Uni Bielefeld zur hässlichsten Uni Deutschlands gekürt

Alexandra Buck

Die Universität Bielefeld ist vom Vice-Magazin zur hässlichsten Uni Deutschlands gekürt worden. - © NW
Die Universität Bielefeld ist vom Vice-Magazin zur hässlichsten Uni Deutschlands gekürt worden. (© NW)

Bielefeld. Das Lifestyle-Magazin Vice hat soeben die Universität Bielefeld zum Gewinner gekürt.

Sechs Universitäten werden in dem Ranking aufs übelste in den Dreck geschrieben. Dabei sind die Platzierungen völlig irrelevant, denn hässlich wie die Nacht sind sie alle. Vielmehr setzt sich die kühle Erniedrigung in den Formulierungen der/des Autoren fest. Hier die gemeinsten/grandiosesten Beschreibungen:

Platz 6: Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

"In der trostlosen Studienruine mit dem Charme einer Moosflechte starren Studierende mit leeren Augen auf rissige Betonplatten im Innenhof, während Obdachlose die Grünanlagen bewässern."

Platz 5: Universität Stuttgart

"Bei den Gemäuern handelt es sich um langgezogene Betonklötze mit dem Swag von UdSSR-Verwaltungsgebäuden in Rostow am Don. Während im Ländle also ein Bahnhof nach unten gebaut wurde, ragen zwei graue Blöcke über dem Kessel wie der Amon-Sûl-Wachturm über Eriador."

4. Ruhr-Universität, Bochum

"Im Zentrum des Ruhrpotts schossen in den 1960er und 1970er Jahren Betonblöcke aus dem Boden, als wären sie Röhrlinge an nassen Herbsttagen im Spreewald."

3. Universität Regensburg

"Die brutalistischen Bunkerklötze der Regensburger Uni sind die in Sichtbeton gegossene Arroganz, die man Intellektuellen gerne mal vorwirft. Diese Architektur dürfte vor allem Leuten gefallen, die sich gerne in Le-Corbusier-Sesseln einen runterholen."

2. Universität Siegen

"Das Hauptgebäude sieht so aus, als hätte jemand ein Glas Blue Curacao an die Rückseite eines Kühlschranks gekotzt."

1. Universität Bielefeld

"Äußerlich versprüht die Universität Bielefeld den einladenden Charme einer Industrieanlage, in der wahlweise Unkrautmittel oder Asbestplatten hergestellt werden. Die grau-weiße Glas-Betonfassade, die sich am Teutoburger Wald in den weißlich-grauen Bielefelder Himmel erhebt, vermittelt dir vor allem eins: Du bist nicht zum Spaß hier. Drinnen wird das Konzept maximaler Freudlosigkeit konsequent fortgesetzt. Die große Haupthalle tötet mit ihrem schwarzen Gumminoppen-Boden, nacktem Beton, blutroten Metallelementen und einem Milchglas-Gewächshausdach auch die letzten kreativen Flausen im formbaren Studierendenhirn ab.

Handgemalte Transpis, die hier und dort von der Balustrade hängen, und alte Kaugummis, die die Bildungselite im Laufe der vergangenen Jahrzehnte liebevoll an ausgewählten Stellen in den Beton eingearbeitet hat, lockern das triste Gesamtbild immerhin etwas auf. Die Bibliothek ist mit ihrem grauen Teppichboden so einladend wie eine Stasizentrale. Abgerundet wird die ostwestfälische Bladerunner-Dystopie durch eine monströse Lüftungsturbine, die wie ein Enddarm emporragt.

Gerüchten zufolge soll die Haupthalle mit ihren Brücken den Kanälen von Venedig nachempfunden sein. Das erzählt man sich jedenfalls, um die ästhetische Todeszone etwas erträglicher zu machen."

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