarexperte Karlheinz Busen fordert angesichts der hohen Brandgefahr, den Zutritt zu Deutschlands Wäldern vorübergehend zu verbieten. „Die Wälder in Deutschland sind extrem trocken. Es herrscht höchste Waldbrandgefahr", sagte der Bundestagsabgeordnete dieser Zeitung.

Heißgelaufen: Wenn das Handy streikt

Smartphones, Notebooks oder Tablets erwärmen sich im Betrieb zum Teil stark. Die Umgebungs- heizt die Betriebstemperatur dabei zusätzlich an, so dass bei großer Hitze Schäden drohen, warnt das Fachmagazin Connect. Deshalb sei es zunächst einmal wichtig, das Telefon oder den Rechner keiner direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen. Besonders gefährdet sind alle Geräte mit schwarzen Gehäusen.

Der Aufheizeffekt lässt sich schon deutlich abschwächen, wenn das Smartphone etwa draußen beim Musikhören einfach in der Tasche bleibt oder am Strand und im Freibad etwa mit einem Handtuch abgedeckt wird. Keinesfalls sollte man Geräte im Auto liegen lassen, da es im Innenraum bei Sonneneinstrahlung enorm heiß wird. Wer nicht umhin kommt, Technik im Wagen zu lassen, sollte den Kofferraum als Ablageort wählen, weil die Hitze dort im Vergleich weniger stark ist.

Direkt hinter der Windschutzscheibe auf dem Armaturenbrett könne es dagegen so heiß werden, dass Kunststoffgehäuse schmelzen. Navis bringt man beim Parken also besser in Sicherheit. Aber auch daheim oder im Büro gilt, dass technisches Gerät nicht direkt hinter einer Scheibe der Sonne ausgesetzt werden sollte.

Ist ein Gerät aus Versehen doch einmal heißgelaufen, schaltet man es am besten erst einmal aus.
Danach ist langsames Abkühlen angesagt. Das bedeutet: Einfach bei Raumtemperatur abwarten. Denn der Versuch, das Abkühlen zu beschleunigen, kann unter Umständen zu noch größeren Schäden führen.

Hitzetipps für Auto und Arbeitsplatz

Hitze macht müde und unkonzentriert – das kann beim Autofahren schnell gefährlich werden. „Die Unfallgefahr steigt", erklärt ADAC-Sprecher Johannes Boos. Um dieses Risiko zu senken, sollten Fahrer einige Tipps beherzigen. „Vor dem Losfahren Fenster und Türe öffnen. Und beim Starten kurz die Umluft einschalten. Erst dann die Fenster schließen und die Klimaanlage einschalten", rät Boos.Wichtig sei es, die Temperatur nicht zu kalt einzustellen. „Der große Temperaturunterschied schlägt ansonsten auf die Konzentration, belastet den Kreislauf und kann zu Erkältungen und Verspannungen führen."

Tiere und Kinder sollten unter keinen Umständen im geparkten Auto allein gelassen werden – auch nicht für einen kurzen Moment. Innerhalb weniger Minuten kann sich der Innenraum zu einer lebensgefährlichen Sauna entwickeln. Schwebt das Tier in akuter Lebensgefahr, dürfen Passanten die Scheibe einschlagen. Ansonsten müssen vorher entweder der Halter ausfindig oder Polizeibeamte kontaktiert werden. Um die Hitze am Arbeitsplatz auszuhalten, helfen am besten Ventilatoren. Auch ein offenes Fenster sorgt für ausreichend Luft und hilft dem Körper, den Kreislauf in Gang zu halten.

Doch aufgepasst: Wer in ständiger Zugluft sitzt, riskiert eine Erkältung. Am besten sollte morgens und abends, wenn die Sonne nicht direkt auf die Fenster strahlt, gelüftet werden. Anschließend können tagsüber Rollläden und Jalousien Abhilfe schaffen und die Hitze vom Büro fernhalten. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, für entsprechende Arbeitsbedingungen zu sorgen. Ein allgemeines Hitzefrei für den Arbeitsplatz gibt es aber nicht.

Auch Straßenarbeitern werden die hohen Temperaturen und die sengende Sonne zu schaffen machen, etwa beim Landesbetrieb Straßenbau. „Wir haben spezielle Sonnencreme extra für Arbeiten im Freien", erklärt eine Sprecherin von Straßen.NRW in Gelsenkirchen. Neben der Arbeitskleidung mit Sonnenschutz gebe es mehrere Kappen und Hüte mit Nackenschutz.

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