Bielefelds geplanter neuer Stadtteil bekommt ersten Rückenwind

Umstrittener „Geheimplan“: Wohngebiete für mehr als 12.000 Menschen und gut 20.000 zusätzliche Fahrzeugbewegungen – was in Dornberg für Unruhe sorgt, findet jetzt auch erste offene Ohren

Joachim Uthmann

Zwölf Flächen mit rund 80 Hektar könnten in Dornberg bebaut werden - für mehr als 10.000 neue Bewohner. - © Entwurf: SHP/Cityförster/Urbanegestalt/Stadt
Zwölf Flächen mit rund 80 Hektar könnten in Dornberg bebaut werden - für mehr als 10.000 neue Bewohner. (© Entwurf: SHP/Cityförster/Urbanegestalt/Stadt)

Bielefeld. Ein ganz neuer Stadtteil zwischen dem Campus Nord und Babenhausen – das sieht der neue Plan vor, den die Stadt von drei Fachbüros hat erarbeiten lassen. Das Ausmaß ist enorm: mehr als 12.000 Menschen könnten dort leben, Gewerbe für 360 neue Arbeitsplätze entstehen. In Dornberg und bei Umweltverbänden löst das große Sorgen aus, erste Parteien finden den Weg richtig.

Die Stadt hält die Pläne bisher unter Verschluss. Doch in den Fraktionen von Rat und Bezirksvertretung werden sie beraten. Die Umweltverbände kritisieren die „Geheimhaltung" nach außen und fordern schnell eine öffentliche Diskussion.

FDP sieht Oberbürgermeister in der Pflicht

Als erste Partei bezieht die FDP Stellung – und begrüßt eine „zielgerichtete großflächige Quartiersentwicklung am Uni-Campus". Der Vorsitzende Jan Maik Schlifter erwartet einen „Wachstumsimpuls für Bielefeld", der helfe, die Zukunft der Stadt zu sichern. Einen neuen innovativen Stadtteil für 10.000 Bewohner, Hochschuleinrichtungen, hochschulnahes Gewerbe und soziale Infrastruktur hatte ein FDP-Parteitag Anfang 2019 gefordert.

"Gegen notorische Bielefeld-Bremser"

„Mit der medizinischen Fakultät hat Bielefeld eine Jahrhundertchance bekommen. Studierende und Lehrende brauchen aber Wohnungen, Existenzgründer, Unternehmen wollen in Uninähe Arbeitsplätze schaffen und Bielefeld braucht endlich ein Fraunhofer- oder Max-Planck-Institut", so Schlifter. Er sieht Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) in der Pflicht, in der Debatte Stellung zu beziehen.

Schlifter: „Zu lange hatten Bedenkenträger, Besitzstandswahrer und die notorischen Bielefeld-Bremser die Oberhand. Clausen muss das Gängelband der Grünen endlich ablegen." Die FDP hält auch einen städtebaulichen Wettbewerb für erforderlich.

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