Gütersloherin feierte mit Rosamunde Pilcher deren letzten Geburtstag

Eva Hüwes Begegnung mit der berühmten Schriftstellerin war ein reiner Zufall.

Lena Vanessa Niewald

Rosamunde Plicher und Gütersloherin Eva Hüwe - © Privat
Rosamunde Plicher und Gütersloherin Eva Hüwe (© Privat)

Gütersloh. Mit diesen klassisch kitschigen Rosamunde-Pilcher-Filmen hat die ehemalige Bundesligafußballerin Eva Hüwe aus Gütersloh nie etwas am Hut gehabt. „Klar kenne ich die Filme. Von meinen Eltern. Aber ehrlich gesagt, habe ich sie selbst nie gesehen", sagt Hüwe und lacht. Dass sie mit der berühmten britischen Schriftstellerin plötzlich mal auf einer Couch sitzen wird, hätte sie nie gedacht.

Die Vizepräsidentin des Gütersloher Frauensportvereins startet im vergangenen Jahr eine Weltreise. Eines ihrer großen Traumziele? Schottland. Im Vorfeld sucht die 35-Jährige im Internet nach Möglichkeiten, vor Ort ein bisschen Geld zu verdienen. Sie entscheidet sich für eine Familie, die Unterstützung für ihre kleine „Bed-and-Breakfast"-Unterkunft in Long Forgun sucht. Hüwe überzeugt vor allem der große Tennisplatz, der mit auf dem schottischen Anwesen ist.

Der Name Pilcher fällt erstmal nicht

„Die Familie wirkte so sportlich, da dachte ich, das ist genau das richtige für mich." Einige Male schreibt sie mit dem Briten Robin hin und her. „Er hat mich damals auch gefragt, ob ich mich während meines Aufenthalts vielleicht ein bisschen um seine Mutter kümmern könnte", erinnert sich Hüwe. Klar, warum nicht, denkt sich die Gütersloherin.

Bis dato fällt der Name Pilcher gar nicht. Erst als Eva Hüwe in Schottland ankommt, der Familie das erste Mal gegenüber steht und sich ihr bis dato einziger Kontakt Robin mit vollem Namen vorstellt, dämmert es der 35-Jährigen. Willkommen bei den Pilchers.

Als sie dann ’die’ Rosamunde Pilcher kennenlernt, sei sie schon ein bisschen aufgeregt gewesen. Es komme ja nicht jeden Tag vor, eine so berühmte Person zu treffen. Die Nervosität habe sich aber schnell gelegt. Eva Hüwe verbringt einige Wochen bei den Pilchers. Sie hilft in der Küche, beim Vorbereiten der Zimmer für neue Gäste und im Haushalt. „Ich wurde dort unglaublich herzlich aufgenommen. Ich habe mit Rosamunde auf dem Sofa gesessen oder am Küchentisch und sie hat mir von ihren zahlreichen Büchern und dem Krieg erzählt."

Wie in den Filmen: Überall gibt's frische Blumen

Das sind besondere Erinnerungen, für die Eva Hüwe heute sehr dankbar ist. Die kann ihr niemand mehr nehmen. Sogar den letzten Geburtstag der Schriftstellerin – ihren 94. am 22. September – verbringt die Gütersloherin bei den Pilchers. „Ein großer Teil der Familie kam angereist. Manche aus Hawaii, manche aus Costa Rica." Gemeinsam verbringen sie den Geburtstag in dem schottischen Garten der Familie.

Das Anwesen sei tatsächlich so, wie man es sich aufgrund der typisch kitschigen Rosamunde-Pilcher-Filme wohl auch vorstellen würde, sagt Eva Hüwe. „Rosamunde hat immer sehr großen Wert auf den Garten und ihre Blumen gelegt", sagt Hüwe und muss schmunzeln. Auch im Haus mussten überall regelmäßig frische Blumen verteilt werden. „Ich habe viel Zeit damit verbracht, die Blumen auszutauschen oder neue Sträuße für sie zu binden", sagt Hüwe.

Persönliche Erinnerung an Rosamunde

Von dem Tod der Schriftstellerin hat Hüwe selbst auch erst am Donnerstag erfahren. „Ich habe plötzlich etliche Nachrichten von Freunden bekommen, die ja wussten, dass ich mal bei den Pilchers war." Sie stehe zwar noch immer in Kontakt mit Pilchers Sohn Robin. Sie wolle ihrer britischen Gastfamilie jetzt aber erstmal ein wenig Zeit geben, sich selbst zu organisieren. „In den nächsten Tagen werde ich auf jeden Fall eine Nachricht schreiben oder bei ihm anrufen und mein Beileid aussprechen."

Eine persönliche Erinnerung hat Eva Hüwe von Rosamunde Pilcher neben den zahlreichen privaten Fotos aber noch mit nach Deutschland gebracht – allerdings für ihre Tante. „Die ist tatsächlich ein Riesen-Fan der Filme und Bücher. Ich habe Rosamunde damals gebeten, eine Widmung in eines ihrer Bücher zu schreiben. Das habe ich meiner Tante dann als Überraschung zu Weihnachten geschenkt." Wer kann schon von sich behaupten, eine persönliche Widmung von Rosamunde Pilcher zu haben?

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