Bielefelds größtes Baugebiet: Hier entstehen 300 Wohnungen

Die Erschließungsarbeiten in dem 9,8 Hektar großen Areal zwischen Neuland- und Jöllenbecker Straße sind in vollem Gange

Sylvia Tetmeyer

Erschließung: Die Kanalarbeiten sind fast beendet. - © Sylvia Tetmeyer
Erschließung: Die Kanalarbeiten sind fast beendet. (© Sylvia Tetmeyer)

Bielefeld. Berge voll Sand, Kanalrohre und Kleinbagger bestimmen das Bild an Bielefelds größter Baustelle. Zwischen Jöllenbecker Straße und Neulandstraße wird jetzt kräftig gebuddelt. Bevor die Erschließungsarbeiten los gehen konnten, mussten einige Gebäude abgebrochen werden, darunter auch die Höfe Boekstiegel und Wehmeier. "Die Torbogen konnten aber gerettet werden", berichtet Uwe Biermann vom Heimatverein Jöllenbeck. Erhalten geblieben ist eine auffällig große Baumgruppe in der Mitte des Areals. "Hier soll eine Grünfläche geschaffen werden", sagt Andreas Kohl, Geschäftsführer der Wesertal Erschließungsgesellschaft.

Gerettet: Die Baumgruppe im Hintergrund gehörte zu einem alten Hof. Sie bleibt erhalten. - © Sylvia Tetmeyer
Gerettet: Die Baumgruppe im Hintergrund gehörte zu einem alten Hof. Sie bleibt erhalten. (© Sylvia Tetmeyer)


Alle Grundstücke sind verkauft oder reserviert

Die Gesellschaft erschließt 80 Grundstücke. "Die Vermarktung verlief von Anfang an gut. Deshalb gibt es keine freien Grundstücke mehr. Mit einigen Besitzern sind die Verträge schon unterschrieben, einige haben am Homannsweg bereits angefangen zu bauen", erläutert der Geschäftsführer. Insgesamt entstehen rund 300 Wohneinheiten. Entlang der Jöllenbecker Straße werden hinter einem Lärmschutzwall dreigeschossige Mehrfamilienhäuser gebaut. Hier entstehen auch 63 öffentlich geförderte Mietwohnungen.

"Wegen des guten Wetters konnten die Kanalbauarbeiten bereits zu 75 Prozent abgeschlossen werden", sagt Kohl. Bis Ende Mai rechnet er im gesamten südlichen Bereich mit der Fertigstellung der Kanal- und Straßenbauarbeiten. Dann sind auch die Versorgungsträger mit ihrer Arbeit fertig. Der nördliche Bereich sei voraussichtlich im Juli abgeschlossen. Einen extra Bauantrag musste die Firma mit Sitz in Bad Oeynhausen für den Lärmschutzwall stellen. Dieser soll parallel zu den Erschließungsarbeiten gebaut werden, weil er mit dem Boden, der bei den Erdarbeiten anfällt, gefüllt wird.

Im Sommer können Häuslebauer anfangen

Entstehen soll eine Kombination aus Wall und Wand. Hier hatten die Bezirkspolitiker in einem Antrag gefordert, Einblick in die Planungen zu erhalten. Außerdem wird es eine Kindertagesstätte im Wohnquartier geben. Zu diesem Zweck hat der Investor ein Grundstück an die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen verkauft. Im Mai entscheidet sich, wer der Träger sein wird. Kohl geht davon aus, dass alle Vorarbeiten im August beendet werden können. Häuslebauer hätten nach Abschluss des Vertrages drei Jahre Zeit, um mit ihrem Vorhaben zu beginnen. Wenn alles zügig ablaufe, könne der Endausbau 2020 bis 2021 abgeschlossen sein.

9,8 Hektar: So groß ist das Areal zwischen Jöllenbecker Straße, Homannsweg und Schnatsweg. - © Sylvia Tetmeyer
9,8 Hektar: So groß ist das Areal zwischen Jöllenbecker Straße, Homannsweg und Schnatsweg. (© Sylvia Tetmeyer)


Probleme bereitet der Erschließungsgesellschaft jedoch der Landesbetrieb Straßen NRW. "Seit vier Jahren stehen wir in Verhandlungen. Daran ist auch die Stadt Bielefeld beteiligt. Es gibt aber noch keine Lösung." Vereinbart sei gewesen, dass eine Ampelanlage mit Linksabbiegespur auf die Jöllenbecker Straße angelegt werde. Dafür gebe es eine fertige Planung. Auch Anwohner hätten die Ampel gefordert, weil das Verkehrsaufkommen stark ansteigen werde. "Ich kann den Unmut der Bewohner verstehen, aber wir haben alles getan, um einen Kompromiss hinzubekommen", betont Kohl.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.