Unwetter über OWL: Überflutungen in Bielefeld, Herford und Lippe

Teils kräftige Gewitter zogen über OWL und sorgten für Überschwemmungen. Für Dienstag rechnet der Deutsche Wetterdienst weiter mit Dauerregen und Unwettern.

Jan Ahlers,Dennis Rother

Auch Autofahrer mussten improvisieren: So manche Senke, wie hier im Bielefelder Stadtteil Brake, wurde durch das Unwetter am Montagabend hüfthoch mit Wasser gefüllt. - © Christian Mathiesen
Auch Autofahrer mussten improvisieren: So manche Senke, wie hier im Bielefelder Stadtteil Brake, wurde durch das Unwetter am Montagabend hüfthoch mit Wasser gefüllt. (© Christian Mathiesen)

Bielefeld. Tief „Axel" beschäftigte am Dienstagmorgen weiterhin die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. Besonders betroffen war Ostwestfalen-Lippe, wo es bereits am Montagabend los ging: Kräftige Gewitter überquerten die Region und sorgten in mehreren Orten für vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßenzüge. Blitzeinschläge sorgten für Feuerwehreinsätze.

Auch am Dienstagmorgen sorgte Tief „Axel" für starke Regenfälle. Auf der A44 kam es in der Nacht gleich zu mehreren Unfällen. Wie ein Sprecher der Polizei Bielefeld mitteilte, gerieten auf der Autobahn mehrere Fahrzeuge wegen des Starkregens ins Schleudern - eine Person wurde leicht verletzt.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet in Nordrhein-Westfalen bis Dienstagmittag weiterhin mit teils heftigem Starkregen. In Ostwestfalen-Lippe sei mit einzelnen Gewittern, Hagel und starken bis stürmischen Böen zu rechnen. Dort und auch im Sauerland sei bis zum Nachmittag noch mit Dauerregen zu rechnen.

Warnmeldungen der Stufe "Rot"

Abfluss von der Straße: Das Wasser sucht sich seinen Weg.
Abfluss von der Straße: Das Wasser sucht sich seinen Weg.

Montag waren besonders die östlichen Gebiete von OWL von einer Gewitterfront betroffen, die neben zahlreichen Blitzen auch lokalen Starkregen mit sich brachte. Ein weiteres Gewitter zog zwischen Bielefeld und Oerlinghausen über den Teutoburger Wald und brachte zuvor bereits Teilen Herfords ergiebigen Regen. Entsprechend gab es Warnmeldungen der Stufe "Rot" für Bielefeld, Paderborn und viele dazwischenliegende Gebiete. In mehreren Kreisen gab es Überflutungen:

Bielefeld: Während der Westen der Stadt zunächst nur dunkle Wolken sah, öffnete der Himmel im Norden und Osten die Schleusen. In sozialen Medien berichteten mehrere User am Montagabend von vollgelaufenen Kellern, unter anderem in den Bielefelder Stadtteilen Ubbedissen und Brake. In Brake war ein ganzer Straßenzug überflutet, nach Stieghorst rückte die Feuerwehr aufgrund eines Dachstuhlbrandes aus - dort ist ein Blitz eingeschlagen. Insgesamt waren 250 Einsatzkräfte im Dienst. Am frühen Dienstagmorgen standen bereits weit mehr als 100 Einsätze zu Buche. Sie pumpten vollgelaufene Keller, Tiefgaragen und Fahrstuhlschächte leer. "Besonders schlimm war es in Brake", hieß es aus der Leitstelle. Die Ausmaße des heftigen Niederschlags überraschte selbst erfahrene Feuerwehrleute, so Einsatzleiter Dirk Fortmeier. Immerhin: Eine weitere Gewitterfront, die zwischen 3 und 4 Uhr lauf Deutschem Wetterdienst über Bielefeld habe hereinbrechen sollen, entpuppte sich als weniger verheerend als befürchtet.

Auch die A2 wurde zwischen dem Kreuz Bielefeld-Süd und der Abfahrt Ostwestfalen am Montagabend stark erwischt, der Verkehr lief zwischenzeitlich nur noch sehr langsam voran und einige Autos schleuderten durch Aquaplaning quer. Hauptverkehrsachsen wie die Lagesche Straße, die Oerlinghauser Straße sowie die Paderborner Landstraße mussten wegen Überflutungen am Abend teils oder komplett gesperrt werden. Auf der Lageschen Straße kam es mutmaßlich wegen der widrigen Verhältnisse zunächst noch zu zwei Unfällen mit Blechschäden, ehe die Straße dichtgemacht wurde. Die Sperrungen dauern am Dienstagmorgen noch an an.

Weitere betroffene OWL-Städte und-Regionen

Lippe: Der Kreis Lippe war vom Starkregen besonders betroffen. Dabei wurde die Ostwestfalenstraße zwischen Detmold und Lemgo zum Teil überflutet, Geröll bedeckte die Fahrbahn. Autos wurden umgeleitet. Auch in Detmold, so meldet es die LZ, gibt es in mehreren Stadtteilen Überflutungen. In Dörentrup geriet ein Dach nach einem Blitzeinschlag in Brand. Allein in Nordlippe habe es rund 150 Feuerwehreinsätze gegeben.

Bereits am frühen Montagabend musste die Feuerwehr in Detmold zu rund 25 Einsätzen ausrücken. Vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen waren der Hauptgrund für die Einsätze. Auch am Dienstagmorgen waren laut einem Polizeisprecher im Kreis Lippe noch 15 Straßen gesperrt. Dort hatte die Feuerwehr mehrere Straßen von Schlamm befreit, sagte der Sprecher am Dienstagmorgen. Nun werde neue Erde angespült.

Herford: Vor allem der südliche Teil des Kreises Herford ist nach ersten Informationen heftig getroffen worden, unter anderem die Herforder Stadtteile Laar, Eickum und Diebrock sowie Stedefreund.

Kreis Paderborn: Zunächst sah es so aus, als könnte auch die Aufstiegsfeier des SC Paderborn von einem Unwetter gestört werden. Zum Glück schwächte sich das Gewitter etwas ab und die Fans konnten, wenn auch im strömenden Regen, ihre Mannschaft feiern. Doch es regnete weiter, was besonders die Einsatzkräfte in Delbrück zu spüren bekamen. 160 Kräfte rückten dort bis Mitternacht zu 41 Einsätzen aus.

Höxter: Andauernde heftige Niederschläge zogen in den Abendstunden auch durch den Kreis Höxter, etwa über Steinheim und Nieheim bis nach Brakel und Bad Driburg. Die Feuerwehren zählten bis Dienstagmorgen über 30 Einsätze wegen überfluteter Keller und Straßen.

Minden-Lübbecke: Im Norden von OWL bildeten sich meist nur kleinere Schauer, der Kreis wurde weniger stark getroffen. Über Schäden ist (noch) nichts bekannt. Auch der Kreis Gütersloh bekam zum Großteil "nur" Regen ab. Gerade die westlichen Gebiete wie Rheda-Wiedenbrück und Harsewinkel bemerkten von der Gewitterlage vergleichsweise wenig.

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