Unfallfahrer war nur durch einen weiteren Unfall zu stoppen

Dennis Rother

Erst nach der Karambolage mit mehreren Fahrzeugen konnte die Polizei einen Daimler-Fahrer unter Drogeneinfluss stoppen. - © Andreas Frücht
Erst nach der Karambolage mit mehreren Fahrzeugen konnte die Polizei einen Daimler-Fahrer unter Drogeneinfluss stoppen. (© Andreas Frücht)

Bielefeld. Außergewöhnliche Unfallserie am Mittwochmorgen im Bielefelder Süden: Ein 59-jähriger Mann sorgte im Alleingang für sieben demolierte Autos - darunter drei Mal Totalschaden - und überschlug sich dann mit seinem Mercedes CLK. Sogar ein Ferrari war beteiligt. Am Ende flüchtete der Mann zu Fuß weiter.

Wie Polizeisprecherin Hella Christoph berichtet, ereignete sich die erste Kollision gegen 9.30 Uhr auf dem Stadtring in Brackwede. Auf der zweispurigen Fahrbahn überholte der Mann kurz hinter der Einmündung Berliner Straße zunächst einen Mercedes AMG. Dabei schätzte er nach dem Manöver den Abstand zum AMG offenbar falsch ein: Deutlich zu früh scherte er vor dem Pkw ein, es kam zum Zusammenstoß.

Skoda, VW und Ferrari demoliert - aber Zeuge passt auf

Beide Fahrer hielten daraufhin an und stiegen aus, es kam zu einem Gespräch, so Hella Christoph. Am Ende des Gesprächs ließ der 59-jährige den 37-jährigen Bielefelder, der am Steuer des AMG gesessen hatte, aber offenbar verdattert zurück: "Es kam nach bisherigen Erkenntnissen zu keinem Austausch von Telefonnummer oder Adresse", so Hella Christoph. Der 59-Jährige fuhr mit seinem beschädigten Wagen weiter stadtauswärts.

Die nächste Unfallstelle war dann an der Straße Am Preßwerk. Dort kollidierte der 59-Jährige mit einem am Seitenrand geparkten Skoda. Er schob den Pkw in einen davor stehenden VW Touran - und den Touran dann wiederum in einen Ferrari, der vorm Touran abgestellt war.

Über Grünstreifen in Hecke - und dann überschlagen

All das tangierte den Mann zwar wenig, denn er fuhr einmal mehr einfach davon. Aber ein 39-jähriger Golf-GTI-Fahrer bemerkte den Unfall. Er nahm die Verfolgung auf, und zwar anscheinend so rasant, dass mehrere Personen die Polizei alarmierten: Sie meldeten ein vermeintliches Autorennen.

Der GTI-Fahrer sah dann aber schon auf der Gütersloher Straße nach einem weiteren Zusammenstoß das Ende der bizarren und höchstgefährlichen Autofahrt: Der 59-Jährige touchierte einen geparkten Audi A3, fuhr weiter über einen Grünstreifen und schleuderte über einen Bordstein schließlich in eine Hecke. Der Wagen überschlug sich und krachte beim Aufkommen noch in einen geparkten Polo.

Mercedes nicht zugelassen

Aus dem Wrack krabbelte der 59-Jährige laut Polizeiangaben allerdings körperlich großteils unversehrt. Er lief davon. Der 39-Jährige GTI-Fahrer behielt ihn aber im Auge und heftete sich an seine Versen. Hinzugerufene Polizeibeamte konnten den Mercedesfahrer dann in der Nähe der Kreuzung Gütersloher Straße/Cheruskerstraße dingfest machen und festnehmen.

Die Beamten stellten fest, dass der Mann unter Drogen stand. "Außerdem war der Mercedes nicht zugelassen und versichert", so Polizeisprecherin Hella Christoph. Und obendrein habe der Unfallfahrer auch keinen gültigen Führerschein.

Die Ermittlungen dauern zwar an, die vorläufige "Bilanz" in puncto Sachschaden steht aber schon fest: Es dürften mindestens 100.000 Euro sein, heißt es von der Polizei. An Polo, Mercedes und Skoda entstand Totalschaden.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.