Tönnies darf Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück erweitern

Der Konzern will im Stammwerk Rheda-Wiedenbrück künftig 30.000 statt bisher 26.000 Tiere täglich schlachten

Martin Krause

Europas größter Schlachthof: Der Fleischkonzern Tönnies darf seine Kapazitäten in Rheda-Wiedenbrück weiter aufstocken. - © Tönnies
Europas größter Schlachthof: Der Fleischkonzern Tönnies darf seine Kapazitäten in Rheda-Wiedenbrück weiter aufstocken. (© Tönnies)

Rheda-Wiedenbrück (nw). Die Tönnies-Gruppe hat sich durchgesetzt: Der Kreis Gütersloh hat die Genehmigung für die Kapazitätserweiterung in Rheda-Wiedenbrück erteilt. Das teilte André Vielstädte als Sprecher des größten deutschen Fleischunternehmens mit. Der Schlachthof darf um mehr als 15 Prozent erweitert werden: "Mit dem Bescheid zur Erweiterung der Schlachtkapazität von 3.000 auf 3.500 Tonnen pro Tag hat das Unternehmen nun Planungssicherheit für die mittelfristige Entwicklung in Ostwestfalen", erklärte Vielstädte.

Tönnies will am Stammsitz, der zugleich auch der größte Unternehmensstandort ist, künftig 30.000 statt bisher 26.000 Schweine täglich schlachten. Die Erweiterung ist umstritten, gegen die Pläne hatte sich eine Bürgerbewegung formiert. Das Bündnis sieht unter anderem einen Zusammenhang zwischen dem Schlachthof und der Keimbelastung in der Ems.

Schlachthof-Gegner rechnen mit Klagen

Zudem müssten in der Region nun wohl 500 neue Mastanlagen geschaffen werden, glauben die Gegner - was zu weiteren Umweltbelastungen führen könnte. „Im Falle einer Genehmigung wird es mit Sicherheit Klagen geben, entweder von uns, von Betroffenen oder von Umweltverbänden", hatte Michael Pusch vom Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung gesagt, als die Genehmigung absehbar war. Der Kreis Gütersloh hatte Mitte November mitgeteilt, dass es keine Notwendigkeit für eine Umweltverträglichkeitsprüfung gebe.

Tönnies erklärte, in dem 26 Monate dauernden Prüfungsverfahren seien zahlreiche Emissionsprüfungen auf Geruch, Abwasser, Lärm und Verkehrsbelastung durchgeführt worden. Durch Präventionsmaßnahmen seien die Emissionen eingedämmt worden, so dass die Genehmigung nun möglich wurde.

Keine kurzfristigen Baumaßnahmen geplant

Das Unternehmen kennt aber die in dem 26 Monate dauernden Prüfungsverfahren laut gewordene Kritik und versucht, die Wogen zu glätten. "Wir nehmen die Meinungen der Anwohner und Kritiker auch weiterhin sehr ernst, daher ist es uns wichtig, dass diese auch zukünftig mit uns das Gespräch führen", so Vielstädte diplomatisch.

Weitere Baumaßnahmen will das Unternehmen demnach kurzfristig nicht durchführen. "Durch die Effizienzsteigerung in der Produktion und den gleichzeitigen Ausbau der Automatisierungstechnik konnten die Produktionsprozesse kontinuierlich verbessert werden", so die Erklärung.

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