Missbrauchsfall Lügde: Anklage gegen zwei mutmaßliche Täter erhoben

Das Landgericht Detmold hat die Anklageschrift gegen zwei der drei Beschuldigten erhalten. Diese werden nun zu einer Stellungnahme gebeten.

NW/dpa

Landgericht Detmold: Am Dienstag bestätigte ein Gerichtssprecher, dass zwei Anklageschriften eingegangen seien. - © Bernhard Preuß (Lippische Landeszeitung)
Landgericht Detmold: Am Dienstag bestätigte ein Gerichtssprecher, dass zwei Anklageschriften eingegangen seien. (© Bernhard Preuß (Lippische Landeszeitung))

Lügde/Detmold. Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde in Nordrhein-Westfalen hat das Landgericht Detmold die Anklageschrift gegen zwei der drei Beschuldigten erhalten. Das bestätigte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Das Gericht werde den Beschuldigten, einem 56 Jahre alten Dauercamper Andreas V. und dem 49-jährigen Mitbeschuldigten Heiko V. die Anklagen zuleiten und um Stellungnahme bitten, sagte der Gerichtssprecher. Danach werde die rund 70-seitige Anklage mit dazugehörigen Haupt- und Fallakten geprüft. Dies werde einige Wochen dauern. Das Material sei umfangreich. Anschließend entscheidet die Dritte Strafkammer des Gerichts, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.

Seit Monaten in U-Haft

Im Fall Lügde werden dem 56-jährigen Andras V. und der 34-jährige Mario S. aus Steinheim beschuldigt, über viele Jahre hinweg auf einem Campingplatz in Lügde an der Grenze zu Niedersachsen mehr als 40 Kinder missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Die beiden Männer sowie der 49-jährige Heiko V. aus Stade sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft. Gegen weitere fünf Personen wird wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, des Besitzes von kinderpornografischem Material oder Strafvereitelung im Amt ermittelt.

Anwalt Peter Wüller aus Bielefeld, der vier der Opfer als Nebenkläger vertritt, arbeitet sich derzeit durch die Ermittlungsakten, die Grundlage für die Anklage sind. "Es wird einem schlecht, wenn man das liest", sagte er nw.de.

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