Angeklagter im Mordprozess: "Meine Frau starb bei Sex-Spiel"

Er habe die 34-jährige Nathalie W. auf deren eigenen Wunsch hin stranguliert, verteidigte sich der Angeklagte Markus W. vor dem Bielefelder Landgericht.

Jürgen Mahncke

Der Angeklagte Markus W. vor Gericht. - © Christian Mathiesen
Der Angeklagte Markus W. vor Gericht. (© Christian Mathiesen)

Bünde/Bielefeld. Der 48-jährige Markus W. aus Bünde hat vor dem Landgericht Bielefeld gestanden, seine Ehefrau getötet zu haben. Allerdings sei sie bei einem Unfall beim einvernehmlichen Sex zu Tode gekommen, hieß es in einer Erklärung, die sein Anwalt Holger Rosteck bei Prozessbeginn verlas. Angeklagt ist der Bünder dagegen wegen Totschlags an seiner Frau.

Er habe die 34-jährige Nathalie W. auf deren eigenen Wunsch hin stranguliert, wie es das Paar schon früher praktiziert habe, ließ W. erklären. Dabei habe er Anzeichen, dass es seiner Frau schlecht ging, nicht bemerkt. Schließlich habe sie leblos vor ihm gelegen. Er habe sie nicht töten wollen, das Geschehen sei ein Unfall gewesen. Nachfragen des Vorsitzenden Richters Christoph Meiring zur Tat wollte der Angeklagte nicht beantworten.

Leiche aus Angst versteckt

Aus Angst, man könne ihm die Darstellung nicht glauben und ihn als Mörder verfolgen, will der 48-jährige den Leichnam nach dem Geschehen versteckt haben. Dem Geständnis zufolge legte er ihn in eine Holzkiste und stellte diese in einer Garage in Bielefeld ab. Mehr als ein Jahr lag die Frau tot in dieser Kiste. Um vorzugaukeln, seine Frau habe ihn verlassen, schrieb der Angeklagte nach dem Tod von Nathalie W. noch eine Whatsapp von ihrem Telefon aus an eine Freundin. Darin hieß es unter Verweis auf dauernde Streitigkeiten des Paares unter anderem "Ich habe die Schnauze voll, ich gehe."

Auch die Polizei ging lange davon aus, dass Nathalie W. die Familie freiwillig verlassen hat. Erst, weil ihre Mutter Druck machte, nahm sich die Staatsanwaltschaft Bielefeld dem Fall an, sah Verdachtsmomente gegen Markus W. und nahm ihn schließlich im November 2018 fest. Da war seine Frau schon ein Jahr lang tot. Wenig später öffnete der Besitzer die Garage, in der die Leiche versteckt war, weil W. die Miete nicht mehr bezahlt hatte.

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