Gewalttäter: Heiße Spur im Fall des geflohenen Insassen Daniel Vojnovic

Friderieke Schulz

Symbolfoto - © CC0 Pixabay
Symbolfoto (© CC0 Pixabay)
Der gesuchte Häftling - © Fahndungsfoto
Der gesuchte Häftling (© Fahndungsfoto)

Bielefeld/ Werl. Rund zwei Monate nach der Flucht von Daniel Vojnovic bei dem Besuch seiner Eltern in Bad Salzuflen gibt es eine heiße Spur auf seinen derzeitigen Aufenthaltsort. Das bestätigte die Bielefelder Polizei. In der Vergangenheit waren zahlreiche Hinweise bei der Polizei eingegangen. Nun offenbar auch recht konkrete, denen die Beamten derzeit nachgehen. „Wir haben eine vage Hoffnung, dass da was dran ist", so Stefan Tiemann.

Noch immer gilt Vojnovic, der zuletzt in Werl in der Sicherheitsverwahrung gesessen hat, als flüchtig, die Ermittlungen laufen. Bereits in der Vergangenheit waren diverse Vermutungen über seinen Aufenthaltsort geäußert worden. Viele hielten es für wahrscheinlich, dass sich der gebürtige Herforder mit serbischen Wurzeln ins Ausland, eben jenen ehemals jugoslawischen Raum, abgesetzt hat.

Vojnovic floh am 20. März bei einer Ausführung

Auch von Hilfen seitens einer Rocker-Gruppierung, der Vojnovic nahe gestanden haben soll, war die Rede. Doch daran glaubt Jörg-Uwe Schäfer, stellvertretender Leiter der JVA Werl, nicht. „Er wollte damals Mitglied in einer dieser Gruppierungen werden, doch die wollten ihn nicht." An Spekulationen über seinen Aufenthaltsort will er sich nicht beteiligen.

Am 20. März war Vojnovic bei einer Ausführung geflohen. Er hatte einen Toilettengang in seinem Elternhaus genutzt, um aus dem Fenster zu steigen und mit dem Pkw seines Vaters zu fliehen. Auch von dem Wagen fehlt bis heute jede Spur. Anzeige erstattete er bis heute nicht und auch sonst hat Vojnovic sich während seiner Flucht bislang nichts zu Schulden kommen lassen.

Weil er mehrfach angedroht haben soll, sich an Personen aus seinem ehemals privaten Umfeld und Prozessbeteiligten zu rächen, informierte die Polizei im März mehrere Betroffene über die mögliche Gefahr. Daniel Vojnovic gilt als gefährlich. Der Deutsch-Serbe ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Raubüberfällen, gefährlicher Körperverletzung und der Misshandlung eines Mitinsassen.

Vojnovic schoss Türsteher ins Bein, weil er vom Tisch aufstand

Die Sicherheitsverwahrung gegen den 32-Jährigen wurde im Zuge einer Verurteilung aus dem Jahr 2015 verhängt. Vojnovic hatte 2014 nach einer Auseinandersetzung dem Türsteher eines Bordells in Porta Westfalica ins Bein geschossen, weil es sich von diesem gedemütigt und nicht mit dem nötigen Respekt behandelt fühlte. Der Türsteher war zuvor von einem Tisch aufgestanden, an dem er mit Vojnovic gesessen hatte.

Wegen seines Hangs zu erheblichen Straftaten und der großen Wiederholungsgefahr ordnete das Landgericht Bielefeld die Sicherheitsverwahrung an. Bis zu seiner Flucht bei der Ausführung saß Vojnovic in der JVA Werl, wo alle Sicherheitsverwahrten aus NRW untergebracht sind.

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