Bombe in Bielefelder Innenstadt muss entschärft werden

1.800 Menschen müssen ihre Häuser verlassen, der OWD wird gesperrt

Ariane Mönikes,Jens Reichenbach

Die Einsatzkräfte bei der Lagebesprechung. 200 von ihnen sind vor Ort, darunter Feuerwehrleute, Sanitäter, Polizisten. Die Evakuierung hat um 14.20 Uhr begonnen. - © Oliver Krato
Die Einsatzkräfte bei der Lagebesprechung. 200 von ihnen sind vor Ort, darunter Feuerwehrleute, Sanitäter, Polizisten. Die Evakuierung hat um 14.20 Uhr begonnen. (© Oliver Krato)

Bielefeld. Wieder muss in Bielefeld eine Bombe entschärft werden: An der Straße "Am Kamphof" war am Dienstag eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe gefunden worden. Am Mittwoch, 27. März, ab 17 Uhr soll die Bombe entschärft werden. Das teilt die Stadt Bielefeld mit. Ab 14 Uhr wird evakuiert. 1.800 Bürger müssen ihre Häuser verlassen.

Von der Evakuierung betroffen ist das Kamphofviertel zwischen Jöllenbecker Straße und Ostwestfalendamm - der Radius um die Fundstelle beträgt 250 Meter.

Bielefeld: Entschärfung einer amerikanischen 250-Kilogramm-Bombe

Der Ostwestfalendamm (OWD) wird ab 16.30 Uhr von der Eckendorfer Straße bis zu den Abfahrten Jöllenbecker Straße beidseitig gesperrt.

Gebiet soll umfahren werden

Laut Stadt-Sprecherin Gisela Bockermann wird der Verkehr von Brackwede aus kommend an der Abfahrt Hauptbahnhof/Jöllenbecker Straße abgeleitet, von Herford aus über die Walther-Rathenau-Straße. "Wir empfehlen aber, den Bereich weiträumig zu umfahren", sagt Bockermann. Die Schienenersatzverkehr-Haltestellen am Hauptbahnhof werden angefahren, es kann aber zu Verzögerungen kommen.

Während der Evakuierung steht für alle, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, eine Unterkunfts- und Versorgungsmöglichkeit in der Martin-Niemöller-Gesamtschule, Apfelstraße 210, zur Verfügung.

Oberbürgermeister Pit Clausen schaut sich nach der geglückten Entschärfung den 250-Kilo-Sprengkörper an. Truppführer Gerd Matthee und Wolfgang Stief (hinten) von der Kampfmittelbeseitigung haben den Blindgänger unschädlich gemacht. - © Oliver Krato
Oberbürgermeister Pit Clausen schaut sich nach der geglückten Entschärfung den 250-Kilo-Sprengkörper an. Truppführer Gerd Matthee und Wolfgang Stief (hinten) von der Kampfmittelbeseitigung haben den Blindgänger unschädlich gemacht. (© Oliver Krato)

In der Katastrophen-Warn-App "NINA" wurden die Bielefelder bereits auf die Bombenentschärfung hingewiesen. In einem Radius von 250 Metern um den Fundort der Bombe müssen die Anwohner den Bereich bis 16 Uhr verlassen haben, heißt es in der App. In einem weiteren Bereich von 300 Metern sei es notwendig, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich nicht im Freien aufzuhalten, heißt es.

Hunderte Helfer von Feuerwehr und Rettung im Einsatz

Hunderte freiwillige Helfer der Hilfsorganisationen und der Feuerwehr sind nun schon zum vierten Mal in diesem Jahr aufgerufen, bei der Räumung des Evakuierungsgebietes tatkräftig mitzuhelfen.

Eine Transportunterstützung für nicht gehfähige Personen kann unter Tel. (05 21) 51 23 05 angefordert werden. Allgemeine Informationen sind über die Hotline der Stadt erhältlich unter Tel. 51 20 00.

Gerd Matthee und Wolfgang Stief vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg waren bereits am Dienstag vor Ort und konnten am Mittwoch jetzt endgültig bestätigen: Dieser amerikanische 250-Kilo-Blindgänger muss zeitnah entschärft werden.

Vierte Entschärfung in diesem Jahr

Die Feuerwehr hatte bereits am Dienstag vorsorglich Mieter und Unternehmen rund um den Fundort informiert. Darunter die Handwerkskammer, das Unternehmen Hiro Lift sowie das Freizeitbad Ishara, das ebenfalls heute frühzeitig schließen muss. Die Handwerkskammer sowie das Berufsbildungszentrum teilten bereits am Dienstag mit, dass sie Mittwoch um 15 Uhr schließen werden.

Vor zwei Jahren erst hatte es in unmittelbarer Nähe an der Nordstraße eine Bombenentschärfung gegeben. Es ist die vierte Bombenentschärfung in Bielefeld in diesem Jahr. Erst am Freitag wurde im Wiesenbad bei den Vorbereitungen für Leitungsarbeiten eine amerikanische 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich gefunden. Am Sonntag wurde entschärft. Rund 150 Helfer waren dort im Einsatz.

In der Woche davor wurde am Frölenberg in Brackwede eine 250 Kilo-Fliegerbombe gefunden. Noch am Nachmittag wurde entschärft. Hier mussten 450 Menschen ihre Häuser verlassen. In Brake wurde im Februar eine Bombe entschärft.


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  1. Das Evakuierungsgebiet

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